Ark-Experte kritisiert Solana: Darum ist SOL in großer Gefahr
Solana bleibt im Bärenmarkt gefangen. Der SOL-Kurs ist erneut unter 75 US-Dollar gefallen und notiert damit rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch. Während sich Bitcoin und Ethereum zuletzt zumindest zeitweise stabilisieren konnten, zeigt Solana auch gegenüber den größten Kryptowährungen relative Schwäche. Kaufdruck, Dynamik und nachhaltiges Momentum fehlen weiterhin. Nun kommt zusätzliche Kritik ausgerechnet von ARK […]
Solana bleibt schwach und notiert deutlich unter seinem bisherigen Allzeithoch.
ARK kritisiert fehlende Marktanteile in zentralen Wachstumsfeldern des Kryptomarktes deutlich.
Yakovenko sieht tokenisierte Aktien als globalen, unausweichlichen Blockchain-Megatrend entstehen künftig.
Solanas Geschwindigkeit könnte weltweite Aktienmärkte günstiger, liquider und zugänglicher machen.
Solana bleibt im Bärenmarkt gefangen. Der SOL-Kurs ist erneut unter 75 US-Dollar gefallen und notiert damit rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch. Während sich Bitcoin und Ethereum zuletzt zumindest zeitweise stabilisieren konnten, zeigt Solana auch gegenüber den größten Kryptowährungen relative Schwäche. Kaufdruck, Dynamik und nachhaltiges Momentum fehlen weiterhin.
Nun kommt zusätzliche Kritik ausgerechnet von ARK Invest. Die Investmentgesellschaft von Cathie Wood ist für ihre langfristigen Wetten auf disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotik und Blockchain bekannt. Lorenzo Valente, Director of Digital Assets Research bei ARK, sieht Solana derzeit an einem strategisch schwierigen Punkt.
ARK-Experte warnt: Solana fehlt die nächste große Wachstumsgeschichte
Nach Einschätzung von Lorenzo Valente liegt Solanas Problem nicht primär in der Technologie. Das Netzwerk bleibt schnell, günstig und technisch leistungsfähig. Allerdings werde Solana inzwischen in nahezu allen wichtigen Wachstumsbereichen des Kryptomarktes von spezialisierten Konkurrenten unter Druck gesetzt. Die Blockchain benötige deshalb einen neuen „Speer“ – also eine Anwendung oder ein Marktsegment, das dem gesamten Ökosystem wieder eine klare Richtung gibt.
Im Spot-Handel sei die Liquidität zunehmend auf verschiedene Plattformen und proprietäre Automated Market Maker verteilt. Frühere Vorzeigeprojekte wie Raydium oder Orca wirkten weniger konkurrenzfähig, während externe Anbieter Marktanteile gewinnen. Damit droht Solana ausgerechnet in jenem Bereich an Bedeutung zu verlieren, der lange zum Kern der eigenen Identität gehörte: schnelle, liquide und vollständig On-Chain abgewickelte Märkte.
Solana needs a new spear: Why I think the chain is in a tricky spot right now
Solana’s core ambition and really its entire culture has always been to create a unified state where markets move fastest, trades settle fastest, and price discovery happens.
Noch deutlicher fällt die Kritik bei Krypto-Derivaten aus. Dieser Markt hätte aufgrund der hohen Geschwindigkeit eigentlich Solanas Paradedisziplin werden können. Stattdessen konzentriert sich ein großer Teil des Handels mittlerweile auf Plattformen wie Hyperliquid und Lighter. Solana verfüge aktuell über kein Produkt, das bei Volumen und Nutzerinteresse mit den führenden Derivatebörsen mithalten könne.
Auch bei tokenisierten Real-World Assets sieht Valente strukturelle Nachteile gegenüber Ethereum und dem breiteren EVM-Ökosystem. Zwar ist Solanas RWA-Sektor zuletzt deutlich gewachsen und erreichte laut Solana im Mai 2026 einen Wert von mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar. Dennoch bleibt Ethereum bei klassischen tokenisierten Finanzprodukten stark positioniert. Chancen sieht der Analyst insbesondere bei tokenisierten Aktien und den darauf basierenden Derivaten.
Bei Prognosemärkten dominieren wiederum Kalshi und Polymarket. Selbst im bisherigen Solana-Kernbereich aus Memecoins und Launchpads könnte die enorme Reichweite etablierter Finanzplattformen langfristig zur Gefahr werden. Hinzu komme ein schwächeres Narrativ auf Investorenseite: Dem Ökosystem fehle zunehmend ein einflussreicher Fürsprecher, der eine neue Investmentthese formuliert.
Valentes Fazit ist deshalb nicht grundsätzlich bearish. Solana verfüge weiterhin über hervorragende Entwickler und ambitionierte Projekte. Der Fokus liege derzeit jedoch stärker auf technischen Verbesserungen als auf wachsendem Marktanteil. Damit der SOL-Kurs langfristig neues Momentum entwickelt, braucht das Netzwerk eine erfolgreiche Anwendung, die Nutzer, Liquidität und Handelsaktivität in großem Umfang zurückbringt.
Solana-Mitgründer sieht tokenisierte Aktien als unausweichlichen Megatrend
Trotz der aktuellen Schwächen des Ökosystems sieht Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko bei tokenisierten Aktien eine gewaltige Wachstumschance. Seine These: Weltweit entsteht immer mehr Vermögen, während ein großer Teil der erfolgreichsten und innovativsten Unternehmen aus den USA stammt. Anleger in zahlreichen Ländern möchten deshalb Zugang zu amerikanischen Aktien erhalten. Dieser Zugang bleibt jedoch häufig durch lokale Vorschriften, eingeschränkte Handelszeiten, hohe Gebühren oder eine fragmentierte Finanzinfrastruktur begrenzt.
Toly on why tokenized stocks on Solana are inevitable:
"The world is getting wealthier. The companies making the world wealthier are American companies. They have the cheapest, best products that are globally scalable, and people want access to investment into these great… pic.twitter.com/VhtkwLKsGm
Genau hier könnte die Blockchain ihre Stärken ausspielen. Tokenisierte Aktien lassen sich grundsätzlich rund um die Uhr handeln, global übertragen und direkt mit anderen digitalen Vermögenswerten kombinieren. Dadurch könnte Liquidität über Ländergrenzen hinweg zusammengeführt werden. Yakovenko betrachtet die Tokenisierung daher nicht nur als kurzfristigen Krypto-Trend, sondern als nächsten logischen Versuch, die weltweite Nachfrage nach US-Aktien mit dem vorhandenen Angebot zu verbinden.
Für Solana könnte dieses Segment zum dringend benötigten Wachstumstreiber werden. Das Netzwerk bietet niedrige Gebühren, schnelle Transaktionen und eine Architektur, die grundsätzlich für hohe Handelsvolumina ausgelegt ist. Gelingt es Solana, einen liquiden Markt für tokenisierte Aktien und später auch entsprechende Derivate aufzubauen, könnte daraus genau jene führende Anwendung entstehen, die ARK-Experte Lorenzo Valente derzeit vermisst. Die Konkurrenz durch Ethereum und andere Netzwerke bleibt jedoch erheblich.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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