Strategy hat die Genehmigung für Rückkäufe seiner Vorzugsaktie STRC auf 2 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Die Entscheidung fiel, obwohl das Papier am 8. September – dem von Michael Saylor genannten Meilenstein – noch nicht wieder bei seinem angegebenen Nennwert von 100 US-Dollar notierte. Laut Primärquelle lag STRC am Dienstag bei etwa 97 bis 98 US-Dollar, rund 2 Prozent unter dieser Marke.
Rückkäufe nähern sich der ursprünglichen Milliardengrenze
Die ursprüngliche Rückkaufermächtigung belief sich auf 1 Milliarde US-Dollar. Seit Juli hat Strategy davon bereits rund 811,5 Millionen US-Dollar ausgegeben – ohne die jetzige Aufstockung wären nur noch etwa 188,5 Millionen US-Dollar verfügbar gewesen.
Zwischen dem 31. August und dem 7. September kaufte das Unternehmen 1,81 Millionen STRC-Aktien für 176,3 Millionen US-Dollar zurück, im Schnitt für rund 97,36 US-Dollar je Stück. Es war laut Daten von STRC.live der bislang größte wöchentliche Kauf der Kampagne. Unter der neuen Obergrenze verbleiben Strategy nun 1,19 Milliarden US-Dollar für weitere Rückkäufe. Vor Beginn der Kampagne war STRC auf etwa 71 US-Dollar gefallen; die ersten Käufe lagen bei 25 Millionen US-Dollar zu durchschnittlich 86,52 US-Dollar.
Rückführung zum Nennwert konkurriert mit Bitcoin-Käufen
Jede unter dem Nennwert zurückgekaufte Aktie reduziert 100 US-Dollar an Vorzugskapital samt der zugehörigen Dividendenverpflichtung – ein Vorteil, der schrumpft, je näher STRC an die 100-Dollar-Marke rückt. In der Vorwoche hatte Strategy noch 602,8 Millionen US-Dollar über MSTR-Verkäufe aufgenommen, 151,8 Millionen US-Dollar in STRC-Rückkäufe gesteckt und zusätzlich 4.603 Bitcoin für 369,7 Millionen US-Dollar gekauft.
In der jüngsten Woche verkaufte das Unternehmen jedoch keine MSTR-Aktien über sein ATM-Programm und erwarb auch keine Bitcoin. Die kompletten 176,3 Millionen US-Dollar für STRC stammten aus der USD-Cash-Reserve, die zum Stichtag 1,44 Milliarden US-Dollar umfasste. Die separate USD Reserve lag bei 5,10 Milliarden US-Dollar und dient laut Unternehmensangaben unter anderem der Deckung von Vorzugsdividenden und Schuldzinsen. Strategy hielt am 7. September 845.050 Bitcoin, erworben für insgesamt 63,73 Milliarden US-Dollar bei einem Durchschnittspreis von rund 75.412 US-Dollar – ein Bestand, der die indirekte Bitcoin-Exposure von Strategy-Anlegern maßgeblich prägt.
STRC soll wieder als Finanzierungsinstrument funktionieren
STRC wurde als unbefristetes Finanzierungsinstrument mit variabler Dividende konzipiert, dessen Marktpreis nahe dem Nennwert von 100 US-Dollar bleiben soll. Strategy verfolgt zudem die Politik, keine neuen STRC-Aktien unter Nennwert auszugeben – solange der Kurs im Discount notiert, kann das Papier seine vorgesehene Finanzierungsfunktion also nicht voll erfüllen.
Das ursprüngliche Angebot wurde 2025 von geplanten 5 Millionen auf mehr als 28 Millionen Aktien ausgeweitet und brachte rund 2,52 Milliarden US-Dollar ein. Eine dauerhafte Rückkehr zu 100 US-Dollar würde diesen Ausgabekanal wieder öffnen und Strategy erlauben, frisches Vorzugskapital aufzunehmen, ohne so stark auf MSTR-Verkäufe angewiesen zu sein – die aktuelle Kampagne bindet dafür aber Mittel, die sonst in weitere Bitcoin-Käufe fließen könnten.
Ausblick: Reicht der zusätzliche Rückkaufrahmen aus?
Der nächste Prüfpunkt ist, wie viel von der erweiterten Ermächtigung Strategy tatsächlich einsetzen muss, bevor externe Nachfrage STRC eigenständig nahe dem Nennwert hält. Erst dann könnte das Papier von einem Kapitalverbraucher wieder zu einem Kapitalbeschaffer werden. Einen festen Zeitplan für das Ende der Rückkäufe oder die Wiederaufnahme der Bitcoin-Käufe nennt Strategy bislang nicht.
Kryptowährungen und darauf basierende Anlageprodukte wie Strategys Vorzugsaktien unterliegen erheblichen Kursschwankungen; Transaktionen an regulierten Börsen können zudem KYC- und Identitätsprüfungen erfordern.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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