Das Wichtigste in Kürze
- Coinbase-Chefjurist Paul Grewal erwartet beim CLARITY Act kurzfristig Fortschritte und spricht von einer Einigung in Reichweite.
- Der zentrale Streitpunkt bleibt die Frage, ob Stablecoin-Anbieter oder Plattformen Renditen an Nutzer weitergeben dürfen.
- Offiziell neu terminiert ist der nächste Senats-Schritt bisher nicht; die ursprünglich geplante Banking-Committee-Sitzung vom 15 Januar wurde verschoben.
- Hintergrund: Das Repräsentantenhaus hat den CLARITY Act bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet.
In Washington bewegt sich der wichtigste Krypto-Gesetzentwurf der USA wieder. Coinbase spricht von Fortschritt binnen 48 Stunden. Entscheidend ist aber etwas anderes: Noch immer gibt es keinen neu angesetzten offiziellen Markup-Termin im Bankenausschuss des Senats.
Der CLARITY Act lebt wieder – aber noch ist nichts durch
Nach Wochen der Hängepartie kommt beim CLARITY Act wieder Bewegung auf. Auslöser ist ein Auftritt von Coinbase-Chefjurist Paul Grewal bei Fox Business. Dort sprach er von Fortschritt innerhalb von 48 Stunden und davon, dass man „sehr nah“ an einer Einigung sei. So hofft Grewal im nächsten Schritt auf ein Markup im Senate Banking Committee „in den nächsten Wochen“ – danach könnte der Weg Richtung Senatsabstimmung frei werden. Mehr ist Stand 2. April aber nicht belegt. Ein offiziell veröffentlichter neuer Termin für dieses Markup liegt bislang nicht vor.
Der Gesetzentwurf steht nicht vor der Verabschiedung über Nacht. Was sich gerade verdichtet, ist zunächst eine politische Annäherung. Wer den bisherigen Knoten im Detail nachlesen will, findet hier den passenden Anschluss: US-Regulierung am Scheideweg: Der CLARITY Act und der Wettlauf gegen MiCA.
US on brink of major crypto breakthrough despite bank pushbackhttps://t.co/zWVmOw0I9V pic.twitter.com/ACLD37KJRi
— John Morgan (@johnmorganFL) April 1, 2026
Der Knackpunkt bleibt Stablecoin-Rendite
Dass der Gesetzentwurf so lange festhing, hat vor allem mit Stablecoins zu tun. Der Konflikrt ist klar: Banken wollen verhindern, dass Krypto-Plattformen Renditen auf Stablecoin-Bestände als Quasi-Zinsmodell weiterreichen. Die Branche hält dagegen und warnt, ein zu hartes Verbot würde Innovation abwürgen und den Wettbewerb zugunsten klassischer Banken verzerren. Auch Senatsbanking-Chef Tim Scott sagte noch am 18. März, dass beide Seiten – also Krypto-Unternehmen, Banken und Politik – weiter um einen Kompromiss ringen.
Damit ist auch klar, warum der CLARITY Act so wichtig ist. Der Entwurf soll die bis heute umkämpfte Zuständigkeitsfrage zwischen SEC und CFTC sauberer ordnen und digitale Vermögenswerte regulatorisch einhegen, statt sie weiter im Graubereich zwischen Aufsicht, Gerichten und Einzelfallverfahren hängen zu lassen. Genau diese Trennlinie zwischen Wertpapier- und Rohstoffaufsicht gehört zum Kern des Gesetzes. Wer diesen Aspekt vertiefen will, landet sinnvoll hier: SEC und CFTC liefern Krypto-Taxonomie: Ist das der Startschuss für die Altcoin-Saison?.
Der politische Druck steigt – der offizielle Fahrplan hinkt hinterher
Dass der Ton schärfer wird, sieht man auch abseits der Ausschüsse. Ripple-Chef Brad Garlinghouse griff den wachsenden politischen Druck rund um den CLARITY Act zuletzt auch auf X auf.
Der belastbare Hintergrund sieht so aus: Das Repräsentantenhaus hat den CLARITY Act bereits am 17. Juli 2025 verabschiedet. Im Senat wurde eine Sitzung des Banking Committee für den 15. Januar 2026 zunächst angesetzt, dann aber offiziell verschoben. Parallel dazu hat der Agrarausschuss des Senats Ende Januar ein eigenes Marktstrukturgesetz vorangebracht, das ausdrücklich auf dem House-passed CLARITY Act aufbaut. Das zeigt: Der politische Wille ist da.
An extremely pointed message from @POTUS to those who are dragging their feet on CLARITY.
This is, and always has been, about what’s in the best interest of the American people. pic.twitter.com/t1CIFBOBg4
— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) March 3, 2026