Thailands Securities and Exchange Commission (SEC) hat eine Konsultation zu einem Vorschlag eröffnet, der Stablecoin-Transfers über lizenzierte Anbieter künftig an einen Same-Owner-Test knüpfen würde. Einzahlungen auf ein Kundenkonto müssten demnach von einem als dem Kunden zugehörig verifizierten Konto oder Wallet stammen, Auszahlungen müssten an ein ebenso verifiziertes eigenes Konto gehen – Transfers von und an fremde Konten wären damit untersagt. Der Vorschlag ist bislang noch keine geltende Regel, sondern befindet sich im Konsultationsstadium.
So sollen Eigentumsprüfung, Limits und Ausnahmen funktionieren
Die Einschränkung würde ausschließlich für Transfers über von der thailändischen SEC beaufsichtigte Digital-Asset-Anbieter greifen, nicht für Peer-to-Peer-Transfers, die vollständig außerhalb dieser Anbieter stattfinden. Zusätzlich sollen Transferwerte zur nachgewiesenen Einkommensquelle und finanziellen Lage des Kunden passen – eine Art Plausibilitätsprüfung, die über klassische KYC-Checks hinausgeht.
Für eingehende und ausgehende Transfers ist jeweils ein Limit von 5 Millionen Baht pro Person, Anbieter und Tag vorgesehen. Dieses Tageslimit kann bei Transfers zwischen Kundenkonten über SEC-beaufsichtigte Anbieter entfallen, sofern beide Anbieter die Travel Rule einhalten. Weitere Ausnahmen betreffen bestimmte Geschäftstransfers von Anbietern, von der Bank of Thailand autorisierte Betreiber sowie Stablecoin-/Baht-Market-Maker.
Wichtig für die Einordnung: Unklar bleibt, ob eine solche Limitbefreiung auch den separat formulierten Same-Owner-Test aufhebt – die Primärquelle stellt dies ausdrücklich als offene Frage dar. Als Begründung nennt die SEC Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche, Cyberkriminalität und der Umgehung von Regeln für internationale Geldtransfers, insbesondere bei stark gewachsenen USDT-Volumina.
Umsetzungswahrscheinlichkeit und offene Fragen
Die SEC-Board-Prinzipien wurden am 3. September 2026 gebilligt, die öffentliche Konsultation startete am 11. September 2026. Stellungnahmen sind bis zum 25. September 2026 möglich; ein Inkrafttreten der Stablecoin-Beschränkungen selbst wurde noch nicht genannt. Die separate Travel Rule, die Betreiber zur Identifizierung beider Transferseiten verpflichtet, tritt unabhängig davon am 27. Februar 2027 in Kraft.
Zwei Punkte dürften den weiteren Prozess prägen: erstens, ob die Travel-Rule-konforme Ausnahme künftig nur das Tageslimit oder auch die Eigentumsbedingung betrifft, und zweitens, welche konkreten Prüfprozesse die finale Regel nach Auswertung der Konsultation vorschreibt.
Fazit und Einordnung
Der Vorschlag würde Nutzer von Stablecoins bei Transfers über lizenzierte thailändische Anbieter deutlich stärker an die eigene verifizierte Wallet oder das eigene Konto binden – ein Modell, das sich mit ähnlichen Beschränkungen bei anderen regulierten Stablecoin-Programmen deckt, wie sie etwa im USDC-Grenzüberschreitungstest auf Stellar oder beim CHFD-Praxistest sichtbar wurden. Bis zum Abschluss der Konsultation am 25. September 2026 bleibt die Maßnahme jedoch Vorschlag, nicht Gesetz.
Anleger, die Stablecoins über thailändische Plattformen bewegen, sollten die pseudonyme Natur von Kryptowährungen nicht mit regulatorischer Anonymität verwechseln: KYC-Pflichten und Wallet-Verifizierung greifen bereits heute bei den meisten lizenzierten Anbietern. Wie stark regulatorische Vorgaben die praktische Nutzung von Stablecoins in Zahlungsprogrammen beeinflussen, zeigt auch der Beitrag zu Stablecoin-Finanzierung und Visa-Kartenprogrammen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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