Ist Cardano 95 % unter Allzeithoch immer noch zu teuer?

Cardano erlebt aktuell eine der schwierigsten Phasen seiner Geschichte. Der ADA-Kurs ist massiv eingebrochen und wichtige Fundamentaldaten verschlechtern sich weiter. Gleichzeitig verliert das Netzwerk Nutzer, Liquidität und Marktanteile an die Konkurrenz. Viele Analysten stellen deshalb die langfristige Zukunft des Projekts zunehmend infrage.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 5 Min. read
Ist Cardano 95 % unter Allzeithoch immer noch zu teuer?

Das Wichtigste in Kürze

  • Cardano verlor 75 Prozent Jahreswert, über 95 Prozent vom Allzeithoch.
  • TVL, Nutzerzahlen und DEX-Volumen brechen deutlich und nachhaltig ein.
  • Analysten halten ADA trotz Kurscrash weiterhin für klar überbewertet.
  • Bitcoin-L2-Projekte erhöhen Konkurrenzdruck auf schwächelnde Smart-Contract-Blockchains zusätzlich.

Cardano zählt zu den größten Verlierern des aktuellen Krypto-Bärenmarktes. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat ADA rund 75 Prozent an Wert eingebüßt. Vom Allzeithoch aus dem Jahr 2021 notiert der Kurs inzwischen mehr als 95 Prozent tiefer.

Zuletzt fiel Cardano sogar aus den Top 10 der größten Kryptowährungen und verliert damit zunehmend an Bedeutung im Wettbewerb der Layer-1-Blockchains. Während Netzwerke wie Solana, Hyperliquid oder Ethereum trotz schwieriger Marktbedingungen neue Narrative, Nutzer und Kapital anziehen, wirkt Cardano zunehmend orientierungslos. Das Handelsvolumen bleibt überschaubar, die On-Chain-Aktivität enttäuscht und auch fundamental fehlen derzeit die großen Wachstumstreiber.

 Anleger stellen sich deshalb immer häufiger die Frage, ob Cardano trotz des massiven Kursverfalls überhaupt günstig ist – oder ob ADA noch immer deutlich überbewertet sein könnte.

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Trader sieht Cardano trotz Crash weiterhin als deutlich überbewertet

Der bekannte Krypto-Trader Aylo vertritt genau diese These. Seiner Einschätzung nach gehört Cardano zu den Projekten, deren Bewertung noch immer nicht zur tatsächlichen Nutzung des Netzwerks passt. Obwohl ADA bereits über 95 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, liegt die Fully Diluted Valuation laut den gezeigten Daten weiterhin bei mehr als 7 Milliarden US-Dollar.

Genau darin sieht Aylo das Problem. Während viele Investoren den massiven Kursverfall als Kaufchance interpretieren, argumentiert er, dass eine niedrige Bewertung relativ zum Höchststand nicht automatisch bedeutet, dass ein Asset günstig ist. Entscheidend sei vielmehr, welchen wirtschaftlichen Nutzen ein Netzwerk tatsächlich generiert.

Cardano kämpft seit Jahren mit demselben Problem: Die Vision bleibt groß, doch die wirtschaftliche Aktivität auf der Blockchain fällt im Vergleich zur Konkurrenz gering aus. Weder die DeFi-Landschaft noch das Stablecoin-Ökosystem oder die Gebühreneinnahmen können aktuell mit führenden Netzwerken mithalten. Gleichzeitig existieren inzwischen zahlreiche Blockchains, die deutlich höhere Umsätze und Nutzerzahlen generieren.

Aylo spricht deshalb von sogenannten „Vapor Projects“ – Projekten, die noch immer von vergangenen Hoffnungen leben, ohne entsprechende Fundamentaldaten zu liefern. Seiner Ansicht nach befindet sich der Kryptomarkt aktuell in einer Bereinigungsphase, in der solche Bewertungen langfristig weiter unter Druck geraten könnten.

