Chainflip setzt die aktiven trxUSDT-Guthaben betroffener Liquiditätsanbieter im Rahmen eines Neustartplans auf null. Grund ist ein Exploit vom 12. September, bei dem 736.442,17 USDT aus dem TRON-Vault des Cross-Chain-Protokolls abflossen. Der geschuldete Betrag wird zwar separat on-chain festgehalten, eine tatsächliche Rückzahlung an die Anbieter hat laut Primärquelle bislang nicht stattgefunden.
Chainflip trennt den TRON-Ausfall vom übrigen Netzwerk
Chainflip beschreibt den Reset als Teil eines umfassenderen Wiederanlaufplans. Bis zum 16. September waren Swaps und Quoting im übrigen Netzwerk laut eigenen Angaben wieder aktiv, die TRON-Route blieb jedoch ausgeschlossen. Betroffen sind ausschließlich Liquiditätsanbieter der Anlageklasse, die das Protokoll intern als trxUSDT bezeichnet – also USDT auf TRON.
Ein vergleichbares Muster – Betriebspause, offene Schadenssumme, ungeklärte Kompensation – zeigte sich zuletzt beim Symbiosis-Bitcoin-Bridge-Exploit.
Sechs doppelte Auszahlungen verursachten den Schaden
Laut Chainflip entzog der Angreifer zwischen 01:44 und 03:10 UTC am 12. September Mittel aus dem TRON-Vault, indem sechs Abhebungen von Liquiditätsanbietern doppelt ausgezahlt wurden. Ausgenutzt wurde, wie das Protokoll Anweisungen aus TRON-Transfers liest: Eine bereits von den Validatoren signierte Transaktion trug ein manipuliertes Memo, das die Überwachungssoftware als fehlgeschlagenen Swap interpretierte und zusätzlich zur regulären Auszahlung eine Rückerstattung auslöste.
Der TRON-Vault hält dadurch deutlich weniger USDT, als den Anbietern geschuldet wird. Chainflip hat die Schwachstelle nach eigener Darstellung inzwischen geschlossen, indem nur noch Memos akzeptiert werden, die an einem einfachen TRX-Transfer oder einem direkten TRC-20-Transfer hängen – Transfers innerhalb eines weiteren Contract-Calls sind ausgeschlossen. Alle anderen Mittel seien nicht betroffen.
Nullsaldo ist keine abgeschlossene Rückzahlung
Vor dem Reset schreibt Chainflip den Vor-Migrations-Betrag jedes Anbieters separat on-chain fest. Erst danach wird das aktive trxUSDT-Konto auf null gesetzt. Dieser separate Eintrag ist der von Chainflip anerkannte Anspruch für eine spätere Wiederherstellung – keine bereits erfolgte Zahlung.
Chainflip hat zugesagt, betroffene Anbieter vollständig zu entschädigen. Offen bleiben laut den öffentlichen Updates des Protokolls jedoch Finanzierungsquelle, Auszahlungsplan, abgeschlossene Zahlungen und ein endgültig bestätigter Erstattungsbetrag. Wie schrittweise Wiederanläufe nach schweren Exploits typischerweise verlaufen, zeigte sich zuvor bereits bei den Peg-outs nach dem Liquid-Neustart.
Erholung und Auszahlungsplan bleiben offen
Als nächstes dürfte relevant werden, wie Chainflip den Recovery-Prozess konkretisiert und ob ein Zeitplan für Auszahlungen genannt wird. Teil der laufenden Migration ist laut Protokoll auch die Auflösung offener TRON/USDT-Orders, Strategien sowie zugehöriger Lending- und Kreditpositionen. Bis dahin gilt für betroffene Anbieter: der Anspruch ist dokumentiert, aber nicht erfüllt.
Kryptowährungen sind pseudonym, volatil und je nach Anbieter mit KYC-Pflichten verbunden – Anleger sollten Protokollrisiken bei Cross-Chain-Anwendungen eigenständig prüfen, etwa im Vergleich zum Symbiosis-Bridge-Fall.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit zufrieden sind.