Dieser Krypto-Usecase funktioniert & dieser könnte folgen
Kryptowährungen bieten zahlreiche potenzielle Anwendungsfälle, doch nur wenige konnten sich bislang nachhaltig etablieren. Besonders Stablecoins besitzen bereits einen klaren Product-Market-Fit bei internationalen Zahlungen. Mike Novogratz sieht tokenisierte Aktien als möglichen nächsten großen Wachstumstreiber. Gleichzeitig könnten Bitcoin-Layer-2-Lösungen mehrere dieser Trends technisch miteinander verbinden.
Stablecoins haben sich bereits als funktionierender Krypto-Usecase für globale Zahlungen klar etabliert.
Tokenisierte Aktien könnten Milliarden Menschen erstmals direkten Zugang zu globalen Kapitalmärkten ermöglichen.
Bitcoin-Layer-2-Lösungen könnten Stablecoins, Aktienhandel und weitere Finanzanwendungen künftig effizient auf Bitcoin abbilden.
Bitcoin Hyper sammelt trotz Bärenmarkt weiterhin Kapital und lockt mit hohen Staking-Renditen.
Kryptowährungen versprechen seit Jahren zahlreiche Anwendungsfälle: dezentrale Finanzmärkte, digitale Identitäten, Gaming, NFTs, Datenspeicherung oder die Tokenisierung realer Vermögenswerte. In der Praxis konnten sich jedoch viele dieser Ideen bislang nicht dauerhaft im Massenmarkt etablieren. Häufig fehlen eine einfache Nutzererfahrung, regulatorische Klarheit oder ein echter Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen.
Nur wenige Krypto-Anwendungen verfügen bereits über einen klar erkennbaren Product-Market-Fit. Mike Novogratz, Gründer und CEO von Galaxy Digital, sieht insbesondere bei internationalen Zahlungen einen funktionierenden Anwendungsfall. Zugleich glaubt der bekannte Investor, dass sich mit tokenisierten Aktien bereits der nächste große Wachstumsmarkt entwickelt.
Nach Einschätzung von Mike Novogratz sind Stablecoins für grenzüberschreitende Zahlungen der bislang überzeugendste Anwendungsfall des Kryptomarkts. Digitale Dollar-Token wie USDC oder USDT ermöglichen es Nutzern, Werte weltweit rund um die Uhr zu übertragen, ohne zwingend auf die langsamen und teilweise kostspieligen Strukturen klassischer Korrespondenzbanken angewiesen zu sein. Besonders in Ländern mit instabilen Währungen, eingeschränktem Zugang zu Bankdienstleistungen oder hohen Gebühren für Auslandsüberweisungen bieten Stablecoins einen unmittelbar verständlichen Mehrwert.
Der Product-Market-Fit entsteht hier nicht allein durch die Blockchain-Technologie, sondern durch die Lösung eines konkreten Problems. Menschen und Unternehmen möchten Geld schnell, günstig und unabhängig von Banköffnungszeiten über Grenzen hinweg bewegen. Stablecoins verbinden dabei die Stabilität einer etablierten Referenzwährung mit der globalen Verfügbarkeit öffentlicher Blockchain-Netzwerke. Dass die Stablecoin-Umlaufmenge und das Transaktionsvolumen in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind, wertet Novogratz offenbar als Beleg für die reale Nachfrage.
Novogratz: The only real crypto use case that's actually worked? Stablecoins for cross-border payments.
Als nächsten großen Anwendungsfall nennt der Investor tokenisierte Aktien. Dabei werden traditionelle Wertpapiere oder wirtschaftliche Ansprüche darauf als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet. Anleger könnten dadurch möglicherweise Bruchteile einer Aktie erwerben und diese außerhalb der üblichen Börsenzeiten handeln. Gerade für Menschen ohne direkten Zugang zu einem klassischen Broker würde dies die Eintrittsbarrieren deutlich reduzieren.
Novogratz verweist in diesem Zusammenhang auf das enorme globale Potenzial. Milliarden Menschen besitzen bislang kein Wertpapierdepot, verfügen aber zunehmend über ein Smartphone und einen Internetzugang. Tokenisierte Aktien könnten ihnen theoretisch ermöglichen, bereits mit kleinen Beträgen an internationalen Kapitalmärkten teilzunehmen. Plattformen wie XStocks beziehungsweise entsprechende Tokenisierungsangebote zeigen bereits eine steigende Nachfrage nach rund um die Uhr handelbaren Real-World-Assets.
Allerdings hängt der langfristige Erfolg stark von Regulierung, Verwahrung und der rechtlichen Ausgestaltung der Token ab. Dennoch ist die Richtung klar: Nach Stablecoins könnten tokenisierte Wertpapiere der nächste Krypto-Anwendungsfall werden, der nicht nur technologisch interessant ist, sondern ein konkretes Problem für Millionen potenzieller Nutzer löst.
Bitcoin Hyper könnte mehrere Krypto-Usecases zusammenführen
Sollten sich Stablecoins und tokenisierte Aktien tatsächlich als nächste große Blockchain-Anwendungen etablieren, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der geeigneten technischen Infrastruktur. Grundsätzlich wären beide Usecases auch im Bitcoin-Ökosystem denkbar. Bitcoin bietet die bekannteste, liquideste und zugleich besonders robuste Basis des Kryptomarkts. Allerdings ist die ursprüngliche Blockchain nur eingeschränkt für schnelle Transaktionen, komplexe Anwendungen und einen hohen Durchsatz ausgelegt. Genau hier könnten leistungsfähige Bitcoin-Layer-2-Lösungen ansetzen und dem Netzwerk zusätzliche Funktionalität verleihen.
Ein aktuell viel beachtetes Projekt in diesem Bereich ist Bitcoin Hyper. Das Konzept soll die Sicherheit und Markenstärke von Bitcoin mit den technischen Vorteilen moderner Hochleistungsnetzwerke verbinden. Dafür setzt das Projekt auf eine Layer-2-Infrastruktur, die sich an Solanas Geschwindigkeit und effizienter Ausführung orientiert. Über eine Bridge sollen Bitcoin beziehungsweise entsprechende Repräsentationen zwischen der Bitcoin-Layer-1 und der neuen Ausführungsschicht übertragen werden können. Zero-Knowledge-Proofs sollen dabei helfen, Transaktionen effizient zu verifizieren und die Verbindung zur Basis-Blockchain abzusichern.
Eine solche Architektur könnte langfristig deutlich mehr ermöglichen als reine Bitcoin-Transfers. Denkbar wären dezentrale Börsen, Stablecoins, tokenisierte Aktien, weitere Real-World-Assets und unterschiedliche Finanzanwendungen, die auf Bitcoin basieren, aber nicht durch dessen begrenzte Transaktionskapazität ausgebremst werden. Damit könnte Bitcoin Hyper theoretisch von mehreren Trends gleichzeitig profitieren: der steigenden Nachfrage nach Bitcoin-Infrastruktur, der Verbreitung digitaler Dollar und der Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte.
Auch am Markt zeigt das Projekt derzeit relative Stärke. Trotz des schwachen Krypto-Umfelds wurden im Presale bereits rund 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Zusätzlich wird für das Staking aktuell eine Rendite von etwa 36 Prozent pro Jahr ausgewiesen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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