Bitcoin ist innerhalb von vier Handelstagen von rund 87.000 auf etwa 83.000 Dollar gefallen, obwohl US-Spot-Bitcoin-ETFs in derselben Woche netto 2,39 Milliarden Dollar einsammelten. Der Gegensatz zwischen institutionellem Kapitalzufluss und fallendem Kurs markiert eines der ungewöhnlicheren Marktsignale der vergangenen Woche.
Rekordwoche bei ETFs trifft auf geopolitischen Gegenwind
Am Montag, den 28. September, notierte Bitcoin bei rund 83.100 Dollar und damit 1,6 Prozent unter dem Vortagesniveau, wie crypto.news berichtete. Auslöser war unter anderem die Ablehnung des iranischen Sieben-Tage-Plans zur Öffnung der Straße von Hormuz durch die US-Regierung unter Donald Trump, was den Ölpreis über 100 Dollar je Barrel trieb und die Nasdaq-Futures um 0,7 Prozent belastete.
Gleichzeitig verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche bis zum 25. September ihren stärksten Wochenzufluss seit Oktober 2025. Allein BlackRocks IBIT zog laut Finbold 1,16 Milliarden Dollar an. Die Dynamik ließ jedoch binnen weniger Tage sichtbar nach: Während am Montag noch 999 Millionen Dollar in die Produkte flossen, waren es am Freitag nur noch 134 Millionen.
Warum die Nachfrage den Preis nicht trägt
Die Divergenz zwischen ETF-Kapital und Spot-Kurs lässt sich mit Verkaufsdruck im Bereich zwischen 84.000 und 85.000 Dollar erklären, wo institutionelle Käufe offenbar auf ebenso starke Abgabebereitschaft treffen. Der laufende Zufluss-Trend bei den Bitcoin-ETFs zeigt damit, dass Kapitalzuwachs allein derzeit keine automatische Kursbeschleunigung garantiert.
Hinzu kommt makroökonomischer Gegenwind: Der US-10-Jahres-Treasury-Yield stieg auf das höchste Niveau seit 2007, was steigende US-Renditen und einen Abbau von Leverage begünstigt und renditelose Anlagen wie Bitcoin relativ unattraktiver macht. Analysten von CryptoQuant registrierten parallel Netto-Abflüsse von rund 13.800 BTC von Binance binnen eines Tages, den größten Tagesabfluss seit 2023, was auf Umschichtung in Custody-Lösungen statt auf reinen Verkaufsdruck hindeuten könnte. Der beschriebene Widerspruch zwischen ETF-Nachfrage und schwacher Spot-Nachfrage bleibt damit die zentrale Erklärung für die aktuelle Kursschwäche.
Oktober-Prognose zwischen 75.000 und 98.000 Dollar
Für Oktober rechnet CoinCodex im Basisszenario mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent mit einer Spanne zwischen 90.000 und 98.000 Dollar, während ein Rückfall auf 75.000 Dollar als Alternativszenario im Raum steht. Kurzfristig wird bereits bis zum 5. Oktober ein Rücksetzer auf rund 82.458 Dollar für möglich gehalten, wobei die Zone zwischen 82.000 und 84.000 Dollar als Unterstützung gilt und der erste nennenswerte Widerstand bei 90.000 Dollar liegt.
Zwei Datenpunkte dürften in den kommenden Tagen richtungsweisend sein: die PCE-Inflationsdaten am 30. September und der US-Arbeitsmarktbericht am 2. Oktober. Beide Berichte werden zeigen, ob die Federal Reserve Spielraum für weitere geldpolitische Lockerung sieht, was für risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin unmittelbar relevant wäre.
Risikohinweis: Kryptowährungen unterliegen hoher Volatilität, und Transaktionen sind trotz Pseudonymität durch KYC-Vorgaben bei regulierten Anbietern nachvollziehbar. Anleger sollten Kursziele stets als Szenarien und nicht als Garantie verstehen und eigene Positionsgrößen entsprechend konservativ wählen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit zufrieden sind.