Bitcoin notiert am 5 Januar bei rund 94.000 US-Dollar und markierte intraday ein Hoch bis 94.634 US-Dollar.
In den USA flossen am 2 Januar netto rund 471 Millionen US-Dollar in Spot-Bitcoin-ETFs, angeführt wie so oft von BlackRocks IBIT.
Der Derivatehebel zieht: Rund 422 Millionen US-Dollar an Liquidationen laut CoinGlass-Daten.
Die geopolitische Großwetterlage: Nach der US-Operation gegen Venezuelas Nicolás Maduro warnt die UN vor Instabilität und rechtlichen Folgen.
Fed-Sitzung im Januar: Weitere Zinssenkung eher unwahrscheinlich.
Der Jahresauftakt hat’s in sich: Bitcoin schiebt sich am Montag, dem 5. Januar 2026, über die 94.000er-Marke. Woran liegt das? Die Hintergründe.
Der Ausbruch über 94.000 US-Dollar
Bitcoin startet 2026 mit einem Satz nach vorn: Am 5. Januar notiert der Bitcoin-Kurs zur Zeit des Schreibens laut CoinGecko bei 94.000 US-Dollar und liegt damit 3,2 Prozent im Plus auf Sicht von 24 Stunden. Im Tagesverlauf reichte die Handelsspanne dabei gar bis 94.634 US-Dollar – die 94.000er-Marke wurde also zwischenzeitlich sauber übersprungen.
Wenn Bitcoin in wenigen Stunden gleich mehrere Tausender-Marken abräumt, dürfte das am Zusammenspiel mehrerer Faktoren liegen: Der Sprung wirkt weniger wie ein einzelner „News-Pump“, sondern eher wie ein Zusammenspiel aus neuen Zuflüssen über ETFs, Hebel-Positionierung im Derivatemarkt und einem Makro-Narrativ, das gerade wieder heiß läuft.
Venezuela-Schock: Geopolitik als Narrative-Turbo
Die geopolitische Lage liefert dem Markt ein neues Risiko-Setting – und damit Stoff für Absicherungs- und Risiko-Trades. Die Nachrichtenlage wird dominiert vom US-Angriff auf Venezuela und dem juristischen wie diplomatischen Fallout, in deren Folge Venezuelas Präsident Nicolás Maduro festgesetzt wurde.
Auf diplomatischer Ebene ist das Thema eigentlich längst eskaliert: UN-Generalsekretär António Guterres ließ über einen Sprecher ausrichten, die Entwicklungen seien ein gefährlicher Präzedenzfall und er sei „tief besorgt“, dass Regeln des internationalen Rechts nicht respektiert worden seien. In einer weiteren, an den UN-Sicherheitsrat adressierten Stellungnahme warnte Guterres zudem vor einer möglichen Zunahme der Instabilität und betonte erneut die völkerrechtliche Dimension der Operation.
Für Bitcoin ist Geopolitik selten ein „direkter“ Kurstreiber im Sinne einer messbaren Kausalität – aber sie verändert das Umfeld, in dem Kapital Risiko einpreist. In unsicheren Phasen greifen manche Investoren schneller zu Narrativen wie „Absicherung“ oder „Alternative zum klassischen System“. Daher möglicherweise auch der signifikante Kurssprung heute.
Das kann jedoch natürlich auch nach hinten losgehen. Wenn aus politischer Spannung ein echtes Risiko-Event wird, kippt Stimmung oft abrupt zu „Risk-off“ – und dann wird auch Bitcoin nicht automatisch verschont.
ETF-Geld aus den USA: Wall Street liefert wieder Rückenwind
Nach einer Reihe zahlreicher Tage mit deutlichen Abflüssen, verbuchte der 02. Januar laut Daten von Farside wieder positive Zuflüsse von 471,3 Milliarden US-Dollar in Bitcoin-ETFs. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) wie so oft stark dabei mit rund 287 Millionen US-Dollar; Fidelitys FBTC folgte mit 88 Millionen US-Dollar, Bitwise mit 41,5 Millionen US-Dollar.
Diese Zahlen sind deshalb so relevant, weil ETF-Flows das „langweilige“ Geld abbilden, das nicht bei jedem roten Kerzchen nervös wird. Live-Updates dazu findest du hier: Bitcoin: Charts, ETFs und Makrodaten im Live-Ticker!
Der Derivate-Markt brodelt
Ohne Hebel passiert im Kryptomarkt selten etwas „sanft“. Stops fliegen, Shorts werden gezwungen zu kaufen, Momentum frisst sich durch Orderbücher. Im Zuge der Aufwärtsbewegung des Bitcoin-Kurses wurden laut Coinglass-Daten rund 422 Millionen US-Dollar an gehebelten Positionen liquidiert. Diesmal ging es hauptsächlich Shortsellern an den Kragen: rund 333 Millionen US-Dollar sind verpufft.
Liquidationen zwingen Marktteilnehmer, Positionen zu schließen – was Bewegung beschleunigt, egal ob nach oben oder unten. Hier findest du eine Anleitung zum Bitcoin kaufen.
Fed-Sitzung am 27.–28. Januar: Kommt eine weitere Zinssenkung?
Der nächste Termin, auf den Makro-Trader reflexartig schauen, ist die US-Notenbank und der nächste große Katalysator liegt nur wenige Wochen entfernt: Die Federal Reserve führt laut offiziellem Kalender ihre nächste reguläre FOMC-Sitzung am 27.–28. Januar 2026 durch.
Ob es dort direkt eine weitere Zinssenkung gibt, wird am Markt derzeit eher skeptisch gesehen. In Bezug auf das **CME FedWatch-Tool** liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Gleichbleiben des aktuellen Zinssatzes bei 83 Prozent. Auf Polymarket wird gar von 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass es eine Zinspause geben wird.
Was jetzt zählt
Unterm Strich bleibt ein eher nüchternes Bild: Bitcoin hat sich zum Jahresstart sich wieder in nördlichere Gefilde begeben, durchbricht wieder die 94.000 US-Dollar-Marke und zeigt, dass Käufer bei steigender Unsicherheit nicht automatisch verschwinden.
Gleichzeitig zeigt die Datenlage, dass Kapital über ETFs wieder sichtbar in den Markt fließt und der Derivatehebel die Bewegung spürbar verstärkt. Aber wie stabil bleiben die ETF-Zuflüsse und wie „dovish“ oder „hawkish“ liest sich die Fed-Kommunikation Ende Januar?
Die geopolitische Lage rund um Venezuela liefert zusätzlich ein Risiko-Narrativ, das Märkte typischerweise nervös und damit beweglicher macht; in diesem Fall positiv für den Bitcoin-Kurs. Was sich daraus aber nicht sauber ableiten lässt ist, dass Bitcoin „wegen Venezuela“ steigt oder dass die Rallye damit automatisch einen neuen, stabilen Trend eingeläutet hat. Für belastbare Aussagen fehlt bislang eine eindeutige, belegbare Kette aus Ursache und Wirkung. Was man dagegen seriös sagen kann: Der Markt hat zu Jahresbeginn Liquidität gefunden; und die nächste große Bewährungsprobe ist der Fed-Termin Ende Januar.
Pia ist Web3- und AI-Enthusiastin. Als studierte Geisteswissenschaftlerin liebt sie es, den Zeitgeist innerhalb der Gesellschaft zu beobachten und zu analysieren. Ehemalig im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance als Bitcoin-Talent und NFT-Talent im Frankfurt Blockchain Center. Wenn sie nicht gerade schreibt, surft sie gerne am Atlantik.
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