Bitcoin unter Druck: Ist jetzt die perfekte Zeit für „Buy the Dip“ bei BTC?

Compass Point rät vom Bitcoin-Kauf beim aktuellen Dip ab – erst wenn kurzfristige Halter Gewinne sehen, verbessert sich das Sentiment spürbar.

Sergei Timurov von Sergei Timurov Updated 5 Min. read
Bitcoin unter Druck: Ist jetzt die perfekte Zeit für „Buy the Dip“ bei BTC?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der aktuelle Bitcoin-Dip bietet laut Compass Point keine sofortige Kaufgelegenheit.
  • Erst wenn kurzfristige Halter wieder Gewinne erzielen, verbessert sich das Sentiment.
  • Hohe Hebel-Positionen und niedrige Marktstimmung mahnen zur Vorsicht.

Nach einer turbulenten Woche am Kryptomarkt fragen sich viele Anleger, ob nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, beim Bitcoin-Dip einzusteigen. Die Unsicherheit ist groß, denn trotz eines kurzen Kursanstiegs bleibt das Stimmungsbild unter Investoren getrübt. Compass Point, eine angesehene Investmentbank, empfiehlt jedenfalls, mit einem Einstieg zu warten – und das aus gutem Grund: Die Entwicklung der kurzfristigen Halter gibt aktuell Anlass zur Vorsicht.

Welche Faktoren bestimmen das aktuelle Geschehen und wie hoch ist das Risiko weiterer Verluste? Unser ausführlicher Marktbericht liefert alle Antworten, Einordnungen und Hintergründe rund um die nächste Bitcoin-Bewegung.

98.000 US-Dollar: Die entscheidende Marke für kurzzeitige Bitcoin-Halter

Im aktuellen Marktumfeld gilt laut Compass Point die Marke von 98.000 US-Dollar als Dreh- und Angelpunkt für die weitere Richtung des Bitcoin-Kurses. Besonders relevant ist dieser Wert für sogenannte Short-Term Holder: Sie besitzen Bitcoin meist weniger als 155 Tage und reagieren sensibel auf Kursbewegungen. Solange der Kurs diese Schwelle nicht nachhaltig überwindet, bleiben ihre Investments überwiegend im Minus. Analysten weisen deshalb darauf hin, dass bullische Impulse eher unwahrscheinlich sind, solange vor allem diese Gruppe keine Gewinne verzeichnet. Erst wenn der Preis deutlich darüber schließt, könnten neue Käufer angelockt werden.


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Rallye und abrupte Wende: Der Charakter von Bitcoin-Bärenmärkten

Die letzte Woche zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich das Blatt am Kryptomarkt wenden kann. Noch am vergangenen Freitag kletterte Bitcoin auf ein Zweimonatshoch bei 97.500 US-Dollar – nur um kurz darauf wieder deutlich abzufallen. Dieses Muster folgt laut Compass Point einem klassischen Bärenmarkt-Verhalten: Erst führt ein Hoffnungsschimmer am Markt zu kurzfristigen starken Anstiegen, gefolgt von plötzlichen, oft heftigen Abverkäufen. Wer jetzt auf eine schnelle Erholung nach dem Dip setzt, könnte enttäuscht werden. Prologierte Schwächephasen sind historisch betrachtet typisch für den Kryptomarkt in solchen Phasen.

Langfristige Halter zeigen sich gelassen, sind aber weniger aktiv am Markt

Während die Gruppe der kurzfristigen Anleger im Fokus steht, lohnt auch ein Blick auf die sogenannten Long-Term Holder. Diese Investoren halten ihre Bitcoin für mindestens sechs Monate und gelten als stabilisierender Faktor. Nach einer Phase moderater Verkäufe im November scheint ihre Bereitschaft zum Abstoßen von Beständen derzeit minimal. Die Menge der in den Händen der Long-Term Holder befindlichen Coins stagniert laut Compass Point aktuell bei rund 14 Millionen BTC. Diese Ruhe gibt dem Markt trotz der jüngsten Turbulenzen eine gewisse Grundstabilität, entzieht ihm aber zugleich auch Liquidität für schnelle Aufwärtsbewegungen.


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Stimmungstief und politische Unsicherheiten: Externe Faktoren belasten Bitcoin

Doch nicht nur die technischen Marken und Anlegergruppen beeinflussen den aktuellen Kursverlauf, sondern auch externe Ereignisse. Der Bitcoin-Preis wurde jüngst durch politische Unsicherheiten unter Druck gesetzt, etwa als US-Präsident Donald Trump seine Ambitionen auf Grönland erneuerte. Solche geopolitischen Schockwellen sorgen für zusätzliche Nervosität und Volatilität. Begleitet wird das Marktumfeld von einer generell gedrückten Anlegersentiment – einige Stimmen beurteilen die Marktstimmung aktuell so schlecht wie selten zuvor. In einem solchen Umfeld verlieren viele Investoren vorübergehend das Vertrauen in die schnelle Erholung.

