Das Ende der Altcoin-Season und was danach kommt

In einem aktuellen Interview hat Matt Hougan, Investmentchef von Bitwise, eine provokante These zur Zukunft des Kryptomarktes aufgestellt: Die klassische „Altcoin Season“, in der fast alle Projekte unabhängig von ihrem Nutzen massiv im Preis steigen, gehört der Vergangenheit an. Stattdessen erwartet er für 2026 „nicht-traditionelle“ Zyklen, die deutlich selektiver ablaufen werden. Hougan geht davon aus, […]

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Das Ende der Altcoin-Season und was danach kommt

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wichtigste in Kürze.

In einem aktuellen Interview hat Matt Hougan, Investmentchef von Bitwise, eine provokante These zur Zukunft des Kryptomarktes aufgestellt: Die klassische „Altcoin Season“, in der fast alle Projekte unabhängig von ihrem Nutzen massiv im Preis steigen, gehört der Vergangenheit an. Stattdessen erwartet er für 2026 „nicht-traditionelle“ Zyklen, die deutlich selektiver ablaufen werden.

Hougan geht davon aus, dass künftig nur noch jene Altcoins als Gewinner hervorgehen, die eine echte „Real-World-Traction“ vorweisen können. Die Zeit, in der Kapital stumpf von Bitcoin über Ethereum bis hin zu NFT-Bildern von Steinen rotiert, sei vorbei. Ersetzt wird dieses Modell durch eine Marktbewertung („Rerating“), die gezielt Token belohnt, die hinter großen, funktionierenden Geschäftsmodellen stehen.

Kontroverse Debatte: Selektion vs. Liquiditätswelle

Die Einschätzung von Bitwise trifft in der Branche auf geteiltes Echo. Während Analysten wie Matthew Hyland weiterhin auf technische Indikatoren wie die sinkende Bitcoin-Dominanz setzen, um eine baldige Altcoin-Saison vorherzusagen, vertritt BitMEX-Gründer Arthur Hayes eine noch radikalere Ansicht: „Es findet immer irgendwo eine Altcoin-Saison statt.“ Wer sie nicht sehe, besitze schlichtweg nicht die Token, die gerade steigen.

Die aktuelle Marktsituation stützt jedoch eher Hougans vorsichtige Haltung. Daten der Analyseplattform Santiment zeigen, dass das Interesse an Altcoins in sozialen Netzwerken derzeit auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen ist. Die Anleger konzentrieren sich fast ausschließlich auf Bitcoin, das sich nach einem Rücksetzer auf 60.000 USD im Februar wieder stabil über der 70.000-Dollar-Marke festsetzt.

Der Altcoin-Fahrplan für 2026

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Auswahl der Projekte („Stock Picking“) wichtiger wird als das bloße Markttiming. Laut Bitwise werden vor allem zwei Kategorien die kommenden Monate prägen:

  • Nutzen-orientierte Projekte: Kryptowährungen, die reale Probleme lösen oder als Infrastruktur für große Anwendungen (z. B. Stablecoins oder Tokenisierung) dienen.

  • Differenzierte Bewertung: Anstatt dass eine „Flut alle Boote hebt“, werden Märkte gezielt Projekte mit hoher On-Chain-Aktivität und stabilen Erträgen neu bewerten.

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