Ethereum notierte am 2. Oktober 2026 bei 2.719 US-Dollar und lag 1,27 Prozent im Tagesplus. Laut dem Bericht von wallstreet-online hob Citigroup das Kursziel für ETH von 2.240 auf 3.028 US-Dollar an; zugleich rückt der Glamsterdam-Test auf Sepolia am 6. Oktober als nächster Netzwerknachweis in den Blick.
Citi-Prognose trifft auf wachsende Short-Positionen
Die Anhebung entspricht laut der Quelle einem erwarteten Aufwärtspotenzial von rund 35 Prozent. Als Gründe werden die Rückkehr von Zuflüssen in Ethereum-ETFs sowie die zunehmende Nutzung des Netzwerks für Stablecoins und Tokenisierung genannt. ETF-Zuflüsse sind dabei kein Kaufsignal.
Das Gebäude von Citigroup in Canary Wharf, London
Die institutionelle Einschätzung steht einem auffälligen Signal aus dem Derivatemarkt gegenüber: Auf Bitfinex stiegen die Short-Positionen innerhalb von zwei Wochen von etwa 771 auf mehr als 101.000 ETH. Shorts sind Positionen, die von fallenden Kursen profitieren sollen. Analysten sehen in dem Aufbau sowohl das Risiko eines stärkeren Rücksetzers als auch die Möglichkeit eines Short-Squeeze.
Das Bild ist damit nicht schlicht bullisch oder bärisch. Citigroup verweist auf ETF-Nachfrage und konkrete Anwendungsbereiche, während die Positionierung auf Bitfinex zugleich ein erhöhtes Maß an Gegenwetten erkennen lässt. Wer die Nachfrage über börsengehandelte Produkte einordnen will, sollte auch die Entwicklung der Ethereum-ETF-Zuflüsse im Blick behalten.
Glamsterdam startet zunächst auf dem Testnetz
Die Ethereum Foundation bestätigte laut dem Bericht die Aktivierung von Glamsterdam auf Sepolia am 6. Oktober 2026. Das Upgrade soll das Gaslimit schrittweise in Richtung 200 Millionen erhöhen. Das Gaslimit beschreibt, wie viel Rechenaufwand ein Block maximal aufnehmen kann; eine Erhöhung kann mehr Transaktionen und komplexe Ausführungen ermöglichen, muss aber im Testbetrieb auf mögliche technische Probleme geprüft werden.
Ethereum-Logo in einer digitalen Darstellung
Entscheidend ist die Abgrenzung: Der Termin betrifft das Testnetz, nicht das Ethereum-Mainnet. Für die Hauptnetz-Aktivierung nennt die Quelle das vierte Quartal 2026 als Erwartung, ohne ein konkretes Datum festzulegen. Der Test ist deshalb ein wichtiger Entwicklungsschritt, aber kein gesicherter unmittelbarer Kurstreiber. Auch der Glamsterdam-Test und seine mögliche Bedeutung für den ETH-Kurs sind getrennt von einer bestätigten Mainnet-Umstellung zu beurteilen.
Der nächste konkrete Termin ist somit der Sepolia-Fork am 6. Oktober. Danach kommt es darauf an, wie der Test verläuft und wann ein belastbarer Mainnet-Zeitplan folgt. Weitere technische Ethereum-Upgrades zeigen, wie sich die Netzwerkentwicklung über einzelne Termine hinaus fortsetzt; dazu zählen auch geplante Änderungen an künftigen Protokollfunktionen.
Ein positives Kursziel, aber kein Selbstläufer
Citigroups Ziel von 3.028 US-Dollar setzt auf ETF-Zuflüsse und wachsende Stablecoin- sowie Tokenisierungsaktivität. Gleichzeitig weist der Ausgangsbericht darauf hin, dass Ethereum bei einer Marktkapitalisierung von rund 327 Milliarden US-Dollar für eine Verdopplung erhebliches neues Kapital benötigen würde. Die stark gestiegenen Shorts erhöhen zusätzlich das Risiko kräftiger Bewegungen in beide Richtungen.
Für Anleger sind daher zwei Entwicklungen besonders relevant: der Testnet-Termin am 6. Oktober und die Frage, ob die von Citigroup angeführten Nachfragefaktoren tatsächlich anhalten. Das Kursziel bleibt eine Prognose, keine Zusage; auch ein technisch erfolgreiches Upgrade garantiert keine Kurssteigerung.
Risikohinweis: Vor einer Anlage sind Risiken und eigene finanzielle Möglichkeiten sorgfältig abzuwägen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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