BlackRock lanciert Bitcoin-ETF mit 25% Renditeziel auf Nasdaq

BlackRock startet den iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA). Erfahren Sie alles über die Covered-Call-Strategie und das 25% Renditeziel.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
BlackRock lanciert Bitcoin-ETF mit 25% Renditeziel auf Nasdaq

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mechanismus von BITA basiert auf einer Kombination aus direktem BTC-Besitz, der bei Coinbase verwahrt wird, und Anteilen von BlackRocks eigenem IBIT (iShares Bitcoin Trust).
  • Letzterer startete im Januar 2024 und ist laut einer Nasdaq-Pressemitteilung von BlackRock vom 16.06.2026 auf ein Vermögen von rund 48 bis 50 Milliarden US-Dollar angewachsen.
  • In der SEC-S-1-Einreichung gibt BlackRock an, dass der Fonds darauf abzielt, die Preisentwicklung von Bitcoin abzubilden und gleichzeitig Prämieneinnahmen durch eine aktiv verwaltete Strategie zu generieren, bei der Call-Optionen primär auf IBIT-Anteile verkauft werden.

BlackRock hat am 16. Juni 2026 den iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA) an der Nasdaq notiert. Der Fonds zielt auf eine jährliche Rendite von 15 bis 25 % ab und strebt gleichzeitig an, mindestens 70 % der Wertsteigerung von Bitcoin durch ein aktiv verwaltetes Covered-Call-Overlay zu erfassen.

Der Vermögensverwalter reichte sein Formular 8-A bereits am 11. Juni ein und kam damit etwa zwei Wochen vor Goldman Sachs auf den Markt. Dessen strukturell ähnliches Bitcoin-ETF-Einkommensprodukt wird unter Berücksichtigung der standardmäßigen 75-tägigen Registrierungsfrist der SEC für Anfang Juli erwartet.

Es handelt sich hierbei nicht um eine bloße Spot-Bitcoin-Variante. Vielmehr markiert der Launch den Beginn eines Produktzyklus der zweiten Generation. Institutionelle Krypto-Emittenten bewegen sich weg von der reinen Frage, wie Anleger Bitcoin halten können, hin zur Entwicklung spezifischer Renditeprofile.

Zum Start von BITA notiert Bitcoin heute bei 62.400 US-Dollar, was einem Minus von 2,5 % entspricht. Die Markteinführung erfolgt kurz vor dem Wochenende, das oft von volatilen Preisbewegungen geprägt ist.

(QUELLE: TradingView)

BITA Bitcoin-Mechanik: So funktioniert das Covered-Call-Overlay

Der Mechanismus von BITA basiert auf einer Kombination aus direktem BTC-Besitz, der bei Coinbase verwahrt wird, und Anteilen von BlackRocks eigenem IBIT (iShares Bitcoin Trust). Letzterer startete im Januar 2024 und ist laut einer Nasdaq-Pressemitteilung von BlackRock vom 16. Juni 2026 auf ein Vermögen von rund 48 bis 50 Milliarden US-Dollar angewachsen.

In der SEC-S-1-Einreichung gibt BlackRock an, dass der Fonds darauf abzielt, die Preisentwicklung von Bitcoin abzubilden und gleichzeitig Prämieneinnahmen durch eine aktiv verwaltete Strategie zu generieren, bei der Call-Optionen primär auf IBIT-Anteile verkauft werden.

Entscheidend ist, dass das Overwrite nur teilweise erfolgt. Unterlagen und Kommentare deuten darauf hin, dass BITA Call-Optionen auf etwa 25 bis 35 % seiner IBIT-Positionen verkauft. Dies bewahrt im Vergleich zu vollständig gedeckten Strategien einen erheblichen Teil des Aufwärtspotenzials.

Die hohe implizite Volatilität von Bitcoin ist die direkte Quelle dieser Rendite. Jay Jacobs, BlackRocks US-Leiter für thematische und aktive ETFs, beschrieb BITA explizit als Mechanismus, um die BTC-Volatilität in einen Cashflow-Stream umzuwandeln. Diese Argumentation basiert auf der Black-Scholes-Optionspreisbewertung, bei der eine höhere implizite Volatilität direkt zu höheren Prämieneinnahmen führt.

Der Kontext, wie die implizite Volatilität von Bitcoin in den letzten Monaten mit makroökonomischem Stress und Treasury-Renditen interagiert hat, ist maßgeblich dafür, wie beständig diese Renditequelle über verschiedene Marktphasen hinweg bleibt.

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Wettbewerbspositionierung: Gebührenstruktur und der Kontrast zu Goldman Sachs

(QUELLE: BlackRock.com)

Die Kostenquote von BITA liegt bei 0,65 %, was ein deutliches Signal an den Wettbewerb ist. Zum Vergleich: Der Enhanced Income Bitcoin ETF (BTCI) von NEOS verzeichnete über sechs Monate Nettozuflüsse von über 650 Millionen US-Dollar bei einer Gebühr von 0,99 % und einer Ausschüttungsrate von 26,7 %. Auch der Bitcoin Covered Call Strategy ETF (YBTC) von Roundhill ist mit 0,99 % bepreist und liegt damit am oberen Ende der üblichen Spanne von 0,95 bis 1,00 %.

Grayscales vergleichbarer Income-Fonds bewegt sich in ähnlichen Gebührenregionen. BITA unterbietet sie alle und nutzt zudem die tiefe Liquidität von IBIT als Sicherheit für das Options-Overlay – ein Vorteil, den kleinere Emittenten, die auf Futures setzen, kaum replizieren können.

Das kommende Produkt von Goldman Sachs ist strukturell anders konzipiert: Es wird Spot-Bitcoin nicht direkt halten, sondern ein Exposure über andere Spot-Bitcoin-Produkte und deren Optionen aufbauen, möglicherweise unter Einbeziehung einer Tochtergesellschaft auf den Cayman Islands. Zudem ist das Overwrite bei Goldman aggressiver: Einreichungen deuten darauf hin, dass Call-Optionen auf 40 bis 100 % des Bitcoin-Exposures verkauft werden, im Gegensatz zum Teil-Overwrite bei BITA.

Dieser Ansatz könnte in Seitwärtsmärkten höhere Erträge generieren, würde aber bei einer anhaltenden Bitcoin-Rallye die Gewinnbeteiligung im Vergleich zu BITA massiv einschränken. Die endgültige Gebührenhöhe von Goldman wird zeigen, wie aggressiv die Bank den Preiskampf führen will.

Eric Balchunas, Senior ETF-Analyst bei Bloomberg, bestätigte die Details zum BITA-Start und kommentierte die Wettbewerbsdynamik auf X kurz und knapp mit: „Game on.“ Diese Einschätzung trifft den Kern. Das Rennen dreht sich weniger um die Rendite selbst als vielmehr darum, welcher Emittent die Dominanz in Modellportfolios und bei institutionellen Allokationen sichert, bevor der Sektor gesättigt ist.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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