Das Wichtigste in Kürze
- Gold ist seit Beginn der Feindseligkeiten am 28 Februar 2026 um etwa 15 Prozent gefallen.
- Bitcoin notiert am heutigen 27 März 2026 laut CoinGecko bei rund 66.500 US-Dollar.
- Gold- und Edelmetallfonds verzeichneten zuletzt weiter Abflüsse.
Gold galt jahrzehntelang als sicherer Hafen in geopolitischen Krisen. Im aktuellen Iran-Konflikt zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Das Edelmetall gerät unter Druck, während Bitcoin vergleichsweise stabil bleibt.
Gold verliert seinen Reflexstatus – zumindest vorerst
Die nackten Zahlen sind schwer wegzudiskutieren. Spot-Gold hat seit Kriegsbeginn am 28. Februar rund 15 Prozent eingebüßt und liegt damit deutlich unter dem Rekordhoch vom Januar. Als zentrale Belastungsfaktoren nennen Analysten steigende Inflationserwartungen, höhere Ölpreise und die Aussicht auf länger hohe Zinsen. Das trifft Gold ins Mark, weil das Metall keine laufenden Erträge abwirft. Wenn Renditen länger oben bleiben, steigt der Opportunitätskostendruck.
Wer die Debatte über das Verhältnis von Bitcoin und Gold vertiefen will, findet dazu bei Coinspeaker den passenden Hintergrund in „Bitcoin entkoppelt sich: Warum das digitale Gold den Klassiker im März 2026 abhängt“.
Bitcoin ist nicht unverwundbar – aber relativ stark
Von echter Fluchtstimmung in Bitcoin zu sprechen, wäre überzogen. CoinGecko taxiert den Bitcoin-Kurs am heutigen 27. März auf rund 66.500 US-Dollar. Auf Tagessicht steht damit ein Minus von rund vier Prozent, auf Wochensicht ein Rückgang von 5,7 Prozent. Das ist kein Bild vollkommener Stärke. Es ist aber im Kontext der aktuellen Marktverwerfungen deutlich stabiler als der Einbruch bei Gold. Bitcoin verliert im geopolitischen Stress zwar ebenfalls, aber eben nicht in derselben Größenordnung wie das Metall, das genau für solche Phasen jahrzehntelang als Standardreferenz galt. Das ist keine endgültige Neubewertung, aber ein Warnsignal an alle, die mit alten Reflexen handeln.

Was hinter der Schwäche von Gold steckt
Die Gold-Schwäche ist nicht einfach eine Abstimmung gegen den Krisenschutz. Gold war vor Ausbruch des Konflikts ein überfüllter Trade. Nach Angaben in einer Reuters-Analyse floss 2025 ein Rekordbetrag in Rohstoff-ETPs, davon 83 Milliarden US-Dollar in Goldprodukte. Kurz vor Kriegsbeginn notierte Gold zudem fast 30 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Wenn dann ein externer Schock kommt und Fonds pauschal Risiko abbauen, werden oft genau die Positionen zuerst verkauft, die zuvor am stärksten gelaufen sind.
Hinzu kommt der Faktor Zins. Der Iran-Krieg hat einen Energieschock ausgelöst, der die Inflationserwartungen nach oben treibt. Genau das reduziert die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen. Reuters verweist darauf, dass Gold als nicht verzinsliches Asset darunter leidet. Die klassische Flucht in den sicheren Hafen wird dann von ganz profanen Liquiditäts- und Renditeüberlegungen überlagert. Das erklärt auch, warum Gold-backed ETFs laut Reuters seit Beginn des Konflikts bereits 7,9 Milliarden US-Dollar an Abflüssen verzeichneten.
Warum Bitcoin in dieser Lage anders funktioniert
Bitcoin profitiert in so einem Umfeld nicht zwingend deshalb, weil er plötzlich „sicherer“ geworden wäre als Gold. Er profitiert eher davon, dass seine Marktrolle breiter geworden ist. Er ist gleichzeitig Liquiditätsobjekt, Makro-Trade, institutionelles Produkt und in manchen Regionen auch praktisches Umgehungsinstrument gegen Kapitalbeschränkungen. Genau diese Mischung macht ihn in Krisen unberechenbar, aber auch widerstandsfähiger gegen den Totalausverkauf einer einzigen Anlegergruppe. Die institutionelle Seite wird durch Spot-ETFs zusätzlich verstärkt, während die globale Handelbarkeit rund um die Uhr ein struktureller Unterschied zu klassischen Märkten bleibt.
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