Nach Hester Peirces Ausscheiden am Freitag, dem 2. Oktober, werden bei SEC und CFTC zusammen nur noch drei Kommissare im Amt sein; sieben der vorgesehenen Sitze bleiben unbesetzt. Für die US-Kryptoaufsicht bedeutet das, dass wichtige Entscheidungen und die laufende Regelsetzung trotz reduzierter Führung von wenigen Personen abhängen, während eine gesetzliche Neuordnung der Zuständigkeiten vorerst ausbleibt.
Wie die Aufsicht ohne vollständige Besetzung weiterarbeitet
Peirce, die acht Jahre als Kommissarin der US-Börsenaufsicht SEC tätig war, scheidet rund zwei Monate vor dem Ende der Verlängerung ihrer zweiten Amtszeit aus. Danach bleiben SEC-Chair Paul Atkins und Mark Uyeda, beide Republikaner; bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ist Michael Selig seit Dezember 2025 der einzige Kommissar und zugleich Vorsitzender.
Beide Behörden überwachen und vollstrecken wesentliche Teile der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Auch mit dem verkleinerten Führungskreis treiben sie Regeln voran und legen bestehende Bundesgesetze für den Kryptosektor aus: Die SEC veröffentlichte etwa Leitlinien zu Investmentverträgen, während die CFTC erklärte, wie Unternehmen Blockchain-Aufzeichnungen nutzen könnten.
Der Digital Asset Clarity Act, kurz CLARITY Act, sollte der CFTC mehr Zuständigkeit für digitale Vermögenswerte übertragen, die bislang teilweise in den Aufgabenbereich der SEC fallen. Der Entwurf scheiterte jedoch im republikanisch kontrollierten Senat. Damit bleibt die Abgrenzung zwischen den Behörden ein politisch und regulatorisch offenes Thema, während die bestehende Aufsicht über Regelsetzung und Behördenauslegung fortgeführt wird. Die US-Kryptoregulierung unter dem CLARITY Act hängt damit weiterhin auch davon ab, wie SEC und CFTC geltendes Recht anwenden.
Stellungnahmen und offene Nominierungen
Ein CFTC-Sprecher erklärte, Selig begrüße neue Kommissare nach ihrer Nominierung und Bestätigung durch den Senat. Zugleich sei die Behörde „more than equipped to also oversee [its] part of the crypto market.“ Die Aussage signalisiert, dass die CFTC ihre Zuständigkeiten trotz der personellen Lücke weiter wahrnehmen will.
Für die Besetzung der vakanten Sitze kann nach Bundesrecht nur der US-Präsident Kandidaten nominieren; die Ernennung benötigt anschließend die Bestätigung des Senats. Das Weiße Haus hatte zum Veröffentlichungszeitpunkt keine konkreten Nominierungen bekanntgegeben. Ein Vertreter der Regierung sagte jedoch, Donald Trump wolle Mitglieder für beide Behörden „in naher Zukunft“ nominieren.
Das Weiße Haus in Washington, D.C.
CNBC berichtete am 4. September, dass Regierungsvertreter vier Kandidaten für offene CFTC-Sitze geprüft hätten, nannte aber keine Namen. In einem Brief vom Juni kritisierten Senatsdemokraten, die Kommissionen seien als parteiübergreifende Gremien angelegt und sollten nicht vollständig von einer Administration kontrolliert werden. Die mögliche Neubesetzung der CFTC ist damit nicht nur eine Personalfrage, sondern betrifft auch die politische Balance der Aufsicht.
Entscheidend sind Besetzung und Gesetzgebung
Nach Peirces Ausscheiden stehen den sieben offenen Sitzen insgesamt nur drei aktive Kommissare gegenüber. Die Behörden bleiben laut Primärquelle arbeitsfähig, doch die reduzierte Führung erhöht das Gewicht der verbleibenden Entscheidungsträger bei der Auslegung bestehender Regeln und der weiteren Ausgestaltung der Kryptoaufsicht.
Die nächsten konkreten Schritte sind Nominierungen durch das Weiße Haus und deren Bestätigung im Senat. Zugleich bleibt offen, ob und wann der CLARITY Act erneut gesetzgeberisch behandelt wird; sein Scheitern lässt die geplante Neuordnung der Zuständigkeiten zunächst ungelöst. Der Stand der CLARITY-Act-Abstimmung im Senat ist deshalb ein zentraler Faktor für den weiteren regulatorischen Kurs.
Kryptowährungen sind pseudonym, aber nicht anonym; Handelsplattformen können zudem KYC-Prüfungen verlangen. Regulatorische Entwicklungen bleiben unsicher – Anlageentscheidungen sollten das individuelle Risiko berücksichtigen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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