Die schwedische Steuerbehörde (STA) hat sechs in Boden tätige Krypto-Mining-Unternehmen mit Steuernachzahlungen und Strafen von rund 56,5 Millionen US-Dollar beziehungsweise 540 Millionen schwedischen Kronen belegt. Die im Titel der zugrunde liegenden Meldung genannte Summe von 51 Millionen US-Dollar weicht damit von der dort genannten Gesamtsumme ab. Die Maßnahmen folgen auf eine umfassendere Prüfung von Kryptowährungsunternehmen in Schweden.
Inhalt der Maßnahme
Nach Angaben im Bericht wirft die STA den Unternehmen vor, irreführende Betriebsstrukturen eingesetzt zu haben. Damit sollen aktive Mining-Aktivitäten verschleiert worden sein, um Steuervergünstigungen zu erhalten, die für herkömmliche Rechenzentren vorgesehen sind.
Die Forderungen gehen auf eine Branchenprüfung im Zeitraum von 2024 bis 2026 zurück. Dabei wurden landesweit neun Kryptowährungsunternehmen mit mehr als 50 Millionen US-Dollar an Steuerrückständen und Strafen belegt. Sechs Unternehmen aus Boden machten laut Bericht den überwiegenden Teil dieser Summe aus. Mehrere betroffene Unternehmen legten Einspruch gegen die Steuerbescheide ein. Verwaltungsgerichte und ein Berufungsgericht bestätigten die Feststellungen der Steuerbehörde bislang.
Bikupan Datacenter legt Einspruch ein und wartet auf das Oberste Verwaltungsgericht
Zu den betroffenen Unternehmen zählt Bikupan Datacenter, das Standorte in Boden und Robertsfors betreibt. Das Unternehmen leitete eine finanzielle Umstrukturierung ein, nachdem es seinen Steuerverbindlichkeiten nicht nachkommen konnte. Zugleich ist eine Berufung beim Obersten Verwaltungsgericht anhängig. Eine Entscheidung in diesem Verfahren steht noch aus.
Behörde und Unternehmen widersprechen sich bei der Einordnung der Aktivitäten
Johanna Törnblad, Geschäftsführerin von Bikupan Datacenter und schwedische Landesleiterin der Muttergesellschaft Hive Digital Technologies Ltd., weist die Einschätzung der Steuerbehörde laut Bericht zurück. Demnach argumentiert das Unternehmen, das Mining werde von externen, von der HIVE-Gruppe unabhängigen Mining-Pools betrieben. Die Hive-Unternehmen verkauften Rechenkapazität, die auch für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz genutzt werden könne.
Die STA bewertet die Strukturen dagegen anders. Laut Bericht sieht die Behörde bei geprüften Unternehmen Konstruktionen, die eine Beteiligung am Mining verdecken und den Zugang zu nicht zustehenden Steuervorteilen ermöglichen sollen.
Fazit und Einordnung
Der Fall verbindet Steuerforderungen gegen sechs Unternehmen in Boden mit einer landesweiten Prüfung der Branche. Für Bikupan Datacenter ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen, da die Berufung beim Obersten Verwaltungsgericht anhängig ist. Eine Untersuchung von SVT Norrbotten aus dem Jahr 2024 hatte zuvor geschätzt, dass Kryptowährungsunternehmen den schwedischen Staat um rund 100 Millionen US-Dollar betrogen haben könnten. Der Bericht verweist zudem darauf, dass sich ein großer Teil der untersuchten Aktivitäten auf Boden konzentrierte.
Risikohinweis und Call-to-Action
Wer sich mit Krypto-Mining-Unternehmen oder entsprechenden Beteiligungen beschäftigt, sollte laufende Steuer- und Gerichtsverfahren berücksichtigen. Im vorliegenden Fall sind Steuerbescheide, Einsprüche und eine noch ausstehende Überprüfung durch das Oberste Verwaltungsgericht wesentliche Informationen für die Einordnung der betroffenen Unternehmen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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