Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Eine Umsatz-Run-Rate annualisiert den operativen Umsatz eines aktuellen Zeitraums (in der Regel ein Quartal), um einen Wert für das Gesamtjahr zu projizieren.
Im Gegensatz zum GAAP-Umsatz stellt dies eine Zukunftsprognose und keinen historisch verbuchten Wert dar.
Garlinghouse präzisiert in seinem Rahmenkonzept, dass weder XRP-Token-Verkäufe noch die XRP-Bestände in der Ripple-Bilanz zu den 1 Milliarde US-Dollar beitragen.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat sich öffentlich dazu verpflichtet, bis Ende 2026 eine Umsatz-Run-Rate von 1 Milliarde US-Dollar zu erreichen. Dabei ist eine Bedingung von zentraler strategischer Bedeutung: Diese Zahl schließt die XRP-Bestände in der Bilanz des Unternehmens explizit aus.
Das Ziel stützt sich auf vier operative Geschäftsbereiche: Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen, den Stablecoin RLUSD, Treasury-Software sowie KI-gestützte Zahlungen auf dem XRP Ledger.
Die entscheidende analytische Frage ist dabei nicht, ob 1 Milliarde US-Dollar eine ehrgeizige Zahl ist. Vielmehr geht es darum, ob die Ausklammerung von XRP dazu beiträgt, Ripple in den Augen institutioneller Käufer erfolgreich als bewertbaren Fintech-Infrastrukturanbieter zu positionieren – also für Akteure, denen bisher ein klarer operativer Blickwinkel für eine fundierte Bewertung fehlte.
LATEST: 📈 Ripple CEO Brad Garlinghouse says the company expects to end 2026 with a $1B revenue run rate, not including the XRP on its balance sheet. pic.twitter.com/hNF20FBGUw
Ripple XRP 1-Milliarde-Ziel: Die Funktion der Umsatz-Definition
Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Eine Umsatz-Run-Rate annualisiert den operativen Umsatz eines aktuellen Zeitraums (in der Regel ein Quartal), um einen Wert für das Gesamtjahr zu projizieren. Im Gegensatz zum GAAP-Umsatz stellt dies eine Zukunftsprognose und keinen historisch verbuchten Wert dar.
Garlinghouse präzisiert in seinem Rahmenkonzept, dass weder XRP-Token-Verkäufe noch die XRP-Bestände in der Ripple-Bilanz zu den 1 Milliarde US-Dollar beitragen. Damit wird genau die Komponente der Ripple-Ökonomie entfernt, die für regulierte institutionelle Partner aus Compliance-Sicht am schwierigsten zu modellieren oder zu akzeptieren ist.
Die vier genannten Geschäftsbereiche folgen jeweils einer eigenen institutionellen Logik. Die grenzüberschreitenden Zahlungen, Ripples ursprüngliches Produkt, richten sich an Banken und Zahlungsdienstleister, die eine schnellere Abwicklung im Korrespondenzbankwesen suchen. RLUSD, der an den Dollar gekoppelte Stablecoin des Unternehmens, ist für das Enterprise-Settlement, als Sicherheit (Collateral) und nun auch für Zahlungen durch KI-Agenten auf dem XRP Ledger positioniert. Das Stablecoin-Angebot auf dem XRPL hat bereits 762 Millionen US-Dollar erreicht, wobei RLUSD dominiert. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die On-Chain-Daten die geprägten Token widerspiegeln und nicht zwingend das bestätigte Transaktionsvolumen.
As AI agents begin transacting on behalf of businesses, payments need more than speed. They need trust, controls, and clear rules for how value moves.
Die Treasury-Software richtet sich an Unternehmen und Banken, die eine Krypto-Treasury-Infrastruktur aufbauen – ein Segment, für das Ripple-Präsidentin Monica Long bis Ende 2026 ein Marktwachstum von unter 200 Milliarden auf über 1 Billion US-Dollar prognostiziert.
Der vierte Bereich, KI-gestützte Zahlungen über das am 13. Juni 2026 veröffentlichte XRPL AI Starter Kit, befindet sich noch in der Anfangsphase. Er nutzt das x402-Protokoll, um Software-Agenten Transaktionen in XRP und RLUSD mit minimalem menschlichem Eingriff zu ermöglichen. Der tatsächliche Beitrag zur Run-Rate 2026 bleibt in diesem Stadium jedoch spekulativ.
Abschließend ist der Status der 1-Milliarde-Dollar-Zahl selbst einzuordnen: Die Aussage von Garlinghouse, wie sie von CoinMarketCap geteilt und von verschiedenen Medien bestätigt wurde, stellt ein erklärtes Ziel dar und keine Offenlegung einer aktuellen Run-Rate. Da Ripple keine geprüften Finanzberichte öffentlich zugänglich macht, gibt es keine unabhängig verifizierbare Basis, um die Lücke zwischen dem aktuellen Umsatz und dem angestrebten Ziel genau zu messen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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