Saylor stellt neuen Bitcoin-Index vor: Das steckt dahinter

Bitcoin konsolidiert weiterhin bei rund 62.000 US-Dollar und zeigt nur begrenzte Dynamik. Gleichzeitig bleibt Strategy wegen ausbleibender Käufe, Aktienverkäufen und wachsender Cashreserven im Fokus. Parallel präsentiert Michael Saylor einen neuen Index zur Bitcoin-Adoption im Bankensektor.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Saylor stellt neuen Bitcoin-Index vor: Das steckt dahinter

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategy hält unverändert 843.775 Bitcoin und pausierte zuletzt weitere Käufe vollständig vorerst.
  • Durch den Verkauf eigener Aktien nahm Strategy 466,7 Millionen Dollar netto ein.
  • Die Dollarreserve stieg dadurch auf insgesamt rund drei Milliarden US-Dollar deutlich an.
  • Der neue Bankenindex beziffert die globale Bitcoin-Adoption großer Institute auf 32 Prozent.

Bitcoin startet etwas leichter in die neue Handelswoche und konsolidiert aktuell im Bereich von rund 62.000 US-Dollar. Der Rücksetzer bewegt sich bislang im Rahmen der gewöhnlichen Volatilität, ohne dass sich das technische Gesamtbild entscheidend verändert hätte. Vor allem blieb ein weiterer, dynamischer Abverkauf zunächst aus. Dennoch richtet sich der Fokus weiterhin stark auf Michael Saylor und dessen Unternehmen Strategy.

Nach den jüngsten Bitcoin-Verkäufen verbreiteten sich erhebliche Zweifel und Ängste am Markt. Anleger befürchten, dass weitere Veräußerungen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnten. Nun lenkt Strategy den Blick jedoch auf eine andere Entwicklung: die fortschreitende Bitcoin-Adoption innerhalb des globalen Bankensektors.

Kryptowährungen kaufen – alles Wissenswerte für 2026

Neuer Bitcoin Banking Adoption Index: Was misst Strategy?

Michael Saylor präsentierte am Montag den neuen „Bitcoin Banking Adoption Index“, der von Strategy-CEO Phong Le vorgestellt wurde. Der Index soll sichtbar machen, wie weit große Banken und Finanzinstitute Bitcoin sowie die dazugehörige Infrastruktur bereits in ihre Geschäftsmodelle integriert haben. Das Gesamtergebnis liegt derzeit bei 32 Prozent. Strategy interpretiert dies als Zeichen dafür, dass die institutionelle Adoption zwar beschleunigt, insgesamt jedoch noch am Anfang steht.

Untersucht wurden 25 der weltweit bedeutendsten Finanzinstitute. Die Auswahl orientiert sich unter anderem an Bilanzsumme, verwalteten Vermögenswerten, Kundengeldern, Private-Banking-Volumen und der Einstufung als global systemrelevante Bank. Anschließend bewertet der Index die Institute in insgesamt 16 Bereichen.

Dazu gehören zunächst Handel und Verwahrung. Gemessen wird beispielsweise, ob eine Bank den Handel mit Bitcoin-ETFs, direkten Bitcoin-Handel oder eigene Verwahrungslösungen anbietet. Eine weitere Kategorie umfasst Produkte wie Stablecoins, börsengehandelte Krypto-Produkte, Blockchain-Anwendungen, tokenisierte Vermögenswerte und verzinsliche Geldprodukte.

Zusätzlich untersucht Strategy, ob Bitcoin oder ETFs bereits im Margin- und Kreditgeschäft verwendet werden. Auch die Nutzung von Aktien, Krediten oder anderen Finanzinstrumenten im Zusammenhang mit digitalen Assets fließt ein. Der Bereich „Leadership“ bewertet schließlich, ob Banken entsprechende Produkte begleiten, Führungskräfte öffentlich Position beziehen und eigene Kapitalallokationen vornehmen.

bitcoin

Die einzelnen Felder werden mit fünf Entwicklungsstufen bewertet: keine, beginnende, teilweise, fortgeschrittene oder vollständige Adoption. Fidelity führt das Ranking mit 71 Prozent deutlich an. Dahinter folgen BNY mit 46 Prozent, Goldman Sachs mit 45 Prozent sowie JPMorgan, Morgan Stanley und Citigroup mit jeweils 43 Prozent. Der Index misst damit nicht die direkte Bitcoin-Nachfrage, sondern den Aufbau institutioneller Infrastruktur rund um Bitcoin. Methodik und regelmäßige Aktualisierungen sollen laut Strategy noch folgen.

Strategy baut milliardenschwere Dollarreserve aus

Neben dem neuen Bankenindex veröffentlichte Strategy am Montag auch ein Update zur eigenen Kapitalstrategie. Demnach kaufte das Unternehmen zwischen dem 6. und 12. Juli keine weiteren Bitcoin. Der Bestand blieb deshalb unverändert bei 843.775 BTC. Stattdessen nutzte Strategy das bestehende At-the-Market-Programm, um zusätzliche eigene Stammaktien am Markt zu platzieren und dadurch die Liquiditätsreserve deutlich auszubauen.

Laut der veröffentlichten Meldung verkaufte Strategy in diesem Zeitraum insgesamt 4.818.781 MSTR-Aktien. Daraus erzielte das Unternehmen einen Nettoerlös von rund 466,7 Millionen US-Dollar. Michael Saylor erklärte ergänzend, dass die Dollarreserve innerhalb der Woche um rund 450 Millionen US-Dollar erhöht worden sei. Insgesamt verfügte Strategy zum 12. Juli damit über liquide Mittel in Höhe von rund 3 Milliarden US-Dollar.

Bemerkenswert ist dabei, dass das eingesammelte Kapital diesmal nicht unmittelbar für zusätzliche Bitcoin-Käufe eingesetzt wurde. Die Emissionen der verschiedenen Vorzugsaktien STRF, STRC, STRK und STRD wurden in der betreffenden Woche ebenfalls nicht genutzt. Das frische Kapital stammte ausschließlich aus dem Verkauf von MSTR-Stammaktien.

Die größere Dollarreserve verschafft Strategy zunächst zusätzlichen finanziellen Spielraum. Sie kann unter anderem für laufende Verpflichtungen, Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien, mögliche Schuldenzahlungen oder spätere Bitcoin-Käufe eingesetzt werden. Eine konkrete Verwendung der Reserve wurde in der Mitteilung jedoch nicht angekündigt.

Damit bleibt Strategy zwar der mit Abstand größte börsennotierte Bitcoin-Halter, pausierte den Akkumulationskurs zuletzt jedoch. Gleichzeitig setzt das Unternehmen die Ausgabe neuer Aktien fort und stärkt seine Liquiditätsposition. Genau diese Kombination aus Verwässerung, ausbleibenden Bitcoin-Käufen und wachsender Cashreserve dürfte kurzfristig weiter aufmerksam verfolgt werden.

Mehr erfahren: Beste Krypto-Presales in 2026

Bitcoin News, Cryptocurrency News, News
Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

Raphael Adrian on X

Related Articles