Polymarket könnte in der nächsten Finanzierungsrunde auf 15 Milliarden Dollar bewertet sein.
Damit würde Polymarket dennoch weniger wert als Konkurrent Kalshi sein.
Starkes Wachstum bei Polymarket setzt sich fort, Prognosemärkte haben klaren Produkt-Market-Fit.
Prediction Markets erleben 2026 einen spürbaren Reifeschub. Was lange als Nischenprodukt aus Krypto, Wetten und politischer Spekulation galt, entwickelt sich zunehmend zu einem Markt mit echtem Product-Market-Fit.
Nutzer wollen Wahrscheinlichkeiten in Echtzeit handeln, statt nur Schlagzeilen zu konsumieren. Genau daraus entsteht Momentum: mehr Volumen, mehr mediale Einbindung, mehr institutionelles Interesse. Plattformen wie Polymarket und Kalshi wachsen stark und ziehen immer größere Kapitalgeber an.
Das spricht dafür, dass Prediction Markets längst mehr sind als ein kurzfristiger Trend. Vielmehr entsteht hier ein eigenständiges Segment zwischen Trading, Information und digitaler Marktinfrastruktur.
Polymarket könnte mit neuer Finanzierungsrunde auf 15 Milliarden Dollar steigen
Polymarket führt nach The Information Gespräche mit Investoren über eine weitere Kapitalaufnahme von 400 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von rund 15 Milliarden US-Dollar inklusive des frischen Kapitals. Bestätigt ist die Runde bislang nicht, doch allein die kolportierte Größenordnung zeigt, wie stark der Markt Prediction Platforms inzwischen einpreist.
Besonders relevant ist der zeitliche Kontext. Erst Ende März hatte Intercontinental Exchange, die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, 600 Millionen US-Dollar in Polymarket investiert. ICE sprach damals von einem Teil einer breiteren Initiative, um stärker in eventbasierte Märkte vorzustoßen. Dass ein traditioneller Börsenbetreiber in dieser Größenordnung Kapital bereitstellt, hat den Sektor sichtbar aufgewertet.
Sollte Polymarket die zusätzlichen 400 Millionen US-Dollar tatsächlich einsammeln, würde die laufende Runde laut den Berichten insgesamt auf bis zu 1 Milliarde US-Dollar anwachsen. Zudem soll Polymarket neben ICE weitere strategische Investoren an Bord holen wollen. Das wäre mehr als nur ein Funding-Update: Es wäre ein Signal, dass Prediction Markets zunehmend als eigene Handels- und Datenkategorie verstanden werden.
Der Bewertungsrahmen passt dabei auch zum Wettbewerb. Konkurrent Kalshi wurde im März in einer laufenden Finanzierungsrunde mit rund 22 Milliarden US-Dollar bewertet. Parallel setzen Medienhäuser verstärkt auf Marktdaten aus Prediction Markets: Dow Jones integrierte Anfang 2026 Polymarket-Daten in mehrere Medienmarken, Fox ging zuletzt eine entsprechende Partnerschaft mit Kalshi ein. Das spricht für einen strukturellen Trend: Prediction Markets werden nicht mehr nur gehandelt, sondern auch als Informationsquelle und Medienprodukt monetarisiert. Eine Bewertung von 15 Milliarden US-Dollar für Polymarket wirkt vor diesem Hintergrund ambitioniert, aber im aktuellen Marktumfeld keineswegs aus der Luft gegriffen.
Explosives Wachstum bei Nutzern und Handelsvolumen
Die aktuellen Daten von Dune zeigen eindrucksvoll, wie dynamisch sich Polymarket in den letzten Monaten entwickelt hat. Besonders auffällig ist der massive Anstieg der aktiven Wallets: Während Anfang 2024 nur wenige tausend Nutzer täglich aktiv waren, liegt dieser Wert inzwischen zeitweise bei über 150.000. Das ist ein Vielfaches innerhalb von rund zwölf Monaten und signalisiert eine stark wachsende Nutzerbasis. Gleichzeitig ist wichtig: Es handelt sich nicht nur um kurzfristige Peaks, sondern um einen klaren Aufwärtstrend mit steigenden Tiefs – ein typisches Muster für nachhaltiges Wachstum.
Parallel dazu explodiert auch das Handelsvolumen. Das monatliche Notional Volume hat sich von nahezu irrelevanten Werten Anfang 2024 auf zuletzt über 10 Milliarden US-Dollar gesteigert. Auch das tatsächliche Handelsvolumen in USDC zeigt eine ähnliche Entwicklung und erreicht inzwischen mehrere Milliarden pro Monat. Besonders stark ist die Beschleunigung seit Ende 2025, was darauf hindeutet, dass sowohl Retail- als auch institutionelle Teilnehmer verstärkt in den Markt drängen.
Diese Kombination aus steigender Nutzeraktivität und wachsendem Volumen ist entscheidend: Sie zeigt, dass nicht nur mehr Nutzer kommen, sondern dass diese auch aktiv handeln und Liquidität bereitstellen. Genau das ist letztlich die Grundlage für den wahrgenommenen Product-Market-Fit. Prediction Markets entwickeln sich damit zunehmend von einem experimentellen Segment hin zu einer ernstzunehmenden Handels- und Dateninfrastruktur.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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