89 Prozent mehr Verluste: Behörden bündeln Kräfte gegen Krypto-Betrug

USA und Großbritannien bündeln ihre Ermittlungen gegen Krypto-Betrugszentren, nachdem gemeldete Verluste in den USA um 89 Prozent gestiegen sind.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
89 Prozent mehr Verluste: Behörden bündeln Kräfte gegen Krypto-Betrug

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Die US-Staatsanwaltschaft für den District of Columbia, der Crown Prosecution Service von England und Wales sowie die britische National Crime Agency haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die Vereinbarung richtet sich gegen Betrugszentren, die in Krypto- und internetgestützten Anlagebetrug verwickelt sind.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender gemeldeter Verluste in den USA. Nach Angaben des US-Justizministeriums stiegen die dem Internet Crime Complaint Center des FBI gemeldeten Verluste durch Krypto-Anlagebetrug von 4,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 8,65 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg um 89 Prozent.

Inhalt der Maßnahme

Das US-Justizministerium bezeichnet die Vereinbarung als eine erstmalige internationale Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel, organisierte Betrugszentren außer Gefecht zu setzen. Die beteiligten Behörden wollen parallele Ermittlungen gegen gemeinsame Ziele führen, Informationen über Syndikate der organisierten Kriminalität austauschen und erörtern, welche Gerichtsbarkeiten einzelne Fälle strafrechtlich verfolgen sollen.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden bereits Überschneidungen bei Fällen festgestellt. Für Anfang Oktober ist in London ein gemeinsamer Vor-Ort-Einsatz mit Partnern aus dem Privatsektor geplant, der sich gegen entsprechende Strukturen richtet.

Internationale Strafverfolgung im Vergleich

Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit weiteren grenzüberschreitenden Maßnahmen gegen ähnliche Operationen. Am 29. April berichtete das US-Justizministerium über eine von der Polizei in Dubai geleitete Operation unter Beteiligung des FBI und des chinesischen Ministeriums für Öffentliche Sicherheit. Dabei wurden 276 Menschen festgenommen und mindestens neun Krypto-Betrugszentren geschlossen.

Sechs Menschen wurden wegen Machenschaften angeklagt, bei denen mutmaßlich gefälschte Krypto-Anlageplattformen eingesetzt worden sein sollen, um Opfer zu Einzahlungen zu bewegen. Auch die Militärregierung Myanmars hatte am 15. Mai einen Gesetzentwurf vorgelegt, der für Betrug mit digitalen Währungen Strafen von zehn Jahren bis lebenslanger Haft vorsieht. Die Todesstrafe könnte verhängt werden, wenn zur Arbeit in Betrugszentren gezwungene Menschen getötet wurden. Das Parlament stimmte dem Entwurf am 28. Juli zu; eine Bestätigung der Zustimmung des Präsidenten lag zuletzt nicht vor.

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Warum die Behörden den Druck erhöhen

Die neue Zusammenarbeit erweitert die Scam Center Strike Force, die US-Staatsanwältin Jeanine Ferris Pirro im November 2025 ins Leben gerufen hatte. Die Taskforce richtet sich gegen Netzwerke der chinesischen organisierten Kriminalität, die vor allem in Südostasien Betrugszentren betreiben. Nach Angaben des Justizministeriums umfassen deren Aktivitäten Krypto-Anlagebetrug und stehen häufig mit Menschenhandel und Geldwäsche in Verbindung.

Zur Taskforce gehören das FBI, der US Secret Service, die Criminal Investigation des Internal Revenue Service, Homeland Security Investigations und Dienststellen des Justizministeriums. Zudem arbeitet sie mit dem US-Finanz- und dem US-Außenministerium sowie privaten Unternehmen zusammen, um Betrugsoperationen zu stören und Gelder von Opfern zurückzuerlangen.

Bedeutung für Anleger im DACH-Raum

Das Memorandum beschreibt die Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden in den USA und im Vereinigten Königreich bei Ermittlungen gegen grenzüberschreitende Betrugsstrukturen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Informationen, abgestimmte Ermittlungen und die Klärung möglicher Zuständigkeiten bei einzelnen Strafverfahren.

Fazit und Einordnung

Mit dem Memorandum formalisieren die beteiligten Behörden parallele Ermittlungen, den Informationsaustausch und Absprachen über strafrechtliche Zuständigkeiten. Der angekündigte Vor-Ort-Einsatz in London soll Anfang Oktober gemeinsam mit Partnern aus dem Privatsektor stattfinden.

Die Vereinbarung ergänzt die bereits bestehende Scam Center Strike Force und ordnet sich in weitere internationale Maßnahmen gegen Krypto-Betrugszentren ein. Die Angaben des Justizministeriums verdeutlichen dabei den Fokus der Behörden auf organisierte Strukturen, die Krypto- und internetgestützten Anlagebetrug einsetzen.

Risikohinweis und Call-to-Action

Krypto-Anlagebetrug zählt zu den im Zusammenhang mit den Behördenmaßnahmen genannten Deliktsfeldern. Anleger sollten bei Angeboten, die zu Einzahlungen auf Krypto-Anlageplattformen auffordern, die Risiken solcher Betrugsmaschen berücksichtigen und Angaben zu Plattformen sorgfältig prüfen.

Quelle: cointelegraph.de

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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