Bitget: Protection Fund wieder über 300 Millionen Dollar

Der Bitget Protection Fund liegt wieder über 300 Millionen US-Dollar; Auszahlungen sind teils offen, doch Erstattungen bleiben ungeklärt.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Bitget: Protection Fund wieder über 300 Millionen Dollar

Bitget hat seinen Protection Fund nach dem Sicherheitsvorfall vom 24. September wieder auf mehr als 300 Millionen US-Dollar gebracht. Der Fonds fing laut der Börse einen finanziellen Einschlag von rund 388 Millionen US-Dollar ab; USDT-Auszahlungen sind inzwischen auf Ethereum, BSC, Solana und Tron geöffnet. Die Wiederherstellung des Fonds bedeutet jedoch weder, dass alle Dienste bereits verfügbar sind, noch dass individuelle Erstattungen bewilligt wurden. Der Auszahlungszugang war nach dem Vorfall zunächst ausgesetzt, bevor Bitget ihn schrittweise wieder freigab; der Auszahlungsplan nach dem Sicherheitsvorfall betrifft dabei einen anderen Vorgang als die Fondsauffüllung.

Fonds-Wiederherstellung und Auszahlungsplan sind getrennt

Bitget meldete die Wiederherstellung am 30. September. Zuvor hatte die Börse zugesagt, den Protection Fund innerhalb einer Woche wieder auf mindestens 300 Millionen US-Dollar zu bringen. Die Auffüllung wurde zwei Tage vor Ablauf dieser Frist bekanntgegeben. Wie viel neues Kapital dafür eingesetzt wurde, bezifferte Bitget in der Mitteilung nicht.

Eine Gruppe von Menschen bei einem Bitget Spring Camp Event vor einer Logo-Wand.
Teilnehmer beim Bitget Spring Camp.

Der Protection Fund ist laut Bitget eine zusätzliche finanzielle Absicherung und getrennt von den Reserven, die Kundenguthaben decken sollen. Die Börse erklärte zudem, dass Kundenkonten korrekt und vom Vorfall nicht betroffen geblieben seien. Diese Angaben ersetzen keine Prüfung durch Nutzer, machen aber deutlich, warum Fondsbestand, Kontostand und tatsächlicher Auszahlungszugang nicht gleichgesetzt werden sollten. Auch die Rolle des Schutzfonds für Kundenguthaben ist von der technischen Freigabe einzelner Dienste zu unterscheiden.

USDT-Auszahlungen sind auf Ethereum, BSC, Solana und Tron freigeschaltet. Für die übrigen Kryptowährungen sowie Fiat- und P2P-Dienste sah Bitgets Zeitplan eine Öffnung am Freitag, dem 2. Oktober, um 08:00 UTC vor. Zum Veröffentlichungszeitpunkt liegt dieser angekündigte Termin noch in der Zukunft; die tatsächliche Verfügbarkeit kann deshalb je nach Dienst und Netzwerk unterschiedlich sein.

Ein gefüllter Fonds garantiert keine Erstattung

Nach den veröffentlichten Fondsbedingungen können Nutzer Ansprüche einreichen, wenn Konten kompromittiert wurden oder Vermögenswerte durch plattformweite Ereignisse gestohlen wurden beziehungsweise verloren gingen, sofern der Verlust nicht auf eigenes Handeln oder Handelsverhalten zurückzuführen ist. Bitget behält sich vor, betroffene Konten und Assets zu untersuchen und über Ansprüche anhand der Ergebnisse zu entscheiden.

Die Möglichkeit, einen Antrag einzureichen, ist damit keine Zusage, einen bestimmten Verlust zu ersetzen. Die Wiederauffüllung des Fonds belegt auch nicht, dass individuelle Entschädigungen bereits abgeschlossen sind. Der bestätigte finanzielle Einschlag von rund 388 Millionen US-Dollar beschreibt den Vorfall, nicht automatisch die Höhe möglicher Auszahlungen an einzelne Kunden. Die Entwicklung der gemeldeten Schadenssumme ist daher von der späteren Bewertung einzelner Ansprüche zu trennen.

Reserven bleiben eine Momentaufnahme

Bitget wies für 19 erfasste Assets eine Gesamtreservequote von 131 Prozent aus; jedes dieser Assets lag laut Börse über 100 Prozent. Die Momentaufnahme stammt vom 29. September um 09:00 UTC und bestätigt nicht fortlaufend, dass Vermögenswerte zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sind. Proof-of-Reserves-Berichte sind zudem keine vollständigen Audits: Sie können etwa Verbindlichkeiten oder geliehene Assets auslassen.

Für Nutzer bleiben deshalb zwei konkrete Punkte maßgeblich: ob die Auszahlung für das jeweilige Asset über das gewählte Netzwerk tatsächlich freigeschaltet ist und wie Bitget einen möglichen Anspruch bewertet. Kryptowährungen sind pseudonym, doch Börsen können zur Identitätsprüfung KYC-Angaben verlangen. Vor einer Transaktion sollten Auszahlungsstatus, Netzwerk und geltende Bedingungen geprüft werden.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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