Der Bitcoin-Bärenmarkt bleibt intakt. Nachdem sich BTC zwischenzeitlich stabilisieren konnte, geriet die Kryptowährung erneut unter Druck und näherte sich der Marke von 62.000 US-Dollar. Vom bisherigen Allzeithoch ist Bitcoin damit weiterhin fast 50 Prozent entfernt. Neue Kaufdynamik fehlt, Erholungsversuche werden schnell abverkauft und die Marktstimmung bleibt angespannt. Aktuell notiert Bitcoin wieder knapp über 63.000 US-Dollar, […]
Bitcoin bleibt im Bärenmarkt und zeigt weiterhin kaum nachhaltiges Momentum.
Hashrate und Miner-Einnahmen fallen, während die Bewertung deutlich günstiger wird.
Das Puell Multiple signalisiert jedoch noch keine extreme Unterbewertung aktuell.
Bitcoin Hyper sammelt trotz Schwäche bereits rund 33 Millionen Dollar.
Der Bitcoin-Bärenmarkt bleibt intakt. Nachdem sich BTC zwischenzeitlich stabilisieren konnte, geriet die Kryptowährung erneut unter Druck und näherte sich der Marke von 62.000 US-Dollar. Vom bisherigen Allzeithoch ist Bitcoin damit weiterhin fast 50 Prozent entfernt. Neue Kaufdynamik fehlt, Erholungsversuche werden schnell abverkauft und die Marktstimmung bleibt angespannt.
Aktuell notiert Bitcoin wieder knapp über 63.000 US-Dollar, doch eine nachhaltige Trendwende ist nicht erkennbar. Gleichzeitig schwächt sich nun auch eine zentrale Netzwerkkennzahl ab: Die Hashrate befindet sich seit Monaten im Rückgang. Dahinter steckt eine tiefgreifende Veränderung der gesamten Mining-Branche.
Bitcoin-Hashrate fällt seit 287 Tagen – das steckt dahinter
Die Hashrate beschreibt die gesamte Rechenleistung, die Miner für die Absicherung und Verarbeitung von Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk bereitstellen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Hashrate, desto größer ist der Wettbewerb unter den Minern und desto aufwendiger wäre ein Angriff auf das Netzwerk. Laut Bitcoin Magazine Pro befindet sich der geglättete Hashrate-Trend mittlerweile seit rund 287 Tagen im Rückgang. Gleichzeitig liegt die Mining Difficulty etwa 19,9 Prozent unter ihrem bisherigen Höchststand. Es handelt sich damit um den drittstärksten Difficulty-Rückgang seit Beginn der ASIC-Ära.
Der wichtigste Grund ist wirtschaftlicher Druck. Sinkt der Bitcoin-Kurs, während Strom-, Hardware- und Finanzierungskosten hoch bleiben, verschlechtert sich der sogenannte Hashprice – also der Umsatz, den Miner pro Einheit Rechenleistung erzielen können. Weniger effiziente Geräte werden unrentabel und abgeschaltet. Bereits Ende 2025 wurde die rückläufige Hashrate vor allem mit fallenden Bitcoin-Preisen und einer deutlichen Kompression der Mining-Erträge erklärt. Die Difficulty passt sich anschließend automatisch an die geringere Rechenleistung an, damit weiterhin ungefähr alle zehn Minuten ein neuer Block entsteht.
Bitcoin Hashrate Decline Nears 287 Days as Miner Stocks Surge on AI Pivot
According to Bitcoin Magazine Pro, Bitcoin’s hashrate has remained in decline for roughly 287 days, while mining difficulty is now 19.9% below its peak — the third-deepest drawdown of the ASIC mining era.… pic.twitter.com/myrDSgAIhP
Doch diesmal kommt ein struktureller Faktor hinzu: Viele börsennotierte Miner verwenden ihre Stromanschlüsse, Grundstücke und Rechenzentren zunehmend für künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing. Diese Infrastruktur kann mit langfristigen Verträgen teilweise planbarere und attraktivere Einnahmen generieren als das stark zyklische Bitcoin-Mining. Bei mehreren großen Unternehmen stammt bereits ein wachsender Umsatzanteil aus dem KI-Geschäft. Core Scientific vereinbarte beispielsweise mit AMD den Aufbau von bis zu 2,5 Gigawatt KI-Rechenzentrumskapazität. Hut 8 schloss zudem einen langfristigen Rechenzentrumsvertrag im Milliardenumfang.
Das erklärt auch die ungewöhnliche Divergenz: Während Bitcoin und die Hashrate fallen, steigen manche Miner-Aktien deutlich. Anleger bewerten diese Unternehmen zunehmend nicht mehr als reine Bitcoin-Wetten, sondern als mögliche KI-Infrastrukturbetreiber. Für Bitcoin ist der Rückgang dennoch ein Belastungssignal: Er zeigt, dass die Profitabilität der Miner unter Druck steht. Eine unmittelbare Gefährdung des Netzwerks bedeutet er angesichts der weiterhin enormen Rechenleistung jedoch nicht.