Leverage als Risiko: Warum hohe Finanzierungsraten warnen

Ein weiteres Warnsignal liefert die Entwicklung an den Terminmärkten. Compass Point hebt hervor, dass die Finanzierungsraten für unbefristete Bitcoin-Futures aktuell bei rund 10 % liegen – das ist deutlich über dem historischen Durchschnitt. Der Grund: Viele Marktteilnehmer nutzen Hebel, um kurzfristige Kursbewegungen mit geliehenem Kapital auszunutzen. Diese Art von „Leveraged Dip Buying“ kann zwar kurzfristige Erholungen begünstigen, erhöht aber das Risiko einer Liquidationskaskade im Falle weiterer Kursverluste erheblich. Wird die Belastung zu groß, könnten zahlreiche Positionen zwangsweise abgewickelt werden, was wiederum den Preis zusätzlich unter Druck setzen würde.


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Technische Muster: Das kurze Aufflackern des „goldenen Kreuzes“

Nicht selten orientieren sich Trader an bestimmten Chart-Formationen, um den weiteren Kursverlauf abzuschätzen. Bitcoin verzeichnete jüngst das sogenannte „goldene Kreuz“, bei dem der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt übersteigt – ein traditionell bullisches Signal in der Chartanalyse. Doch nur wenige Tage später kehrte sich das Bild schon wieder um: Der kurzfristige Durchschnitt fiel wieder unter den längerfristigen Wert. Diese schnelle „Invalidierung“ des Musters erinnert Anleger daran, wie trügerisch technische Indizien gerade in unsicheren Marktphasen sein können und warum zusätzliche Faktoren stets ins Kalkül gezogen werden sollten.

Wann lohnt sich der Bitcoin-Einstieg wirklich?

Angesichts der genannten Risiken bleibt die Frage, wann sich ein Einstieg lohnen könnte. Compass Point gibt zur Antwort: Erst wenn der Preis weiter in Richtung 80.000 US-Dollar fällt, ließe sich ein attraktiveres Chancen-Risiko-Verhältnis erkennen. Oder alternativ: sobald kurzfristige Halter wieder in Gewinnzonen vordringen und das Sentiment damit in Richtung Optimismus kippt. Derzeit deuten jedoch sowohl technische als auch fundamentale Daten darauf hin, dass die aktuelle Preisschwäche noch nicht abgeschlossen sein muss. Für viele Privatanleger bietet es sich daher an, vorerst an der Seitenlinie zu verharren.

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Gold, Silber und das große Gefühl der Verpassten Chance

Ein Blick ins weitere Anlageuniversum zeigt, warum die aktuelle Situation für viele Bitcoin-Investoren so frustrierend ist. Während Edelmetalle wie Gold und Silber zuletzt neue Höchststände erklimmen, hatte sich die Hoffnung breitgemacht, dass Bitcoin als digitales Gold massiv davon profitieren könnte. Analysten wie Jeff Park von Bitwise sehen die momentan schlechte Marktstimmung unter anderem darin begründet, dass viele Investoren den Bitcoin um ein Vielfaches höher erwarten würden. Das Gefühl, eine außergewöhnliche Gelegenheit zu verpassen, schlägt so rasch in Enttäuschung und Unsicherheit um – beides Typen von Stimmung, die weitere Abverkäufe begünstigen können.

Fazit: Abwarten statt überstürzten Einstieg

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der Bitcoin-Markt in einer sensiblen Phase steckt, in der viele Akteure auf die entscheidende Trendumkehr warten. Die Empfehlungen der Compass Point-Analysten sind klar: Erst wenn kurzfristige Halter wieder in der Gewinnzone agieren, dürfte sich das grundlegende Marktsentiment wieder aufhellen. Bis dahin sollten Anleger Geduld bewahren und ihre Anlageentscheidungen wohlüberlegt treffen. Zu viele Risiken mahnen derzeit noch zur Vorsicht – vom erhöhten Leverage bis zur fragilen Charttechnik. Wer auf eine tragfähige Wende spekuliert, sollte auf nachhaltige Signale und die Rückkehr der Marktstärke achten.

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Sergei Timurov

Sergei Timurov ist seit 2016 großer Bitcoin Fan und ihn begeistert die Freiheits Idee sowie die Unabhängigkeit von Bitcoin. Sergei ist Bitcoin Maximalist und der Überzeugung, dass sich nur Bitcoin für einen langfristigen Vermögensaufbau eignet. Neben seinen journalistischen Tätigkeiten betreibt Sergei Bitcoin Mining und Freistil-Ringen sowie kocht köstliche Gerichte aus seiner ursprünglichen Heimat Georgien.

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