Krypto News: Trumps Zölle illegal, Abschiebungen ausgesetzt: Urteil trifft die Märkte

Nach dem Urteil eines US-Berufungsgerichts gegen große Teile der Trump-Zölle geraten Risikoassets unter Druck. Zugleich verlagert ein alter Bitcoin-Wal signifikante BTC-Bestände. Ein Blick auf den September.

Pia Messerschmitt von Pia Messerschmitt Updated 4 Min. read
Krypto News: Trumps Zölle illegal, Abschiebungen ausgesetzt: Urteil trifft die Märkte

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Berufungsgericht erklärt den Großteil von Trumps Zöllen für rechtswidrig; Wirkung bis 14 Oktober ausgesetzt.
  • Trump widerspricht: „Alle Zölle sind weiter in Kraft“.
  • Auch Abschiebungen unmittelbar gestoppt.
  • Risk-Off: Bitcoin pendelt aktuell um ~108.500 US-Dollar.
  • Satoshi-Wal mit Rotierung von BTC in ETH.
  • Vorbote einer Altcoin-Season? Was erwartet uns im September?.

Ein US-Berufungsgericht kippt zentrale Teile von Präsident Trumps Zollpolitik, auch die versprochenen Abschiebungen bekommen den Riegel vorgeschoben. Die Nervosität an Risiko­märkten wird angeheizt. Parallel dazu sorgt ein großer Satoshi-Wal mit massiven Umschichtungen von Bitcoin in Richtung Ethereum dafür, dass das Sentiment in Richtung bevorstehende Altcoin-Season rückt. Was das für den September bedeuten kann.

Berufungsgericht gegen Trumps Zollhebel

Ein US-Berufungsgericht hat am 29. August mit 7:4 Stimmen entschieden, dass “die meisten“ von Präsident Trumps Zöllen gegen internationale Handelspartner rechtswidrig sind, weil der herangezogene Notstands-Paragraf IEEPA keine Kompetenz zur Erhebung von Zöllen verleiht; zugleich ließ das Gericht die Abgaben bis 14. Oktober in Kraft, um eine Beschwerde vor dem Supreme Court zu ermöglichen.

Trump reagierte umgehend und erklärte auf Truth Social, „ALLE ZÖLLE SIND WEITER IN KRAFT“, das Berufungsgericht habe “inkorrekt“ entschieden; er setze auf den Supreme Court. Auch das bestätigt die kurzfristige Rechtslage: Wir haben ein schweres Urteil – aber eine aufgeschobene Wirkung.

Ein solcher juristischer Dämpfer für Trumps wichtigste handelspolitische Waffe erhöht die Unsicherheit über Handelskosten, Lieferketten und Inflationspfade. Damit ist das Urteil ein klassischer Risk-Off-Treiber für Aktien und allen voran natürlich auch Krypto.

Richterin Cobb setzt ausgeweitete Abschiebepraxis aus

Hindernisse für Trump gehen in die zweite Runde: Kurz nachdem die Zölle für illegal erklärt wurden, stoppte die in Washington zuständige Bundesrichterin Jia Cobb die von der Regierung ausgeweitete expedited removal-Praxis – also die von Trump im Wahlkampf versprochenen Schnellabschiebungen, die landesweit und für Personen mit bis zu zwei Jahren Aufenthalt zur Anwendung kommen sollten.

Cobb sieht darin eine Verletzung des Fifth-Amendment-Due-Process, weil Betroffene ohne ausreichende Verfahrensgarantien abgeschoben würden. Der Beschluss fiel am heutigen 30. August; Regierungsstellen hatten vergeblich eine Aussetzung des Urteils zwecks Berufung beantragt.

Für Risikoassets addiert sich ein weiteres Event-Risk zum Zollkomplex.

