Bitcoin Prognose: Den Verkäufern geht die Puste aus
Bitcoin setzt seine Erholung fort und steigt erneut über 66.000 US-Dollar. Vom jüngsten Verlaufstief hat sich der Kurs bereits deutlich entfernt. Zwar bleibt der übergeordnete Bärenmarkt weiterhin intakt, doch mehrere Indikatoren verbessern sich. Sowohl der sinkende Verkaufsdruck als auch historische Kursmuster sprechen für eine mögliche Bodenbildung.
Bitcoin erholt sich vom Verlaufstief bereits um mehr als 15 Prozent.
Der Risk Index signalisiert einen deutlich nachlassenden Verkaufsdruck im Markt.
Historische Bärenmärkte machten frühere Rekordhochs oft zu Akkumulationszonen.
Eine Rückeroberung von 69.000 Dollar würde die Bodenbildung klar bestätigen.
Bitcoin legt heute um rund 3 Prozent zu und zeigt damit erneut relative Stärke. Der Kurs springt zurück über 66.000 US-Dollar und hat sich vom jüngsten Verlaufstief inzwischen um mehr als 15 Prozent erholt. Besonders relevant ist, dass der Bereich zwischen 58.000 und 60.000 US-Dollar seit rund einem halben Jahr immer wieder als Unterstützung fungiert. Zwar bleibt der übergeordnete Bärenmarkt angesichts des deutlichen Abstands zum Allzeithoch intakt.
Dennoch verbessert sich die kurzfristige Stimmung spürbar. Neben der Kurserholung liefern nun auch On-Chain- und Risikodaten vorsichtige Hoffnung. Denn der Verkaufsdruck könnte allmählich nachlassen und eine stabilere Erholungsphase ermöglichen.
Bitcoin Risk Index fällt: Verlieren die Verkäufer die Kontrolle?
Der aktuelle Risk Index von Swissblock liefert ein vorsichtig bullisches Signal für Bitcoin. Die Kennzahl soll nicht unmittelbar vorhersagen, wann eine neue Rallye beginnt. Stattdessen misst sie, ob die Verkäufer den Markt weiterhin dominieren und wie hoch der bestehende Abwärtsdruck einzuschätzen ist. Ein hoher Wert deutet auf ein erhöhtes Risiko weiterer Kursverluste hin. Sinkt der Index dagegen in den sogenannten Low-Risk-Bereich, spricht dies dafür, dass sich der Verkaufsdruck zunehmend erschöpft.
Aktuell ist der Risk Index auf rund 22 Punkte gefallen und unterschreitet damit die entscheidende Schwelle zum niedrigen Risikobereich. Historisch markierten vergleichbare Bewegungen häufig Phasen, in denen aggressive Verkäufe bereits weitgehend abgearbeitet waren. Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin unmittelbar stark steigen muss. Es signalisiert jedoch, dass das Risiko einer erneuten massiven Abwärtsbewegung abnimmt und sich die Voraussetzungen für eine nachhaltigere Bodenbildung verbessern.
The Risk Index doesn't predict rallies. It measures whether sellers still control the market.
Right now, Risk is crossing the Low Risk threshold.
Historically, that has been the point where downside pressure becomes exhausted and the conditions for recovery begin to emerge.… pic.twitter.com/8mMJmtl1iY
Entscheidend ist nun, ob sich der Index dauerhaft unterhalb der Schwelle stabilisieren kann. Ein kurzer Ausflug in den Low-Risk-Bereich reicht für eine belastbare Trendwende noch nicht aus. In der Vergangenheit wechselte die Kennzahl mehrfach schnell zurück in den Hochrisikobereich, worauf weitere Schwäche folgte. Bleibt Bitcoin jedoch über 60.000 US-Dollar stabil und hält sich der Risk Index gleichzeitig auf niedrigem Niveau, würde dies die These eines nachlassenden Verkaufsdrucks deutlich stärken.
Damit passt die Kennzahl zur jüngsten Kursentwicklung. Bitcoin verteidigt seine langfristige Unterstützungszone und gewinnt kurzfristig wieder Momentum. Für eine endgültige Entwarnung fehlen zwar noch höhere Hochs und eine klare Rückeroberung wichtiger Widerstände. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Verkäufer langsam an Kraft verlieren.
Historischer Vergleich: Nähert sich Bitcoin erneut einem Boden?
Auch der langfristige Blick auf frühere Bitcoin-Zyklen könnte darauf hindeuten, dass sich der Markt einer wichtigen Bodenbildungsphase nähert. Besonders auffällig ist dabei die aktuelle Position des Kurses unterhalb des Allzeithochs aus dem vorherigen Zyklus. Dieses liegt bei rund 69.000 US-Dollar und fungiert derzeit als zentrale technische sowie psychologische Schwelle.
Historisch kam es nur selten vor, dass Bitcoin während eines Bärenmarktes unter das Hoch des vorangegangenen Zyklus zurückfiel. Genau solche Phasen erwiesen sich rückblickend jedoch häufig als attraktive Akkumulationszonen. Nach dem Bärenmarkt 2015 notierte Bitcoin zeitweise unterhalb des früheren Rekordhochs aus dem Jahr 2013. In den darauffolgenden Jahren folgte eine außergewöhnlich starke Aufwärtsbewegung. Ein ähnliches Muster zeigte sich 2022, als Bitcoin unter das Hoch des Zyklus von 2017 bei knapp 20.000 US-Dollar fiel. Auch damals markierte dieser Bereich langfristig eine bedeutende Kaufzone.
Looking at Bitcoin's price history, there have been very few occasions where, during a bear market, it traded below the previous cycle's all-time high.
• 2015 Cycle: After peaking in late 2013, Bitcoin eventually fell below the previous cycle high around $259. For long-term… pic.twitter.com/cfT34K2P8L
Der aktuelle Rückgang unter 69.000 US-Dollar ist daher aus zyklischer Sicht bemerkenswert. Er zeigt, wie weit die Bereinigung bereits fortgeschritten ist und dass ein großer Teil der vorherigen Euphorie aus dem Markt verschwunden sein dürfte. Zugleich lässt sich daraus noch keine unmittelbare Trendwende ableiten. Historische Analogien liefern Wahrscheinlichkeiten, aber keine Garantie.
Entscheidend wäre nun eine nachhaltige Rückeroberung der Marke von 69.000 US-Dollar. Gelingt Bitcoin der Ausbruch über das frühere Zyklushoch und wird dieses anschließend als Unterstützung bestätigt, könnte dies ein starkes Signal für das Ende der Bodenbildung sein. Zusammen mit dem sinkenden Risk Index verdichten sich damit zumindest die Hinweise, dass der Verkaufsdruck seinem Höhepunkt näherkommt.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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