Vier lange inaktive Bitcoin-Wallets haben zwischen dem 6. und 22. September 2026 zusammen 1.971,03 BTC im Wert von rund 161 Millionen US-Dollar bewegt. Das geht aus einer Auswertung von Galaxy Research hervor, die On-Chain-Bewegungen langjährig ruhender Bestände verfolgt. Eine Transaktion allein beweist dabei weder Verkaufsabsicht noch einen Wechsel der Verwahrung.
Vier alte Wallets bringen 1.971 BTC zurück in Bewegung
Der größte bewegte Bestand umfasste 1.260,78 BTC im Wert von etwa 100,63 Millionen US-Dollar und war seit Juli 2016 unangetastet – nach Berechnung der Quelle bei einer Kostenbasis von rund 652 US-Dollar ein rechnerischer Gewinn von etwa 12.122 Prozent. Zwei weitere Bestände reichen deutlich weiter zurück: 10,25 BTC ruhten seit März 2011 und sind heute rund 792.000 US-Dollar wert, während 100 BTC seit November 2011 unbewegt blieben und mittlerweile etwa 8,09 Millionen US-Dollar entsprechen.
Die jüngste der vier Bewegungen betraf 600 BTC im Wert von rund 51,9 Millionen US-Dollar, die seit Juli 2012 ruhten und am frühen Dienstag transferiert wurden. Zur Einordnung solcher Alters- und Wertstrukturen liefert der Hintergrund zur gealterten Bitcoin-Supply zusätzlichen Kontext.
Die Renditen sind außergewöhnlich – die Wallet-Bewegung bleibt aber mehrdeutig
Rein rechnerisch fallen die Wertzuwächse der ältesten Bestände enorm aus: Die seit 2011 ruhenden 10,25 BTC liegen laut Galaxy Research bei einer durchschnittlichen Anschaffungskostenbasis von etwa einem US-Dollar mehr als 8,38 Millionen Prozent im Plus, die 100 BTC aus November 2011 rund 2,49 Millionen Prozent. Für die 600 BTC aus dem Jahr 2012 wird eine mögliche Wertsteigerung von mehr als 1 Million Prozent genannt.
Solche Zahlen sind spektakulär, sagen aber nichts über die tatsächliche Absicht der Wallet-Inhaber aus. Der Empfänger der 600-BTC-Transaktion wurde on-chain nicht identifiziert, und generell lässt sich aus einer reinen Transferbewegung nicht ableiten, ob Coins verkauft, konsolidiert oder lediglich in eine neue Verwahrung überführt wurden – ein Punkt, der auch bei der Bewertung solcher On-Chain-Transferdaten methodisch relevant ist.
„Noah Doe“-Tags liefern Kontext, aber keinen Verkaufsnachweis
Drei der vier bewegten Wallets trugen einen sogenannten „Noah Doe“-Sender-Tag. Dieser wird mit einer New Yorker Klage in Verbindung gebracht, die darauf abzielt, tausende ruhende Bitcoin-Adressen als aufgegebenes Eigentum erklären zu lassen. Wallets mit Bezug zu diesem Verfahren sind seit einer richterlichen Pause im Juni wiederholt aktiv geworden – ein Muster, das sich in der aktuellen Bewegung fortsetzt, wie bereits bei einem früheren Erwachen eines großen Bitcoin-Bestands zu beobachten war.
Weitere alte Bestände könnten den Trend fortsetzen
Die aktuelle Bewegung reiht sich in einen Trend ein, der 2026 auffällig hervortritt: Bitcoin-Bestände, die mindestens ein Jahrzehnt unangetastet blieben, wachen in ungewöhnlicher Frequenz auf. Erst kurz zuvor hatte eine frühere Welle sechs Wallets mit zusammen rund 40 Millionen US-Dollar innerhalb von zehn Tagen erfasst, was zeigt, dass diese Bewegungen kein Einzelfall bleiben dürften.
Risikohinweis: Bitcoin-Transaktionen sind pseudonym, aber nicht anonym – wer über regulierte Börsen handelt, unterliegt in der Regel KYC-Pflichten. Die beschriebene Wallet-Aktivität ist ein On-Chain-Signal, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung; wer Bewegungen dieser Art einordnen will, findet weiterführenden Hintergrund zu Messmethoden bei Bitcoin-Transfers.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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