Bei Blockhöhe 966351 ist einem Miner gelungen, was gegen alle statistischen Wahrscheinlichkeiten spricht: Über den Dienst Braiins Solo fand er einen Block und kassierte dafür 3,147 BTC, umgerechnet rund 244.920 US-Dollar. Zuvor war das Bitcoin-Netzwerk fast 40 Tage lang ohne einen einzigen Solo-Blockfund geblieben.
Warum Solo-Mining einem Lotterielos gleicht
Das heutige Bitcoin-Mining wird von wenigen Schwergewichten dominiert. Foundry, Antpool, F2pool, ViaBTC und Spiderpool vereinten am 11. September 2026 zusammen 78,31 Prozent der gesamten Hashrate, wie Daten von mempool.space zeigen – der Rest verteilt sich auf alle übrigen Teilnehmer. Wer stattdessen solo mint, tritt gegen diese industriellen Rechenzentren an, ohne die Belohnung mit anderen zu teilen: Wird ein Block gefunden, gehört die komplette Vergütung dem einzelnen Miner, bleibt der Fund aus, gibt es keinerlei Trostzahlung. Wie stark sich die Mining-Ökonomie insgesamt seit der jüngsten Hashpreis-Erholung verändert hat, zeigt eine Einordnung zu Bitcoin-Mining, Hashpreis und dem Pivot zur KI-Infrastruktur.
Block 966351 bringt 3,147 BTC
Der aktuelle Fund ist bereits der zweite dieser Art innerhalb kurzer Zeit, allerdings über einen anderen Anbieter: Am 2. August hatte ein Miner über Solo CKPool bei Block 960804 bereits 3,1569 BTC eingesammelt. Damit stammen die beiden jüngsten Solo-Erfolge des Netzwerks von zwei unterschiedlichen Diensten.
Braiins-CEO Eli Nagar reagierte auf X mit den Worten: „Somewhere, someone’s having a very good day. Congratulations to the miner who just found block 966351 on Braiins Solo. Glad we could be part of it.“
Die Auszahlung ist kein Beleg für planbare Profitabilität
So spektakulär die Auszahlung wirkt, sie sagt wenig über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit von Solo-Mining aus. Einzelne Miner konkurrieren dauerhaft mit Betrieben, die Tausende Maschinen im Dauerbetrieb laufen lassen, und die Wartezeit bis zum nächsten Treffer bleibt völlig ungewiss. Wer über Monate ohne Fund bleibt, trägt in dieser Zeit weiterhin Stromkosten und Hardware-Abnutzung – ein Aspekt, der auch bei steuerlichen Betrachtungen von Mining-Erträgen relevant wird, wie etwa der Steuerstreit um Krypto-Mining in Schweden zeigt.
Der kleine Teilnehmer bleibt im Rennen
Für die großen Pools ist ein weiterer gefundener Block Routine. Für einen Solo-Miner kann er die Auszahlung sein, auf die er jahrelang gewartet hat. Block 966351 belegt, dass das Mining-Lotto trotz der erdrückenden Dominanz der Branchengrößen gelegentlich weiterhin den kleinen Teilnehmer belohnt.
Kryptowährungen sind volatil und der Handel sowie das Mining bergen erhebliche Risiken. Transaktionen sind pseudonym, nicht anonym, und Handelsplätze unterliegen zunehmend strengen KYC-Vorgaben. Wer sich näher mit den regulatorischen Rahmenbedingungen des Minings befassen möchte, findet weitere Einordnung im Beitrag zum Steuerstreit um Krypto-Mining in Schweden.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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