Bitcoin Prognose: Kapitulation – die Top-Käufer geben auf
Bitcoin stabilisiert sich weiterhin bei rund 64.000 US-Dollar und bildet trotz des hohen Verkaufsdrucks keine neuen Verlaufstiefs. Gleichzeitig realisieren sowohl jüngere Käufer als auch langfristige Halter außergewöhnlich hohe Verluste. Die Kombination aus Kapitulation und nachlassendem Verkaufsdruck nährt nun die Hoffnung auf eine fortgeschrittene Bodenbildung.
Top-Käufer transferieren im 30-Tage-Durchschnitt rund 2.450 BTC mit Verlust.
Ihre monatlich realisierten Verluste erreichten zeitweise etwa 90 Millionen US-Dollar.
Langfristige Halter verbuchten auf dem Höhepunkt rund 283 Millionen US-Dollar Tagesverluste.
Der Verkaufsdruck lässt nach, während Bitcoin wichtige Tiefs bislang verteidigt.
Bitcoin stabilisiert sich am Wochenende bei rund 64.000 US-Dollar und notiert auf Wochensicht weitgehend unverändert. Zuvor konnte sich die größte Kryptowährung von ihrem jüngsten Verlaufstief lösen. Bemerkenswert ist dabei, dass Bitcoin dieses Kursniveau bereits seit rund einem halben Jahr verteidigt. Die ausbleibenden neuen Tiefs und die aktuelle Stabilisierung machen vorsichtig Hoffnung auf eine Bodenbildung.
Dennoch bleibt die Stimmung angespannt. Denn obwohl der Bitcoin-Kurs zuletzt nicht weiter eingebrochen ist, findet unter der Oberfläche eine deutliche Kapitulation statt. Ausgerechnet jene Investoren, die während der vergangenen Monate zu hohen Preisen eingestiegen sind, realisieren nun massive Verluste.
Bitcoin-Kapitulation erreicht Rekordniveau – warum das Hoffnung macht
Neue On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen, dass derzeit vor allem die sogenannten Top-Käufer aufgeben. Gemeint sind Investoren, die Bitcoin innerhalb der vergangenen sechs bis 18 Monate zu Kursen zwischen ungefähr 75.000 und 126.000 US-Dollar erworben haben. Da BTC aktuell deutlich unter ihren Einstiegspreisen notiert, sitzen diese Marktteilnehmer auf erheblichen Buchverlusten.
Laut der Analyse werden im gleitenden 30-Tage-Durchschnitt derzeit rund 2.450 BTC mit Verlust an Kryptobörsen transferiert. Solche Bewegungen gelten häufig als Hinweis darauf, dass Anleger ihre Coins nicht nur verschieben, sondern einen Verkauf vorbereiten. Besonders auffällig ist das finanzielle Ausmaß: Die durchschnittlich realisierten Verluste dieser Käufergruppe sollen zeitweise rund 90 Millionen US-Dollar pro Monat erreicht haben. Damit wurde in Dollar gerechnet ein historisches Rekordniveau markiert.
🏳️ Top buyers are capitulating.
The investors who bought BTC over the past 6 to 18 months are the ones who got a price between ~$75,000 and $126,000.
Today the number of BTC in losses on exchanges held by top buyers stands at 2,450 BTC (30-dma).
Kurzfristig ist eine solche Kapitulation belastend. Zusätzliche Verkäufe erhöhen das Angebot und können neue Abwärtsbewegungen auslösen. Mittel- bis langfristig kann der Vorgang jedoch konstruktiv sein. Stark verunsicherte Anleger verlassen den Markt, während ihre Coins möglicherweise von Investoren mit größerer Überzeugung und längerem Anlagehorizont aufgenommen werden. Der Markt wird dadurch von einem Teil des Verkaufsdrucks bereinigt.
Historisch traten vergleichbare Verlustspitzen häufig während besonders schwieriger Marktphasen auf. Sie markieren nicht automatisch das exakte Kurstief, können aber auf eine fortgeschrittene Bereinigung hindeuten. Dass Bitcoin trotz dieser Rekordverluste bislang keine neuen Verlaufstiefs ausbildet und sich weiter um 64.000 US-Dollar stabilisiert, ist daher bemerkenswert. Die Verkäufer kapitulieren, doch der Kurs hält stand. Genau diese relative Widerstandsfähigkeit könnte ein erstes Signal dafür sein, dass der Bitcoin-Markt allmählich einen tragfähigen Boden entwickelt.
Bitcoin Ausblick: Auch Langzeitinvestoren haben kapituliert
Nicht nur vergleichsweise neue Käufer realisieren aktuell hohe Verluste. Auch unter den langfristigen Bitcoin-Haltern kam es laut Daten von Glassnode zu einer Kapitulation auf Zyklusniveau. Die Grafik zeigt die im gleitenden 30-Tage-Durchschnitt realisierten Tagesverluste dieser Anlegergruppe. Auf dem Höhepunkt erreichten sie demnach rund 283 Millionen US-Dollar pro Tag.
Long-term holders have capitulated and selling is now easing, more signs of a bottoming process for bitcoin pic.twitter.com/yiME3SNvKA
Langzeitinvestoren gelten üblicherweise als besonders überzeugte Marktteilnehmer. Wenn selbst sie in großem Umfang mit Verlust verkaufen, deutet dies auf außergewöhnlich hohen finanziellen und psychologischen Druck hin. Genau solche Phasen treten häufig auf, wenn ein Abwärtstrend bereits weit fortgeschritten ist und die Geduld vieler Anleger erschöpft ist.
Entscheidend ist jedoch die jüngste Entwicklung: Der Verkaufsdruck dieser Gruppe scheint inzwischen nachzulassen. Die realisierten Verluste liegen zwar weiterhin auf hohem Niveau, entfernen sich aber vom vorherigen Extrem. Damit könnte ein wichtiger Belastungsfaktor langsam an Bedeutung verlieren. Eine Garantie für das endgültige Tief liefert diese Kennzahl nicht. Gemeinsam mit der Stabilisierung des Bitcoin-Kurses und den ausbleibenden neuen Tiefs verdichten sich jedoch die Hinweise auf einen laufenden Bodenbildungsprozess.
Fazit: Bitcoin zeigt erste Signale einer Bodenbildung
Bitcoin bleibt technisch angeschlagen, doch die On-Chain-Daten liefern zunehmend konstruktive Signale. Sowohl Top-Käufer als auch langfristige Investoren haben massive Verluste realisiert. Gleichzeitig hält sich BTC weiterhin rund um 64.000 US-Dollar, während der Verkaufsdruck der Langzeithalter offenbar nachlässt. Diese Kombination ist bemerkenswert: Schwache Marktteilnehmer geben auf, ohne dass der Kurs neue Tiefs markiert. Ein nachhaltiger Boden ist damit noch nicht bestätigt. Dennoch spricht die zunehmende Kapitulation bei gleichzeitig stabileren Kursen dafür, dass die Bereinigung bereits weit fortgeschritten sein könnte.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit zufrieden sind.