Japans Garantex-Listung macht Zahlungen genehmigungspflichtig

Garantex-Sanktionen: Japan macht Zahlungen und bestimmte Geschäfte genehmigungspflichtig. Ein konkret eingefrorener Krypto-Betrag ist nicht belegt.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Japans Garantex-Listung macht Zahlungen genehmigungspflichtig

Japans Außenministerium hat Garantex Europe OU am 2. Oktober 2026 in die Russland-Sanktionsliste aufgenommen und damit Zahlungen sowie bestimmte Kapitalgeschäfte mit der Kryptobörse einer Genehmigungspflicht unterstellt. Für Börsen, Verwahrer und andere Finanzdienstleister erhöht sich der Druck, Gegenparteien und Zahlungswege auf Sanktionsbezüge zu prüfen – konkrete Angaben zu tatsächlich eingefrorenen Garantex-Vermögenswerten oder Krypto-Wallets gibt es jedoch nicht.

Japan setzt Garantex auf die Sanktionsliste

Garantex Europe OU, auch unter dem Namen Garantex bekannt, steht als Nummer 402 in einem japanischen Sanktionsanhang. Japanische Einwohner und Unternehmen benötigen eine Genehmigung, um Zahlungen an das Unternehmen zu leisten oder bestimmte Geschäfte mit ihm abzuschließen. Dazu zählen Einlagen, Treuhandvereinbarungen und Darlehen.

Für Verpflichtungen aus Verträgen, die vor dem 2. Oktober 2026 geschlossen wurden, gilt eine begrenzte Übergangsfrist: Sie müssen vor dem 1. November 2026 erfüllt werden. Die Bezeichnung als Asset Freeze bedeutet dabei nicht, dass ein bestimmter Krypto-Betrag nachweislich eingefroren wurde. Das veröffentlichte Material nennt weder den Wert möglicher Garantex-Vermögenswerte in Japan noch konkrete Wallet-Adressen.

Die Listung ist Teil eines größeren Russland-Pakets. Es umfasst insgesamt 33 Unternehmen und neun Einzelpersonen, Exportbeschränkungen für vier Unternehmen außerhalb Russlands und Belarus sowie Kontrollen für 35 Schiffe. Internationale Finanzermittlungen können auch zu konkreten Krypto-Beschlagnahmungen führen, wie der Fall beschlagnahmter Krypto-Vermögenswerte zeigt; Japans Maßnahme gegen Garantex belegt für sich genommen jedoch keine solche Beschlagnahmung.

Japan folgt auf US- und EU-Maßnahmen

Die USA sanktionierten Garantex erstmals am 5. April 2022. Im März 2025 beschlagnahmten US-Behörden die Domain der Börse; außerdem fror Tether Stablecoins auf der Plattform ein. Auch die Europäische Union sanktionierte Garantex. Japans Schritt erweitert damit eine bereits bestehende internationale Sanktionskette, statt die erste Maßnahme gegen die Börse zu setzen.

Die genannten Volumina beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und Bezugsgrößen: Laut Elliptic verarbeitete Garantex nach den US-Sanktionen von 2022 mehr als 60 Milliarden US-Dollar und insgesamt mehr als 96 Milliarden US-Dollar. Das US-Finanzministerium ordnete dagegen mehr als 100 Millionen US-Dollar an seit 2019 verarbeiteten Transaktionen Ransomware, Terrorismus und anderen illegalen Aktivitäten zu. Auch der Umgang von Börsen mit behördlichen Anfragen kann Compliance-Fragen aufwerfen, wie die Weitergabe von Nutzerdaten an russische Behörden verdeutlicht.

Nachfolgeplattformen begrenzen die Wirkung

Die Durchsetzung wird dadurch erschwert, dass sich Aktivitäten auf andere Plattformen verlagern können. Dem US-Finanzministerium zufolge verschoben Garantex-Mitarbeiter Kundeneinlagen zur Nachfolgebörse Grinex. Grinex wurde laut den von der Behörde angeführten Angaben im Dezember 2024 in Kirgisistan gegründet – mehrere Monate vor der Beschlagnahmung der Garantex-Domain.

Am 14. August 2025 wies OFAC Garantex erneut aus und sanktionierte Grinex, drei Führungskräfte sowie sechs verbundene Unternehmen in Russland und Kirgisistan. Auch Exved wurde genannt. TRM Labs beschreibt solche Ersatzplattformen als Möglichkeit, Kunden, Wallets und Handelsaktivität zu verlagern, wenn Behörden gegen eine Börse vorgehen. Japans aktuelle Maßnahme nennt Grinex nicht und erfasst keine Krypto-Bestände außerhalb japanischer Zuständigkeit. Ähnliche Fragen nach der Durchsetzung bei mutmaßlich sanktionierten Krypto-Erlösen stellen sich auch im Zusammenhang mit Krypto-Erlösen aus dem iranischen Ölhandel.

Ein weiterer Zahlungsweg wird geschlossen

Japans Listung begrenzt Zahlungen und bestimmte Finanzgeschäfte mit Garantex innerhalb des japanischen Zuständigkeitsbereichs, macht die bereits erfolgte Verlagerung zu Grinex aber nicht rückgängig. Entscheidend ist nun die praktische Anwendung der Genehmigungspflichten und der Übergangsfrist bis zum 1. November 2026. Ein konkret eingefrorener Krypto-Betrag ist nicht belegt.

Kryptowährungen sind trotz pseudonymer Adressen nicht anonym: Transaktionen können analysiert und mit identifizierten Personen oder Unternehmen verknüpft werden. Börsen und Verwahrer müssen zudem geltende KYC- und Sanktionspflichten beachten. Der Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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