Bitcoin bleibt trotz Abverkauf strategische Portfolio-Position

Bitcoin-Allokation bleibt bei 15 befragten Institutionen trotz Marktabverkauf stabil – Bitwise sieht strategisches Interesse, aber kein Kaufsignal.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Bitcoin bleibt trotz Abverkauf strategische Portfolio-Position

Bitwise Asset Management hat mit Entscheidern von 15 großen Institutionen gesprochen und daraus ein Stimmungsbild abgeleitet, das auf mögliches weiteres Krypto-Kaufinteresse hindeutet, ohne dass sich daraus bereits konkrete neue Zuflüsse ableiten lassen. Im Zentrum der Befragung steht eine widersprüchliche, aber konsistente Beobachtung: Institutionen behandeln Bitcoin preislich wie Gold, positionieren ihn im Portfolio jedoch überwiegend wie eine Technologiewette.

Bitwise wertet Gespräche mit 15 Institutionen aus

Bitwise Asset Management, Emittent und Verwalter von BTC-ETFs, befragte für den Bericht Stiftungsfonds, Stiftungen, öffentliche Pensionsfonds, Staatsfonds, Multi-Family-Offices, Anlageberater und börsennotierte Unternehmen. Die verwalteten Vermögen der Teilnehmer reichten von mehreren hundert Millionen bis zu mehreren zehn Milliarden US-Dollar.

Die Interviews fanden zwischen Ende März und April 2026 statt, als Bitcoin bei rund 75.000 US-Dollar notierte. Die Krypto-Allokationen der Befragten lagen zwischen 0,5 und 13 Prozent des investierbaren Vermögens, wobei sich die meisten im Korridor von 1 bis 2 Prozent bewegten. Bemerkenswert: Jede Institution mit Krypto-Beständen hielt Bitcoin, die meisten davon als eigenständige Position, und keine nannte den Kursverlauf als Grund für einen Ausstieg. Verfasst wurde der Bericht laut Bitwise von Chief Investment Officer Matt Hougan und Research-Leiter Ryan Rasmussen, die die Ergebnisse in Bitwises regelbasierten Index für den institutionellen Kryptomarkt einordnen.

Institutionen verbinden Bitcoin mit Gold und Technologie

Die meisten befragten Krypto-Halter beschrieben Bitcoin als Wertspeicher mit asymmetrischem Aufwärtspotenzial, der oft mit Gold als Absicherung gegen die Entwertung von Fiat-Währungen kombiniert wird. Wie häufig genau und bei wie vielen der 15 Häuser diese Kombination vorkommt, lässt der Bericht offen. Eine nicht namentlich genannte Institution ordnete Bitcoin explizit dem Gold-Segment ihres Portfolios zu.

Eine goldfarbene physische Münze mit dem Bitcoin-Logo vor einem schwarzen Hintergrund.
Eine Bitcoin-Münze

Andere Teilnehmer widersprechen diesem Bild: Krypto-Anlagen landeten bei den meisten Häusern in den Segmenten Venture, Innovation oder Technologie. Eine Stiftung mit zeitweise über 10 Prozent Krypto-Anteil bezeichnete ihre Position als Wette auf Wachstum und disruptive Veränderungen, während ein Pensionsfonds Krypto neben KI, Biowissenschaften und Raumfahrt in eine breitere Innovationsallokation einordnete. Eine weitere Stiftung lehnte die Einordnung als digitales Gold komplett ab und stufte Kryptowährungen ausschließlich als disruptive Technologie ein. Ether und Solana erreichten unter den Befragten laut Bitwise noch nicht den Status eines universellen Überzeugungswerts, den Bitcoin mittlerweile für sich beansprucht – ein Trend, der sich auch in aktuellen Daten zur wachsenden Krypto-Bereitschaft von Vermögensverwaltern widerspiegelt.

Institutionen hielten Allokationen trotz Marktabverkauf stabil

Während des allgemeinen Marktabverkaufs zwischen Oktober 2025 und April 2026 reduzierten die befragten Institutionen ihre Krypto-Allokationen laut Bitwise nicht, einige kauften in dieser Phase sogar nach. Bitwise führt das teilweise auf Entscheidungsstrukturen zurück: Wo eine einzelne Person über die Allokation entscheiden kann, werde Krypto eher zugeteilt, während Ausschussentscheidungen häufig zu Verzögerungen führen.

Reine Bitcoin-Halter gaben an, ihre Positionierung zu überdenken, sollten Ether oder Solana deutlich an Wert gewinnen. Umgekehrt kämen Ausstiege aus ETH- und SOL-Positionen infrage, falls diese Token keinen echten Nutzen zeigen. Staatliche Akteure nannten zudem eine regulatorische Kehrtwende oder eine branchenweite Glaubwürdigkeitskrise als mögliche Ausstiegsgründe. Das durchgehaltene Engagement während des Abverkaufs deutet auf eine strategische statt taktische Bindung hin, garantiert aber keine automatischen weiteren Käufe – ein Punkt, den auch Analysen zu ETF-Zuflüssen rund um die 84.000-Dollar-Marke bei Bitcoin aufgreifen.

Wer aus dieser Bitwise-Erhebung eigene Schlüsse für die Portfoliostruktur ziehen will, sollte die Ergebnisse als Stimmungsbild von 15 Häusern verstehen und nicht als Kaufsignal. Kryptowährungen bleiben pseudonym statt anonym, und je nach Handelsplatz und Transaktionsvolumen greifen KYC- und weitere Compliance-Pflichten, die vor jeder Positionierung geprüft werden sollten.

Bitcoin News
Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

Raphael Adrian on X

Related Articles