Ethereum News: 1 von 3 ETH – das Angebot wird knapp
Ethereum steigt in den letzten 24 Stunden moderat. Langfristig könnte es angebotsseitige Kurstreiber geben. Denn Ethereum wird immer knapper, auch dank steigender Staking-Ratio.
Ethereum-Angebot wird knapp, ein Drittel aller ETH im Staking gesperrt.
Ethereum-Supply auf Börsen sinkt auf niedrigsten Stand seit 2016.
Seit Mitte März ziehen Anleger wieder massiv ETH von den Börsen ab.
Ethereum notiert aktuell bei rund 2.300 US-Dollar und bewegt sich weiterhin in einer engen Seitwärtsrange. Trotz kurzfristiger Stabilisierung bleibt das Gesamtbild angeschlagen: Vom Allzeithoch ist die zweitgrößte Kryptowährung noch immer rund 50 Prozent entfernt, was klar für einen übergeordneten Bärenmarkt spricht. Momentum fehlt, Ausbruchsversuche werden bislang schnell abverkauft.
Dennoch lohnt sich ein Blick über die kurzfristige Kursentwicklung hinaus. Denn fundamental zeigen sich zunehmend Entwicklungen, die langfristig eine neue Dynamik auslösen könnten. Eine davon betrifft die Angebotsseite von Ethereum – und genau hier sehen einige Analysten aktuell einen strukturellen Wandel mit potenziell bullischen Implikationen.
Immer mehr ETH verschwindet vom Markt: Angebot wird zum entscheidenden Faktor
Eine der aktuell spannendsten Entwicklungen bei Ethereum betrifft die rapide steigende Staking-Quote. Inzwischen sind über 32 Prozent aller existierenden ETH im Netzwerk gestakt – ein neuer Höchststand. Besonders bemerkenswert: Noch Anfang 2021 lag dieser Wert praktisch bei null. Seitdem zeigt die Entwicklung eine kontinuierlich steigende Tendenz, was auf eine zunehmende langfristige Bindung von Kapital hindeutet.
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Zusätzlich halten sogenannte Digital Asset Treasuries – also Unternehmen, Fonds oder Protokolle – weitere 6,6 bis 7,4 Millionen ETH. Das entspricht nochmals rund 5,5 bis 6,1 Prozent des Gesamtangebots. Zusammengenommen bedeutet das: Nahezu 38 Prozent aller ETH sind aktuell effektiv dem freien Markt entzogen.
1 in 3 ETH is now staked! 📈
Ethereum's staking ratio just surpassed 32%, marking an all-time high.
It started at 0% in January 2021!
🔹 32% staking ratio (ATH) 🔹 Up ~5 points in the last 12 months 🔹 Digital asset treasuries (DATs) now hold another 6.6-7.4M ETH (~5.5-6.1%… pic.twitter.com/RgHjuIzWe8
Diese Entwicklung hat weitreichende Implikationen. Denn während viele Marktteilnehmer häufig auf die Nachfrage schauen, rückt nun zunehmend die Angebotsseite in den Fokus. Wenn ein signifikanter Teil des Angebots langfristig gebunden ist, reduziert sich die verfügbare Liquidität im Umlauf. Das kann insbesondere in Phasen steigender Nachfrage zu verstärkten Preisbewegungen führen.
Ein entscheidender Punkt dabei: Gestaktes ETH wird in der Regel nicht kurzfristig bewegt oder verkauft. Anleger, die ihre Coins staken, verfolgen meist eine langfristige Strategie und profitieren von laufenden Erträgen. Auch institutionelle Akteure agieren anders als spekulative Marktteilnehmer – sie reagieren weniger impulsiv auf kurzfristige Marktschwankungen.
Genau hier sehen einige Experten einen strukturellen Angebotsengpass entstehen. Nicht die Nachfrage sei aktuell das Problem, sondern das frei verfügbare Angebot. Sollte die Nachfrage in Zukunft wieder anziehen – etwa durch neue Anwendungsfälle, institutionelles Interesse oder makroökonomische Impulse – könnte dieser Angebotsdruck schnell zu einem starken Kurstreiber werden.
ETH auf Börsen so knapp wie seit 2016 nicht mehr
Eine weitere zentrale On-Chain-Metrik unterstreicht die zunehmende Angebotsverknappung bei Ethereum: Der Anteil der ETH-Bestände auf Börsen ist auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen. Damit befindet sich diese Kennzahl auf einem Niveau, das zuletzt vor fast einem Jahrzehnt beobachtet wurde – lange bevor DeFi, NFTs oder institutionelle Nachfrage überhaupt eine Rolle spielten.
Konkret bedeutet das: Immer weniger ETH liegen auf Handelsplattformen und stehen damit kurzfristig für Verkäufe zur Verfügung. Stattdessen wandern Coins verstärkt in Cold Wallets, Staking-Verträge oder langfristige Verwahrstrukturen. Historisch gilt ein sinkender Exchange-Bestand als bullisches Signal, da Verkaufsdruck abnimmt und Angebot illiquider wird. In Kombination mit der steigenden Staking-Quote verstärkt sich dieser Effekt weiter – ein potenziell explosiver Mix für zukünftige Marktphasen.
Massive ETH-Abflüsse seit Mitte März – Akkumulation nimmt deutlich zu
Auch die Exchange Net Position Change bestätigt den aktuellen Trend eindrucksvoll. Seit Mitte März sind hier durchgehend starke negative Werte zu beobachten – ein klares Zeichen dafür, dass mehr ETH von Börsen abgezogen als eingezahlt wird. Diese anhaltenden Abflüsse deuten auf eine Phase intensiver Akkumulation hin.
Besonders auffällig: Die Dynamik hat zuletzt sogar noch zugenommen, mit teils massiven täglichen Nettoabflüssen. Historisch gehen solche Phasen häufig mit einer steigenden Überzeugung langfristiger Investoren einher, die ihre Bestände aus dem liquiden Umlauf entfernen. Das reduziert kurzfristigen Verkaufsdruck zusätzlich.
In Kombination mit sinkenden Exchange-Beständen und steigender Staking-Quote verdichtet sich damit das Bild eines strukturellen Supply Shocks. Sollte die Nachfrage zurückkehren, könnte genau diese Entwicklung zum entscheidenden Kurstreiber werden.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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