Fed-Schock: Warum Bitcoin trotzdem überzeugt

Die Federal Reserve behält die Zinsen unverändert und setzt auf einen restriktiven Kurs. Inflation und Iran-Krieg belasten die Finanzmärkte, doch Bitcoin hält sich vergleichsweise gut.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Fed-Schock: Warum Bitcoin trotzdem überzeugt

Das Wichtigste in Kürze

  • Federal Reserve lässt die Zinsen unverändert.
  • Powell hebt Risiken durch Inflation und Iran-Krieg hervor.
  • Auch beim nächsten FOMC-Treffen wird keine Zinssenkung erwartet.
  • Bitcoin zeigt dennoch Stärke und bleibt resilient über 71000 US-Dollar.

Der Kryptomarkt zeigt sich aktuell bemerkenswert stabil. Bitcoin notiert weiterhin oberhalb von 71.000 US-Dollar und kann sich damit trotz eines schwierigen makroökonomischen Umfelds behaupten. Gewinnmitnahmen bleiben bislang begrenzt, während die US-Aktienmärkte zuletzt deutlich unter Druck geraten sind – alle großen Indizes verloren mehr als ein Prozent. Belastend wirkten vor allem überraschend hohe Inflationsdaten, insbesondere bei den Erzeugerpreisen, die erneut ein Jahreshoch erreichten.

Gleichzeitig verschärft sich die geopolitische Lage im Nahen Osten, nachdem Angriffe auf Energieinfrastruktur eine neue Eskalationsstufe markieren. Die Federal Reserve reagierte erwartungsgemäß und beließ die Zinsen unverändert, was die Unsicherheit an den Märkten zunächst nicht auflösen konnte. Wer Kryptowährungen kaufen möchte, behält die Geldpolitik im Blick.

Fed bleibt vorsichtig: Inflation, Energiepreise und Unsicherheit dominieren

Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell unterstreichen vor allem eines: Die Unsicherheit bleibt hoch. Zwar wurde die Geldpolitik wie erwartet nicht angepasst, doch der Ton bleibt restriktiv. Die Inflation in den USA wird weiterhin als „etwas erhöht“ beschrieben, was zeigt, dass die Fed noch keinen klaren Sieg im Kampf gegen die Teuerung sieht. Besonders problematisch ist dabei der jüngste Anstieg der Energiepreise, der kurzfristig erneut inflationären Druck erzeugen könnte.

Hinzu kommt die geopolitische Komponente. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts werden von der Fed ausdrücklich als „unsicher“ bezeichnet. Diese Unsicherheit erschwert eine klare geldpolitische Richtung und spricht eher für Vorsicht als für aggressive Lockerungen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Inflationserwartungen kurzfristig gestiegen sind – ein Signal, das die Notenbank besonders ernst nimmt.

Auch die Projektionen zeigen ein restriktives Bild: Für 2026 erwartet die Fed nun eine höhere PCE-Inflation von rund 2,7 %, was über dem Zielwert liegt. Zinssenkungen werden zwar weiterhin eingeplant, allerdings deutlich moderater als zuvor – aktuell rechnet die Fed mit lediglich einem Schritt im Jahr 2026 und einem weiteren in 2027.

Swissblock: FOMC sorgt für Volatilität – aber nicht für den Trend

Die Analysten von Swissblock ordnen die aktuelle Situation differenziert ein. Ihrer Einschätzung nach wirken FOMC-Events primär als kurzfristige Volatilitätskatalysatoren, ohne jedoch den übergeordneten Trend nachhaltig zu bestimmen. Entscheidend sei vielmehr das zugrunde liegende Marktregime.

In Phasen erhöhter Risiken – wie aktuell durch Inflation und geopolitische Spannungen – können Fed-Entscheidungen kurzfristig Abwärtsbewegungen verstärken oder zu Ablehnungen an Widerständen führen. Genau dieses Verhalten war in der Vergangenheit häufig zu beobachten. Gleichzeitig zeigen historische Daten aber auch, dass FOMC-Tage in stabileren Marktphasen oft lokale Tiefpunkte markieren oder als Fortsetzungssignal dienen können.

Aktuell sehen die Analysten einen Übergang in ein potenziell stabileres, risikoärmeres Umfeld, auch wenn dieser Prozess noch nicht vollständig bestätigt ist. Das bedeutet: Kurzfristige Volatilität bleibt wahrscheinlich, doch der Markt beginnt, eine gewisse interne Stärke zu entwickeln.

Für Bitcoin ist dabei besonders relevant, dass zunehmend interne Faktoren wie Kapitalzuflüsse, institutionelle Nachfrage und Momentum eine größere Rolle spielen als reine Makro-News. Die jüngste Resilienz trotz negativer Nachrichtenlage könnte somit ein erstes Zeichen dafür sein, dass sich der Markt langsam von klassischen Risikoassets entkoppelt. Das hat starken Einfluss auf die Bitcoin Prognose.

Blick nach vorn: Markt erwartet Zinspause – Druck bleibt bestehen

Das nächste FOMC-Treffen steht erst in rund anderthalb Monaten an, wodurch kurzfristig keine neuen geldpolitischen Impulse zu erwarten sind. Der Markt preist aktuell mit rund 95 % Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed die Zinsen erneut unverändert lässt. Zinssenkungen sind derzeit kaum eingepreist, während eine geringe Wahrscheinlichkeit sogar eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte widerspiegelt.

fed

Diese Erwartungshaltung zeigt deutlich, dass die Geldpolitik weiterhin eher als Belastungsfaktor wahrgenommen wird. Solange die Inflation erhöht bleibt und geopolitische Risiken bestehen, dürfte die Fed keinen Spielraum für eine lockere Politik sehen. Für den Kryptomarkt bedeutet das: Die Unterstützung durch günstige Liquiditätsbedingungen bleibt vorerst aus.

Dennoch könnte genau diese Konstellation – restriktive Geldpolitik bei gleichzeitig stabilen Kursen – ein Zeichen relativer Stärke sein. Sollte Bitcoin diese Phase ohne größere Rücksetzer überstehen, könnte dies als solides Fundament für die nächsten Aufwärtsbewegungen dienen. Sollte die Fed weniger restriktiv agieren, könnte manch ein Krypto Geheimtipp in 2026 explodieren.

News
Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

Raphael Adrian on X

Related Articles