Ethereum Prognose: Vitalik Buterin behauptet, das Blockchain-Trilemma gelöst zu haben

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat mit einem aktuellen Beitrag auf X eine intensive Diskussion innerhalb der Krypto-Community ausgelöst. Darin erklärt er, Ethereum habe das berüchtigte Blockchain-Trilemma mithilfe neuer technischer Upgrades erstmals praktisch überwunden. Im Fokus stehen dabei PeerDAS und zkEVMs, die Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralität vereinen sollen. Doch nicht alle Anleger teilen Buterins Einschätzung!

Dennis Geisler von Dennis Geisler Updated 4 Min. read
Ethereum Prognose: Vitalik Buterin behauptet, das Blockchain-Trilemma gelöst zu haben

Das Wichtigste in Kürze

  • Buterin argumentiert, dass PeerDAS und zkEVMs Ethereum erlauben, Rechenarbeit effizienter zu verteilen, ohne dabei Konsens oder Dezentralität negativ zu beeinträchtigen.
  • Aktuell ist jedoch nur PeerDAS vollständig im Mainnet migriert, während zkEVMs weiterhin getestet werden.
  • Bis 2030 plant Ethereum weitreichende strukturelle Upgrades, die höhere Gaslimits und eine neue Validierungsarchitektur ermöglichen sollen.

ETH-Mitbegründer Vitalik Buterin sorgt mit einem Beitrag auf X für hitzige Debatten

Während der Markt für digitale Währungen mit positivem Momentum in die neue Handelswoche gestartet ist und Bitcoin zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels sogar über 94.000 US-Dollar notiert, hat ein X-Beitrag des Ethereum-Mitbegründers Vitalik Buterin für Aufsehen gesorgt. In diesem behauptete er nämlich, mit neuen Verbesserungen bei Ethereum das Blockchain-Trilemma gelöst zu haben:

Doch fangen  wir von vorne an: In seinem Beitrag verweist der Ethereum-Mitgründer zunächst auf zwei zentrale technologische Upgrades, die Ethereum jüngst erhalten hat – PeerDAS sowie zkEVMs.

Buterin macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um kleine Optimierungen handelt. Vor allem im Zusammenspiel könnten diese Technologien Ethereum grundlegend verändern.

PeerDAS soll die Datenverfügbarkeit deutlich verbessern und das Netzwerk skalierbarer machen, während zkEVMs komplexe Berechnungen sichere Verifizierung außerhalb der Mainchain ermöglichen.

Dadurch kann Ethereum mehr Transaktionen verarbeiten, ohne Sicherheit oder Dezentralität aufzugeben. Allerdings spricht Buterin in diesem Zusammenhang von einem „kind of decentralized network“ – eine irreführende Formulierung, auf die ich später noch einmal näher eingehe.

So unterscheidet sich Ethereum laut Buterin von anderen P2P-Netzwerken

Um seine Sichtweise zu verdeutlichen, greift der Ethereum-Mitbegründer auf renommierte Beispiele aus der Welt der Peer-to-Peer-Netzwerken zurück:

Das im Jahr 2001 gestartete Bittorrent-Netzwerk gilt zwar als extrem dezentral und kann enorme Datenmengen verarbeiten, allerdings gibt es hier keinen zentralen Konsens über den aktuellen Zustand des Netzwerks.

Bitcoin, das 2009 online ging, verfolgt den gegenteiligen Ansatz. Das Netzwerk ist ebenfalls stark dezentral, zeichnet sich aber vor allem durch einen sehr robusten Konsens aus.

Jede Full-Node überprüft sämtliche Transaktionen selbst. Genau darin liegt aber auch die technische Grenze: Die Arbeit wird nicht aufgeteilt, sondern von allen Teilnehmern wiederholt bzw. repliziert. Das sorgt für Sicherheit, begrenzt jedoch die Skalierbarkeit.

Genau hier schwingt Buterin den Bogen zu Ethereum: Dieses versucht, hohe Dezentralität und verlässlichen Konsens beizubehalten, gleichzeitig aber die Arbeit effizienter zu verteilen. PeerDAS und zkEVMs sollen genau diese Lücke künftig schließen – und Ethereum leistungsfähiger machen, ohne dabei seine Grundprinzipien aufzugeben.