Puell Multiple fällt deutlich – aber noch keine Unterbewertung
Auch das Puell Multiple bestätigt, dass Bitcoin mittlerweile deutlich günstiger bewertet ist als noch während der Hochphase des vergangenen Jahres. Die Kennzahl setzt den täglichen US-Dollar-Wert der neu geschürften Bitcoins ins Verhältnis zum gleitenden Durchschnitt der Miner-Einnahmen der vergangenen 365 Tage. Damit zeigt sie vereinfacht, ob die aktuellen Erlöse der Miner im historischen Vergleich außergewöhnlich hoch oder niedrig ausfallen.
Aktuell bewegt sich das Puell Multiple laut der Glassnode-Grafik ungefähr im Bereich von 0,6 bis 0,8. Das bedeutet: Die täglichen Miner-Einnahmen liegen deutlich unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Ursache dafür sind vor allem der gefallene Bitcoin-Kurs, die schwächere Mining-Ökonomie und der anhaltende Druck auf die Branche. Für Anleger ist das grundsätzlich konstruktiv, da hohe Überbewertungen inzwischen weitgehend abgebaut wurden.
Von einer ausgeprägten Unterbewertung lässt sich jedoch noch nicht sprechen. Historisch besonders attraktive Akkumulationszonen lagen eher bei Werten unter 0,5. Während des Bärenmarkts 2022 fiel das Puell Multiple zeitweise sogar in Richtung 0,3 bis 0,4. Dieses Kapitulationsniveau wurde bislang nicht erreicht.
Die aktuelle Bewertung ähnelt vielmehr den günstigeren Phasen des Jahres 2024. Damals bewegte sich die Kennzahl ebenfalls längere Zeit unter eins, ohne dass Bitcoin bereits einen endgültigen zyklischen Boden ausgebildet hatte. Das Puell Multiple signalisiert daher aktuell keine extreme Kaufchance, wohl aber eine deutlich normalisierte Bewertung. Bitcoin ist wesentlich günstiger geworden, doch für ein klassisches Bärenmarkt-Tief müsste der wirtschaftliche Druck auf die Miner vermutlich noch stärker zunehmen.
Krypto-Tipp: Bitcoin Hyper trotzt dem Bärenmarkt mit relativer Stärke
Während Bitcoin selbst weiter unter fehlendem Momentum, sinkenden Miner-Einnahmen und einer schwächeren Hashrate leidet, verlagert sich ein Teil des spekulativen Kapitals auf Projekte, die den funktionalen Nutzen des Netzwerks erweitern wollen. Besonders spannend erscheint in diesem Umfeld Bitcoin Hyper. Das Projekt plant eine Layer-2-Lösung, die Bitcoins Sicherheit und Liquidität mit der hohen Ausführungsgeschwindigkeit der Solana Virtual Machine verbinden soll.
Bitcoin bleibt auf seiner Basisschicht bewusst langsam und technisch eingeschränkt. Komplexe Anwendungen, DeFi-Protokolle oder schnelle Mikrotransaktionen lassen sich dort nur begrenzt umsetzen. Bitcoin Hyper möchte diese Schwächen über eine zusätzliche Ausführungsebene adressieren. BTC sollen über eine Bridge auf der Layer 1 hinterlegt und anschließend auf der Layer 2 nutzbar gemacht werden. Zero-Knowledge-Proofs sollen dabei Transaktionen bündeln und deren Gültigkeit kryptografisch gegenüber der Bitcoin-Schicht nachweisen. Das Ziel sind schnellere und günstigere Anwendungen, ohne die Verbindung zu Bitcoin vollständig aufzugeben. Bislang handelt es sich dabei allerdings um das angekündigte Konzept eines noch jungen Presale-Projekts und nicht um eine langfristig erprobte Infrastruktur.
Bemerkenswert ist vor allem die relative Stärke im laufenden Vorverkauf. Obwohl Bitcoin fast die Hälfte seines Wertes vom Hoch verloren hat und Risikoanlagen unter Druck stehen, wurden nach Angaben aus dem Presale-Umfeld bereits knapp 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Für gestakte HYPER-Token wird aktuell eine variable Rendite von rund 36 Prozent APY ausgewiesen.
Diese Nachfrage erzeugt bullisches Momentum, das sich sichtbar vom schwachen Gesamtmarkt abhebt. Hohe Presale-Zuflüsse garantieren jedoch weder einen erfolgreichen Mainnet-Start noch nachhaltige Kursgewinne. Entscheidend wird sein, ob Bitcoin Hyper seine Bridge, die ZK-Infrastruktur und die Solana-basierte Ausführung tatsächlich sicher implementiert und anschließend Entwickler sowie Nutzer gewinnt.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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