Bitcoin Prognose: Bärenmarkt zu Ende? Indikator schlägt Alarm
Der Kryptomarkt bleibt volatil und reagiert stark auf geopolitische Nachrichten. Bitcoin fiel zunächst, konnte sich aber wieder in Richtung 63.000 US-Dollar erholen. On-Chain-Daten machen Hoffnung, dass die Kapitulation weit fortgeschritten ist. Dennoch mahnen Makro-Indikatoren weiter zur Vorsicht.
Langfristige Bitcoin-Halter sitzen ähnlich stark im Verlust wie frühere Zyklusböden.
Verkäufer-Erschöpfung könnte erreicht sein, da viele schwache Hände kapitulierten.
Makro-Gegenwind verhindert bislang eine klare Entwarnung für den Bitcoin-Markt.
Heute zeigt sich am Kryptomarkt erneut starke Volatilität. Zunächst sorgten Berichte über das Ende der Waffenruhe zwischen den USA und Iran für Druck auf Risikoanlagen. Bitcoin fiel zeitweise deutlich zurück, konnte sich im Tagesverlauf jedoch wieder erholen und notiert aktuell im Bereich von 63.000 US-Dollar.
Damit bleibt der Markt kurzfristig nervös, doch einige langfristige On-Chain-Indikatoren machen Hoffnung. Besonders die Verluste langfristiger Bitcoin-Halter deuten darauf hin, dass der Bärenmarkt bereits weit fortgeschritten sein könnte.
Bitcoin-Indikator macht Hoffnung: Ist die Kapitulation schon erreicht?
Ein spannender Blick richtet sich aktuell auf die sogenannte „Long-Term Holder Supply in Loss“. Diese Kennzahl zeigt, welcher Anteil des Bitcoin-Angebots von langfristigen Haltern gehalten wird, die aktuell im Verlust liegen. Gemeint sind also Coins, die schon länger nicht bewegt wurden und deren Einstandskurs über dem aktuellen Marktpreis liegt. Genau diese Metrik gilt als wichtig, weil sie in früheren Bärenmärkten häufig extreme Kapitulationsphasen sichtbar machte.
Der Analyst Adam Livingston verweist darauf, dass diese Kennzahl an den letzten großen Bitcoin-Böden auffällig ähnliche Werte erreichte. Im Januar 2015 lag die Long-Term-Holder-Supply im Verlust bei rund 33,8 Prozent, im Dezember 2018 ebenfalls bei 33,8 Prozent und im November 2022 bei 36,2 Prozent. Aktuell soll der Wert erneut bei rund 36,2 Prozent liegen, nachdem er Ende Juni sogar kurzzeitig auf 39,1 Prozent gestiegen war. Damit befindet sich der Indikator wieder in genau jener Zone, die historisch mit tiefer Erschöpfung im Markt verbunden war.
Bitcoin bear markets don't end on a date. They end when there is no one left to capitulate.
At the last three cycle bottoms, Long-Term Holder supply in loss saturated at nearly the identical level:
Jan 2015: 33.8% of supply Dec 2018: 33.8% Nov 2022: 36.2%
Die Logik dahinter ist einfach: Wenn sehr viele langfristige Halter im Verlust sitzen, wurde ein großer Teil des Marktes bereits neu bewertet. Viele schwache Hände haben verkauft, während neue Käufer die Coins auf deutlich niedrigeren Niveaus übernommen haben. Irgendwann entsteht dadurch eine Art Verkäufer-Erschöpfung. Nicht jeder muss bereits wieder bullisch sein, aber der Verkaufsdruck nimmt ab, weil viele potenzielle Verkäufer bereits kapituliert haben.
Auch die kurzfristigen Halter liefern laut dieser Analyse ein ähnliches Signal. Deren Anteil im Verlust sei zuletzt stark gefallen, obwohl sich der Bitcoin-Kurs kaum bewegt habe. Das deutet darauf hin, dass die Kostenbasis vieler Marktteilnehmer bereits in der Nähe der Tiefs neu gesetzt wurde. Historisch bedeutet das nicht zwingend eine sofortige Rallye. Es kann auch eine längere Seitwärtsphase folgen. Doch der Indikator spricht dafür, dass Bitcoin dem zyklischen Boden näher sein könnte als dem Beginn eines neuen Abverkaufs.
Makro-Indikatoren belasten: Warum Analysten noch nicht Entwarnung geben
Trotz dieser konstruktiven On-Chain-Signale sehen viele Analysten den Bitcoin-Bärenmarkt noch nicht endgültig beendet. Denn während die Halterstruktur zunehmend nach Kapitulation aussieht, bleibt das makroökonomische Umfeld weiterhin ein Belastungsfaktor. Gerade Bitcoin reagiert in schwachen Marktphasen stark auf Liquidität, Zinsen, geopolitische Risiken und die allgemeine Risikobereitschaft der Anleger. Genau hier gibt es weiterhin Gegenwind.
Ein zentraler Punkt bleibt die Geldpolitik. Solange die großen Notenbanken keine klare Lockerung signalisieren oder Liquidität nicht spürbar in die Märkte zurückkehrt, fehlt vielen Risikoanlagen der nachhaltige Rückenwind. Bitcoin kann sich kurzfristig zwar immer wieder stark erholen, doch für einen neuen Bullenmarkt braucht es meist mehr als nur Verkäufer-Erschöpfung. Es braucht neue Nachfrage, frisches Kapital und ein Umfeld, in dem Investoren wieder bereit sind, Risiko aufzubauen.
🚨 CHARLES SCHWAB'S DIRECTOR OF DIGITAL CURRENCIES RESEARCH SAYS BITCOIN IS IN A CLASSIC BEAR MARKET
And he named exactly what's making it worse right now.
Here's what he said:
"Bitcoin entered its latest bear market in October. This is a type of event that takes some time to… pic.twitter.com/OV9hth7r2r
Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten wie zuletzt rund um die Spannungen zwischen den USA und Iran. Solche Nachrichten können kurzfristig starke Abverkäufe auslösen, weil Marktteilnehmer Liquidität sichern und riskante Positionen reduzieren. Der schnelle Rebound zeigt zwar, dass Käufer vorhanden sind. Gleichzeitig verdeutlicht die Reaktion aber auch, wie fragil das Sentiment weiterhin bleibt.
Deshalb ist die aktuelle Lage zweigeteilt. On-Chain-Daten sprechen dafür, dass ein großer Teil der Kapitulation bereits stattgefunden haben könnte. Makro-Indikatoren mahnen jedoch zur Vorsicht. Ein Boden kann sich bilden, ohne dass sofort ein neuer Aufwärtstrend startet. Möglich bleibt daher eine längere Seitwärtsphase oder ein weiterer Rücksetzer, bevor Bitcoin wirklich nachhaltig Stärke zeigt.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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