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Diese Ziele verfolgen Ethereum-Entwickler bis 2030

Gegen Ende seines Beitrags sorgt Vitalik Buterin für Diskussionsstoff: Er stellt die Behauptung auf, dass es Ethereum erstmals gelungen sei, das klassische Blockchain-Trilemma zu überwinden – und zwar nicht nur theoretisch, sondern „als funktionierenden Code“.

Gleichzeitig relativiert er diese Aussage jedoch. Aktuell sei lediglich PeerDAS vollständig im Mainnet migriert. ZK-EVMs hingegen befinden sich weiterhin in einer Testumgebung, die zwar seit 2020 erprobt wird, aber noch nicht endgültig im Mainnet integriert ist.

Allerdings macht der Ethereum-Mitbegründer deutlich, dass sich Ethereum in einen langfristigen Transformationsprozess befindet, welcher schrittweise bis 2030 umgesetzt werden soll:

Ab 2026 sollen die Gaslimits deutlich steigen, was durch durch neue Mechanismen wie Block Access Lists (BALs) und die verankerte Trennung von Proposer und Builder (ePBS) ermöglicht wird. Ab dann soll es erstmals möglich sein, einen ZK-EVM-Knoten im Netzwerk zu betreiben.

Zwischen 2026 und 2028 sind weitere strukturelle Anpassungen geplant. Dazu zählen Änderungen an der Gaspreislogik, eine neue Organisation des Netzwerkzustands sowie die Auslagerung der Execution-Payload in Blobs.

Maßnahmen, die sicherstellen, dass höhere Gaslimits stabil und ohne Sicherheitsrisiken umgesetzt werden können.

In der Phase von 2027 bis 2030 rechnet Buterin mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gaslimit, „da ZKEVM zur primären Methode für die Blockvalidierung im Netzwerk wird.“

Fazit: Ich glaube an die Zukunft von Ethereum – nicht aber an die Lösung des Blockchain-Trilemmas

Unterm Strich lassen sich für mich zwei Dinge klar festhalten: Erstens arbeitet das Ethereum-Team kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Netzwerks – und hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass sich dieser Ansatz auszahlt.

Trotz neuer Rekordwerte bei der Netzwerkaktivität kommt es heute kaum noch zu spürbaren Überlastungen. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Gasgebühren in den letzten Monaten deutlich gesunken und liegen inzwischen klar unter früheren Niveaus.

Dies ist ein klarer Beleg dafür, dass technische Verbesserungen auf Protokollebene spürbare Effekte für die Nutzer haben.

Allerdings widerspreche ich Vitalik Buterins Aussage, Ethereum habe das Blockchain-Trilemma gelöst, ausdrücklich und mit Nachdruck:

Ethereum ist zwar näher an einer ausgewogenen Balance zwischen Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralität als jemals zuvor. Doch die Chance einer vollständigen Lösung des Trilemmas ist meiner Meinung nach mit dem Übergang von PoW auf PoS verwirkt.

Proof of Stake belohnt Teilnehmer nämlich proportional zu ihrem eingesetzten Kapital. Große Akteure erhalten dadurch höhere Staking-Erträge, die sie wiederum reinvestieren können. Dieser Effekt verstärkt ihre Position kontinuierlich:

Mehr Stake führt zu mehr Rewards, mehr Rewards zu noch mehr Kontrolle. Langfristig begünstigt dieses Modell strukturell kapitalkräftige Entitäten und erschwert so eine gleichmäßige Machtverteilung im Netzwerk.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Ethereum auch in diesem Jahr seine Position als Vize-Marktführen halten beziehungsweise ausbauen kann. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels notiert Ethereum bei rund 3.230 US-Dollar!


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Dennis Geisler

Dennis Geisler, 25, stammt aus Kiel und lebt seit August in Thailand. Im Jahr 2020 kam er erstmals mit Kryptowährungen in Berührung, als er über Binance XRP im Wert von 100 Euro kaufte. Die starken Kursschwankungen und das Potenzial schneller Gewinne zogen ihn in den Bann und weckten sein Interesse an den Mechanismen hinter den Preisbewegungen – von rationalen Marktkräften bis hin zu psychologischen Mustern. Heute verbindet er seine journalistische Leidenschaft mit der Krypto-Welt: Für verschiedene Formate verfasst er Nachrichten, Grundlagenartikel und tiefgehende Blockchain-Analysen. Mit BitBlog engagiert er sich zudem in Norddeutschland für die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen rund um digitale Währungen.

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