Online-Händler gesucht: Digital-Euro-Pilot soll 2027 starten

Die EZB sucht Online- und Mobile-Händler für einen zwölfmonatigen Test des digitalen Euro, der voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2027 beginnt.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Online-Händler gesucht: Digital-Euro-Pilot soll 2027 starten

Die Europäische Zentralbank hat die Bewerbungsphase für Online- und Mobile-Commerce-Händler im Euroraum eröffnet, die am Pilotprojekt zum digitalen Euro teilnehmen möchten. Ausgewählte Unternehmen sollen während eines zwölfmonatigen Tests, der voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2027 beginnt, mit der EZB und den nationalen Zentralbanken zusammenarbeiten. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 27. Oktober 2026.

EZB sucht Händler für zwölfmonatigen Digital-Euro-Test

Das Eurosystem gab den Aufruf am 15. September 2026 bekannt, nachdem zuvor bereits die teilnehmenden Zahlungsdienstleister ausgewählt worden waren. Im Rahmen des Pilotprojekts wird eine Beta-Version des digitalen Euro in einer kontrollierten Umgebung eingesetzt, sodass Händler Zahlungen testen und Rückmeldungen geben können, bevor eine Entscheidung über die Einführung der Währung fällt.

Getestet werden technische Funktionalität, operative Prozesse und Nutzererfahrung. Die teilnehmenden Händler ermöglichen Beta-Digital-Euro-Zahlungen für Fernabsatzkäufe und prüfen, wie sich die Währung in bestehende Checkout- und Zahlungsprozesse einfügt – ein Testfeld, das an ähnliche Praxisversuche mit programmierbaren digitalen Zahlungen erinnert, wie sie in anderen europäischen Projekten bereits erprobt wurden.

Die Teilnahme ist laut EZB freiwillig und unentgeltlich. Bewerbungen werden anhand von Zulassungsvoraussetzungen und gewichteten Kriterien geprüft, zu denen Marktreichweite, operative Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit des Händlers zur Unterstützung des Pilotprojekts zählen. Ausgewählte Händler schließen anschließend eine Vereinbarung mit der EZB und richten ihre Beziehung zu einem teilnehmenden Acquiring-Zahlungsdienstleister ein oder passen diese an.

Die Zentralbank veranstaltet am 6. Oktober 2026 eine Informationsveranstaltung, um Pilotprojekt und Bewerbungsprozess zu erläutern. Interessierte können zudem vor Fristablauf schriftliche Fragen über ein eigenes Formular einreichen.

Pilot soll Technik und Zahlungsabläufe vor einer Ausgabeentscheidung prüfen

Die Beta-Version soll dem in den Gesetzentwürfen beschriebenen digitalen Euro sehr nahekommen, besitzt jedoch keinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Die kontrollierte Umgebung soll zeigen, wie die geplante Währung in alltäglichen Zahlungssituationen funktioniert – ein Ansatz, der methodisch an begrenzte Pilotprojekte digitaler Währungen mit klar definiertem Teilnehmerkreis erinnert.

Das Feedback von Händlern, Zahlungsdienstleistern und dem Eurosystem soll laut EZB in die weitere Entwicklung des digitalen Euro einfließen, einschließlich Zahlungserfahrung und operativer Abläufe. Die endgültige Entscheidung über die Einführung hängt jedoch von der Verabschiedung der entsprechenden EU-Gesetzgebung ab. Die EZB betonte, dass ihre Vorbereitungen weiterhin mit dem Gesetzgebungsprozess abgestimmt bleiben.

Technischer Rahmen und mögliche Einführung bleiben nächste Meilensteine

Parallel zum Bewerbungsverfahren arbeitet die EZB weiter am technischen Rahmenwerk und bereitet die Veröffentlichung technischer Standards vor. Private Intermediäre sollen voraussichtlich die kundenseitigen Wallets verwalten, während das Eurosystem die zugrunde liegende Abwicklungsinfrastruktur bereitstellt – ein Modell, das strukturell an Zahlungsintegrationen erinnert, wie sie etwa bei digitalen Währungen über bestehende Kartenprogramme zu beobachten sind.

Zusätzlich ist die EZB eine Partnerschaft mit G+D, Nexi und Capgemini eingegangen, um eine Offline-Zahlungsfunktion für die Digital-Euro-Serviceplattform zu entwickeln. Der Pilot selbst nimmt erst nach Fristende Formen an: Startpunkt bleibt die zweite Hälfte 2027, eine Ausgabeentscheidung folgt frühestens nach Abschluss des EU-Gesetzgebungsprozesses.


Risikohinweis: Marktteilnehmer sollten regulatorische Entwicklungen rund um digitale Zentralbankwährungen eigenständig verfolgen, da sich Fristen und Bedingungen im laufenden Gesetzgebungsprozess noch ändern können. Ergänzenden Kontext zu vergleichbaren Pilotprojekten mit digitalen Zahlungsformen liefert der Bericht zum Praxistest programmierbarer digitaler Zahlungen.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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