CZ warnt: “Don’t sell the dip“

Bitcoin handelt zur Stunde um die 108.500 US-Dollar. Changpeng Zhao (CZ) mahnt indes auf X, man solle in Krypto “den Dip nicht verkaufen“ – eine Erinnerung an typische Verhaltensfehler in volatilen Phasen, nicht aber ein Gegenbeweis zur erhöhten Event-Risiko­lage.

Auch Makrostrategin Lyn Alden ordnet den Kursverlauf nüchtern ein: ”bullish, aber langweilig“ – höhere Hochs und höhere Tiefs im größeren Bild auf dem MVRV-Z Score, trotz zwischenzeitlicher Dramen. Sie plädiert darauf, dass eine bullishe Trend-Struktur trotz Schlagzeilenrisiko koexistieren kann.

On-Chain-Stressfaktor: Satoshi Wal rotiert in ETH

Parallel zum politischen Schockfaktor sorgt ein altbekannter Satoshi-Wal “Bitcoin OG” für zusätzliche Nervosität. Kurz vor dem politischen Debakel wurden laut Daten von Lookonchain am 26. August 968 BTC auf die DEX Hyperliquid transferiert – mit anschließender Rotation in ETH-Spot; nach einer kurzen Pause folgte die nächste Tranche von 1.000 BTC.

Am heutigen 30. August postet Lookonchain eine weitere Meldungen auf X: zusätzliche 2.000 BTC im Gegenwert von aktuell etwa 217 Millionen US-Dollar wurden auf die dezentrale Exchange bewegt, um weiter Ethereum zu kaufen. Diese frischen Flows verstetigen das Bild eines aktiven Re-Balancings, die Rotation von BTC in ETH scheint weiter an Fahrt zu gewinnen, was für die Altcoins eigentlich ein eher gutes Signal sein dürfte, aber natürlich auch für kurzfristige Sentiment-Schwankungen sorgt. Finde in diesem Artikel 3 Altcoins mit 10x-Potential.

Einordnung für den September

Juristisch ist bis 14. Oktober mit einem anhaltenden Regime der Zölle zu rechnen; trotz des Urteils, weil die Wirkung ausgesetzt ist. Bis dahin bleibt der Policy-Nebel hoch. Das spricht dafür, die eigene Positionierung auf Event-Risiken(weitere Gerichts-News, Wal-Flows) und Liquiditätsthemen auszurichten.

Nichtsdestoweniger rückt der September als geldpolitischer Katalysator in den Fokus. Eine vertiefende Analyse, was ein möglicher Fed-Cut im September für Bitcoin und Altcoins bedeuten könnte, kannst du hier lesen: Zinswende voraus: Was ein Fed-Cut im September für Bitcoin & Altcoins bedeutet.

Fazit

Unterm Strich bleibt das Bild zweigeteilt: Auf der Makroebene erhöht das Berufungsurteil gegen zentrale Teile von Trumps Zollpolitik die Planungsunsicherheit quer durch Lieferketten, Preisbildung und Unternehmensbudgets. Das ist natürlich ein ernstzunehmender Faktor, der Risikoappetit dämpfen und Volatilität verlängern kann.

Gleichzeitig wirken marktnahe Flows als Zündfunke: Die dokumentierten Umschichtungen des „Satoshi-Wals“ liefern in dünnen Orderbüchern kurzfristig Verkaufs- und Sentiment-Impulse Richtung Altcoin-Season. Aktuelle Entwicklungen dazu findest du in unserem Altcoin-News-Liveticker.

Für September bedeutet das: Positionsmanagement bleibt ein Balanceakt zwischen politischem Event-Risk und On-Chain-Flows.

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Pia Messerschmitt

Pia ist Web3- und AI-Enthusiastin. Als studierte Geisteswissenschaftlerin liebt sie es, den Zeitgeist innerhalb der Gesellschaft zu beobachten und zu analysieren. Ehemalig im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance als Bitcoin-Talent und NFT-Talent im Frankfurt Blockchain Center. Wenn sie nicht gerade schreibt, surft sie gerne am Atlantik.

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