Bitcoin News: Vorsicht! Jetzt droht ein Rücksetzer
Bitcoin hat sich nach den schwächeren US-Inflationsdaten deutlich von seinen jüngsten Tiefständen erholt. Dennoch fehlt der Bewegung bislang die nachhaltige Nachfrage am Spotmarkt. Gewinnmitnahmen kurzfristiger Anleger und wichtige Widerstände begrenzen das weitere Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig wecken neue Bitcoin-Layer-2-Projekte wie Bitcoin Hyper spekulatives Interesse und könnten langfristig zusätzliche Anwendungsfälle schaffen.
Bitcoin stabilisiert sich bei 65.000 Dollar nach schwächeren US-Inflationsdaten zuletzt.
Kurzfristige Anleger realisieren Gewinne und erhöhen damit den Verkaufsdruck aktuell.
Bitfinex vermisst nachhaltige Spot-Nachfrage sowie kontinuierliche Zuflüsse in Bitcoin-ETFs weiterhin.
Bitcoin Hyper sammelt trotz Bärenmarkt rund 33 Millionen Dollar ein.
Bitcoin stabilisiert sich aktuell im Bereich von 65.000 US-Dollar und erreichte zwischenzeitlich beinahe wieder die Marke von 66.000 US-Dollar. Rückenwind lieferten die jüngsten US-Inflationsdaten: Sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreise entwickelten sich schwächer als erwartet.
Dadurch sank die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung, während riskantere Anlageklassen kurzfristig aufatmeten. Bitcoin konnte sich deutlich von den jüngsten Tiefständen unterhalb von 60.000 US-Dollar erholen. Dennoch ist die übergeordnete Trendwende noch nicht bestätigt. Der Markt befindet sich weiterhin in einer angeschlagenen Struktur – und neue On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass im Bereich um 66.000 US-Dollar zunächst erheblicher Verkaufsdruck entstehen könnte.
Bitcoin-Anleger realisieren Gewinne – droht jetzt der Rücksetzer?
Die von Glassnode veröffentlichte Kennzahl „Entity-Adjusted Short-Term Holder Realized Profit“ erfasst die realisierten Gewinne kurzfristiger Bitcoin-Besitzer. Als Short-Term Holder gelten grundsätzlich Marktteilnehmer, deren Coins noch keine rund 155 Tage gehalten wurden. „Entity-Adjusted“ bedeutet, dass zusammengehörende Wallet-Adressen möglichst zu einzelnen Marktteilnehmern gebündelt werden, um reine interne Transfers nicht fälschlicherweise als Verkäufe zu bewerten.
🚨ALERT: Bitcoin’s rally toward $66,000 is facing heavy selling pressure.
Long-term holders are exiting at smaller losses, while buyers from the recent lows are locking in profits at levels last seen near Bitcoin’s May peak, per Glassnode. pic.twitter.com/tCNaXTyAij
Steigt die Metrik deutlich an, bewegen kurzfristige Anleger ihre Bitcoin zu einem Preis, der über ihrem ursprünglichen Kaufkurs liegt. Sie realisieren also Gewinne. Genau dies ist derzeit zu beobachten: Im Zuge der Erholung in Richtung 65.000 bis 66.000 US-Dollar sprang der geglättete 24-Stunden-Wert zeitweise auf fast fünf Millionen US-Dollar. Damit erreicht die Gewinnmitnahme ein Niveau, das zuletzt rund um das lokale Hoch im Mai sichtbar war.
Das deutet darauf hin, dass Käufer, die während der jüngsten Tiefstände eingestiegen sind, den Rebound zunehmend zum Ausstieg nutzen. Gleichzeitig sollen langfristige Halter laut Glassnode weiterhin Coins mit kleineren Verlusten abgeben. Somit trifft kurzfristige Gewinnrealisierung auf anhaltenden Verkaufsdruck älterer Marktteilnehmer.
Für Bitcoin entsteht dadurch eine schwierige Angebotszone. Zudem liegt die durchschnittliche Kostenbasis der kurzfristigen Halter laut Glassnode bei ungefähr 69.000 US-Dollar. Auf dem Weg dorthin dürften weitere Anleger ihre zuvor entstandenen Verluste ausgleichen und Positionen verkaufen. Ohne deutlich steigende Nachfrage könnte die Rally daher zunächst ins Stocken geraten. Ein erneuter Rücksetzer wäre noch kein zwingendes Signal für neue Tiefstände, würde jedoch zeigen, dass die aktuelle Erholung innerhalb des übergeordneten Bärenmarktes weiterhin fragil bleibt.
