Krypto News: Trump macht Druck – Clarity Act bleibt Priorität

Der CLARITY Act könnte die Regulierung des US-Kryptomarktes grundlegend verändern. Doch das Gesetz ist zuletzt deutlich ins Stocken geraten. Polymarket bewertet eine Unterzeichnung 2026 inzwischen zunehmend skeptisch. Gleichzeitig erhöht Donald Trump den politischen Druck auf den Senat.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Krypto News: Trump macht Druck – Clarity Act bleibt Priorität

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CLARITY Act soll klare Regeln für den US-Kryptomarkt schaffen.
  • Polymarket sieht 2026 nur noch eine Chance von 31 Prozent.
  • Politische Konflikte und Ethikfragen verzögern die entscheidende Abstimmung im Senat.

Der Digital Asset Market Clarity Act, kurz CLARITY Act, soll erstmals einen umfassenden gesetzlichen Rahmen für den US-Kryptomarkt schaffen. Im Mittelpunkt steht die Abgrenzung der Zuständigkeiten von SEC und CFTC. Zugleich soll klarer definiert werden, wann ein Token als Wertpapier und wann als digitaler Rohstoff gilt. Hinzu kommen Registrierungs-, Offenlegungs- und Verbraucherschutzpflichten für Handelsplattformen, Broker und Token-Emittenten. Damit könnte das Gesetz einen großen Teil der bisherigen regulatorischen Unsicherheit in den USA beseitigen.

Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Entwurf bereits am 17. Juli 2025 mit einer parteiübergreifenden Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen. Im Mai 2026 stimmte auch der Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen für eine Weiterleitung. Dennoch wartet der CLARITY Act weiterhin auf die entscheidende Abstimmung im gesamten Senat.

Zuletzt geriet das Vorhaben zunehmend ins Stocken. Streitpunkte sind unter anderem Stablecoin-Erträge, Regeln gegen Geldwäsche, der Umgang mit dezentralen Finanzanwendungen und insbesondere mögliche Interessenkonflikte politischer Amtsträger. Zudem benötigt das Gesetz im Senat voraussichtlich 60 Stimmen. Die Republikaner sind deshalb auf mehrere demokratische Senatoren angewiesen. Da der ursprünglich vom Weißen Haus angestrebte Abschluss bis zum 4. Juli verpasst wurde und die Sommerpause des Senats näher rückt, wird das verbleibende Zeitfenster immer kleiner.

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Polymarket wird für den CLARITY Act immer skeptischer

Auch die aktuellen Polymarket-Daten zeigen, dass Marktteilnehmer eine Unterzeichnung des CLARITY Act im Jahr 2026 zunehmend für unwahrscheinlich halten. Die prognostizierte Wahrscheinlichkeit ist inzwischen auf nur noch 31 Prozent gefallen. Allein zuletzt sank der Wert um weitere 22 Prozent. Anfang Juli lagen die Chancen zeitweise noch bei mehr als 50 Prozent, bevor ein deutlicher Abwärtstrend einsetzte. Das bisherige Handelsvolumen von rund 1,85 Millionen US-Dollar verleiht der Prognose zusätzliche Relevanz. Eingepreist wird vor allem der zunehmende Zeitdruck: Je länger die Verhandlungen ohne Kompromiss andauern, desto schwieriger wird eine vollständige Verabschiedung und Unterzeichnung noch innerhalb des laufenden Jahres.

polymarket

Trump erhöht den Druck auf den US-Senat

US-Präsident Donald Trump versucht nun persönlich, die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Bewegung zu bringen. Am 16. Juli traf er sich im Weißen Haus mit republikanischen Senatoren und politischen Beratern, um insbesondere über die noch offenen Ethikregeln des CLARITY Act zu sprechen. An den Gesprächen waren Berichten zufolge unter anderem die kryptofreundlichen Senatoren Cynthia Lummis und Bernie Moreno beteiligt.

Trump hatte den Senat zuvor öffentlich dazu aufgefordert, das Gesetz möglichst schnell zu verabschieden. Die Regierung betrachtet den CLARITY Act als zentralen Bestandteil ihrer Strategie, die USA zum weltweit führenden Standort für digitale Vermögenswerte zu entwickeln. Bereits seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verfolgt Trump offiziell das Ziel, regulatorische Hürden für Blockchain- und Kryptounternehmen abzubauen.

Die Intervention des Präsidenten unterstreicht, wie knapp das Zeitfenster geworden ist. Der Entwurf befindet sich zwar bereits auf dem Gesetzgebungskalender des Senats, ein konkreter Termin für die Abstimmung steht jedoch noch nicht fest. Zusätzlich müssen Differenzen zwischen den Zuständigkeitsbereichen des Banken- und des Landwirtschaftsausschusses geklärt werden.

Trump dürfte deshalb versuchen, republikanische Senatoren auf eine gemeinsame Position festzulegen und zugleich eine Formulierung zu finden, die genügend Demokraten akzeptieren können. Bislang wurde nach dem Treffen allerdings kein abschließender Kompromiss veröffentlicht. Der politische Druck ist damit deutlich gestiegen, der Durchbruch bleibt jedoch aus.

Demokratische Kritik und ethische Bedenken bleiben Stolpersteine

Das größte Hindernis ist inzwischen eine von Demokraten geforderte Ethikklausel. Diese soll verhindern, dass Präsidenten, Regierungsmitglieder oder andere hochrangige Amtsträger während ihrer Amtszeit persönlich von Kryptounternehmen und digitalen Vermögenswerten profitieren. Mehrere demokratische Senatoren machen ihre Zustimmung von entsprechenden Schutzmechanismen abhängig.

Hintergrund sind Trumps umfangreiche geschäftliche Verbindungen zum Kryptosektor. Kritiker sehen einen potenziellen Interessenkonflikt, weil politische Entscheidungen der Regierung den Wert präsidentennaher Token, Stablecoins oder anderer Beteiligungen beeinflussen könnten. Elizabeth Warren bezeichnete den bisherigen Entwurf deshalb als zu industriefreundlich und forderte stärkere Regeln für Verbraucherschutz, Geldwäschebekämpfung und politische Integrität.

Da mindestens einige demokratische Stimmen benötigt werden, können diese Bedenken nicht einfach übergangen werden. Eine strenge Ethikklausel könnte wiederum auf Widerstand im Weißen Haus und bei republikanischen Abgeordneten treffen. Genau dieser Konflikt macht den CLARITY Act trotz grundsätzlich vorhandener parteiübergreifender Unterstützung derzeit so schwer kalkulierbar.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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