Ethereum-Gebühren fallen auf 9-Jahrestief – bei gleichzeitigen Rekord-Transaktionen!

Inmitten der jüngsten harschen Korrektur offenbaren Blockchain-Daten bei Ethereum Rekordwerte. Die durchschnittlichen Transaktionsgebühren erreichten zuletzt auf dem tiefsten Stand seit 9 Jahren – ein Rückgang, der neben dem Umstieg auf PoS auch auf eine Reihe innovativer Upgrades für die Netzwerkkapazität und -effizienz zurückzuführen ist.

Dennis Geisler von Dennis Geisler Updated 4 Min. read
Ethereum-Gebühren fallen auf 9-Jahrestief – bei gleichzeitigen Rekord-Transaktionen!

Das Wichtigste in Kürze

  • Die durchschnittlichen Ethereum-Transaktionsgebühren sind laut Glassnode von bis zu 200 US-Dollar auf nur noch 0,14 US-Dollar gefallen.
  • Grund sind Skalierungs-Upgrades, Proof-of-Stake, höhere Gaslimits und die Verlagerung auf Layer-2-Netzwerke, die das Mainnet spürbar entlasten.
  • Trotz sinkender Fees erreichte die Anzahl der Transaktionen zuletzt ein Rekordniveau, was auf reale wirtschaftliche Nutzung statt spekulativer Überlastung hindeutet.

Ethereum-Transaktionsgebühren sinken auf 9-Jahrestief

Der Ethereum-Kurs ist während des jüngsten Kursrückgangs von Bitcoin auf 82.000 US-Dollar ebenfalls unter Druck geraten und kurzzeitig auf 2.700 US-Dollar eingebrochen. Parallel dazu verzeichnen On-Chain-Daten einen fundamentalen Wandel:

Die Gebühren im Netzwerk sind auf den niedrigsten Stand seit 2017 gefallen. Laut Daten von Glassnode sanken die durchschnittlichen Kosten für eine Transaktion von einem Höchststand von 200 US-Dollar auf 0,14 US-Dollar in diesem Jahr.

Dieser Rückgang kommt natürlich nicht von irgendwo, sondern ist auf eine Reihe bedeutender Blockchain-Upgrades zurückzuführen. Seit 2021 wurden bei Ethereum mehrere Verbesserungen zur Skalierung integriert.

Dazu zählen die Umstellung von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake sowie die Upgrades Fusaka- und Dencun.

Parallel dazu greifen Nutzer zunehmend auf Layer 2-Lösungen wie Arbitrum zurück, wodurch die Überlastung des zugrunde liegenden Ethereum-Mainnets reduziert wird.

Die Validatoren einigten sich außerdem auf eine Erhöhung des Gaslimits pro Block von 30 Millionen auf 36 Millionen, sodass nun mehr Transaktionen pro Block verarbeitet werden können.

Ivo Georgiev, Mitgründer und CEO der auf Ethereum zugeschnittenen Ambire Wallet, bewertet die Entwicklung im Netzwerk wie folgt:

„Günstige Mainnet-Transaktionen sind ein großer Gewinn für die Branche. Nutzer gewinnen mehr Vertrauen in das Protokoll und konzentrieren einen größeren Teil ihrer Vermögenswerte im Mainnet, was insgesamt zu einer besseren Benutzererfahrung führt.“

Georgiev ergänzte, dass „niedrigere Gebühren sogar neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen könnten – etwa für Protokolle, die bislang als zu kostspielig galten, darunter quantensichere Anwendungen.“

Im Jahr 2021/22 lagen die durchschnittlichen Gebühren zwischen 50 und 200 Euro, was größtenteils auf den NFT-Boom zurückzuführen ist. Bis zum Ende des Jahres sanken die Gebühren weiter auf unter 2 US-Dollar, ehe sie im März 2024 energisch auf 35 USD kletterten.

Seitdem sind die Gebühren kontinuierlich gesunken, wobei sich der Abwärtstrend seit Februar 2025 deutlich verschärft hat.

Laut Daten von Glassnode ist die Summe der an Validatoren ausgezahlten Gebühren von einem Höchststand von rund 25.668 ETH (77 Mio. USD) vor fünf Jahren auf zuletzt durchschnittlich 153 ETH (450.000 USD) im Sieben-Tage-Durchschnitt gefallen.


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Gleichzeitig steigen die Transaktionen im Netzwerk ein neues ATH

Während die Fees einen mehrjährigen Tiefstand erreichen, verzeichnete auch das Transaktionsvolumen neue Höchststände. Grundsätzlich erhalten Validatoren Gebühren, wenn sie Transaktionen in Blöcke aufnehmen, wobei höhere Gebühren priorisiert werden.

Sinkende Gebühren gelten daher oft als Hinweis auf eine geringere Nachfrage nach Platz auf der Blockchain – und damit auch auf eine nachlassende Netzwerkaktivität. Allerdings ist diese Kennzahl sehr volatil:

Je nach Kursentwicklung von Ether können die Gebühren innerhalb kurzer Zeit deutlich ansteigen. Marktvolatilität fördert in der Regel den Handel, was wiederum die On-Chain-Aktivität und damit auch die Gebühren erhöht.

Einen nüchternen Erklärungsansatz liefert Georgii Verbitskii, Gründer des DeFi-Dienstes Tymio. In einem Interview erklärte er, dass die sinkenden Ethereum-Gebühren Teil einer breiteren Abkühlungsphase seien.

Nach Phasen intensiver Spekulation und hoher Aufmerksamkeit nehme die Aktivität typischerweise ab: Nutzer transagieren weniger, Entwickler verschieben Produktstarts und Kapital werde selektiver eingesetzt.

„Aktuell wirken Netzwerke wie Ethereum günstiger in der Nutzung. Nicht, weil sich das System grundlegend verändert hat, sondern weil die Nachfrage vorübergehend zurückgeht“.

Bemerkenswert dabei ist, dass die Aktivität auf Ethereums Maibchain trotz sinkender Gebühren ein Allzeithoch erreicht hat. Laut Leon Waidmann, Head of Research bei Lisk, wurden allein im Januar mehr als 16 Millionen Transaktionen verarbeitet.

Ethereum wickelt damit aktuell rund dreimal so viele Transaktionen ab wie während der gebührengetriebenen Hochphase im Jahr 2021 – und das zu etwa einem Drittel der damaligen Kosten.

Der Unterschied liegt laut Waidmann in der Qualität der Nachfrage. Während 2021 vor allem spekulative Aktivitäten die Gebühren explodieren ließen, handele es sich heute zunehmend um reale Nutzung in größerem Maßstab.

„Damals war es eine spekulationsgetriebene Gebührenexplosion. Heute ist es tatsächliche wirtschaftliche Aktivität“, schrieb er auf X.


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Dennis Geisler

Dennis Geisler, 25, stammt aus Kiel und lebt seit August in Thailand. Im Jahr 2020 kam er erstmals mit Kryptowährungen in Berührung, als er über Binance XRP im Wert von 100 Euro kaufte. Die starken Kursschwankungen und das Potenzial schneller Gewinne zogen ihn in den Bann und weckten sein Interesse an den Mechanismen hinter den Preisbewegungen – von rationalen Marktkräften bis hin zu psychologischen Mustern. Heute verbindet er seine journalistische Leidenschaft mit der Krypto-Welt: Für verschiedene Formate verfasst er Nachrichten, Grundlagenartikel und tiefgehende Blockchain-Analysen. Mit BitBlog engagiert er sich zudem in Norddeutschland für die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen rund um digitale Währungen.

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