Bitfinex warnt: Der Bitcoin-Rally fehlt weiterhin echte Spot-Nachfrage
Auch eine aktuelle Analyse von Bitfinex Alpha mahnt zur Vorsicht. Demnach wurde der jüngste Bitcoin-Anstieg vor allem durch die überraschend schwachen US-Inflationsdaten und eine entsprechende Neubewertung der Zinserwartungen ausgelöst. Eine dauerhaft starke Nachfrage am Spotmarkt sei bislang jedoch nicht erkennbar. Dafür fehlen laut den Analysten unter anderem eine positive Coinbase-Prämie sowie kontinuierliche, preisunabhängige Zuflüsse in die Bitcoin-ETFs. Die aktuelle Erholung beruhe damit teilweise auf „geliehener Stärke“, die bei einer erneuten Verschärfung der Zinserwartungen schnell verschwinden könnte.
Bitfinex Alpha: Bitcoin Lacks Sustained Spot Buying Support
Bitfinex Alpha said the softer-than-expected US June CPI pushed Bitcoin to its highest close since June 22, but the rally was driven mainly by a repricing of macroeconomic expectations. The move lacked sustained spot… pic.twitter.com/n2qjHQf6mT
Als entscheidende Widerstandszone nennt Bitfinex den Bereich zwischen 68.000 und 68.300 US-Dollar. Erst eine nachhaltige Etablierung oberhalb dieser Spanne würde die bullische Bewegung technisch bestätigen. Dafür müssten insbesondere die ETF-Zuflüsse mehrere Tage anhalten. Scheitert Bitcoin hingegen an dieser Zone, während die Finanzierungskosten am Derivatemarkt steigen, wäre dies ein Warnsignal für eine erneute Abwärtsbewegung. Im ungünstigen Fall könnte dann sogar die Unterstützung im Bereich der jüngsten Tiefs unter 60.000 US-Dollar erneut getestet werden.
Neue Nachfrage für Bitcoin: Kann Bitcoin Hyper frische Impulse liefern?
Der steigende Verkaufsdruck bei Bitcoin zeigt, dass die jüngste Erholung neue Nachfrage benötigt. Nur wenn zusätzliches Kapital in den Markt fließt und Anleger wieder langfristiges Potenzial erkennen, dürfte Bitcoin die Widerstände oberhalb von 66.000 US-Dollar nachhaltig überwinden. Einen möglichen Impuls könnten Anwendungen liefern, die den Nutzen des Netzwerks über die reine Wertaufbewahrung hinaus erweitern. Genau hier setzen sogenannte Bitcoin-Layer-2-Lösungen an.
Ein Projekt, das dabei relative Stärke zeigt, ist Bitcoin Hyper. Trotz des weiterhin schwachen Gesamtmarktes soll der laufende Presale bereits rund 33 Millionen US-Dollar eingesammelt haben. Das deutet zumindest auf ein anhaltendes spekulatives Interesse hin. Allerdings befindet sich Bitcoin Hyper weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase, sodass die versprochenen Funktionen erst noch technisch umgesetzt und im realen Betrieb bewiesen werden müssen.
Konzeptionell möchte Bitcoin Hyper die Stärken von Bitcoin und Solana miteinander verbinden. Bitcoin soll als sichere Abwicklungs- und Settlement-Schicht dienen, während eine auf der Solana Virtual Machine basierende Layer 2 für schnelle Transaktionen, niedrige Gebühren und programmierbare Anwendungen sorgen soll. Dadurch könnten perspektivisch DeFi-Protokolle, Zahlungen und weitere dezentrale Anwendungen mit Bitcoin-Liquidität genutzt werden.
Eine sogenannte Canonical Bridge soll BTC auf der Bitcoin-Layer 1 sperren und eine entsprechende Darstellung auf der Layer 2 verfügbar machen. Bei der Rückführung sollen Zustandsnachweise geprüft werden, bevor die hinterlegten Bitcoin wieder freigegeben werden. Das Projekt beschreibt hierfür auch den Einsatz kryptografischer Proofs. Solche Bridge-Konstruktionen bleiben jedoch technisch sensibel und stellen bei jungen Netzwerken ein wesentliches Sicherheitsrisiko dar.
Zusätzliche Nachfrage nach dem nativen HYPER-Token soll durch Transaktionsgebühren, Governance und Staking entstehen. Aktuell wird eine variable Staking-Rendite von rund 36 Prozent pro Jahr beworben. Der Einstieg ist heute noch günstig möglich, erste Buchgewinne entstehen unmittelbar mit der nächsten Preiserhöhung.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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