Der Trader erwartet, dass Kapital künftig verstärkt in Protokolle fließt, die reale Cashflows erwirtschaften und nachweisbaren Nutzen schaffen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte Cardano trotz des bereits dramatischen Kursverfalls weiterhin Abwärtspotenzial besitzen. Für Anleger wäre das ein unangenehmes Szenario, denn selbst nach Jahren der Korrektur wäre ADA dann noch nicht günstig genug bewertet.

Cardano verliert Nutzer, Liquidität und Vertrauen

Die Probleme bei Cardano gehen inzwischen weit über den Kursverfall hinaus. Auch wichtige Fundamentaldaten zeigen seit Monaten nach unten. Besonders deutlich wird dies beim DeFi-Ökosystem. Laut den zuletzt veröffentlichten Daten ist der Total Value Locked (TVL) gegenüber den Hochpunkten um rund 85 Prozent eingebrochen. Kapital verlässt die Blockchain also kontinuierlich und sucht offenbar attraktivere Alternativen.

Auch die Aktivität der Nutzer entwickelt sich schwach. Die täglich aktiven Adressen gingen zuletzt um rund 15 Prozent zurück. Gleichzeitig schrumpfen viele der größten Anwendungen innerhalb des Cardano-Ökosystems. Für Investoren ist das problematisch, da Netzwerkeffekte und tatsächliche Nutzung langfristig entscheidend für die Bewertung einer Blockchain sind.

Noch alarmierender erscheint der Rückgang beim Handelsvolumen. Daten von Dune Analytics zeigen, dass das wöchentliche DEX-Volumen von knapp 19 Millionen ADA Ende 2025 auf zuletzt nur noch rund 1,9 Millionen ADA gefallen ist. Das entspricht einem Rückgang von etwa 90 Prozent innerhalb weniger Monate. Die dezentralen Börsen auf Cardano werden damit immer weniger genutzt.

Zusätzlich sorgen Governance-Diskussionen für Unsicherheit. Die abgesagte Cardano Summit 2026 und anhaltende Debatten rund um Abstimmungen innerhalb des Ökosystems belasten die Stimmung weiter. Selbst Charles Hoskinson räumte zuletzt ein, dass er nicht einfach eingreifen könne, um sämtliche Probleme des Netzwerks zu lösen.

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Verliert Cardano gegen Bitcoin? Neue Konkurrenz durch Bitcoin-L2-Lösungen

Cardano steht aktuell vor einem grundsätzlichen Problem: Die Blockchain konkurriert längst nicht mehr nur mit Ethereum, Solana oder Sui. Vielmehr droht nun auch aus einer völlig anderen Richtung Konkurrenz – direkt von Bitcoin selbst.

Gleichzeitig arbeitet die Branche intensiv daran, Bitcoin um genau jene Funktionen zu erweitern, die bislang vor allem alternative Layer-1-Blockchains attraktiv machten. Der Gedanke dahinter ist einfach: Bitcoin verfügt bereits über die stärkste Marke, die höchste Sicherheit und die größte Liquidität im gesamten Kryptomarkt. Wenn nun zusätzlich schnelle Smart-Contract-Lösungen und günstige Transaktionen über Layer-2-Netzwerke möglich werden, könnte ein Teil der bisherigen Nachfrage nach alternativen Chains direkt zu Bitcoin wandern.

Genau auf dieses Narrativ setzt aktuell Bitcoin Hyper. Das Projekt entwickelt eine Bitcoin-L2-Lösung, die die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks mit der Geschwindigkeit moderner Blockchains kombinieren soll. Dabei kommt die Solana Virtual Machine (SVM) zum Einsatz, die hohe Transaktionsgeschwindigkeiten ermöglicht. Über eine ZK-basierte Bridge sollen Vermögenswerte zwischen Bitcoin Layer 1 und Layer 2 transferiert werden können.

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Der potenzielle Vorteil: Nutzer könnten künftig DeFi-Anwendungen, Zahlungen oder weitere On-Chain-Aktivitäten nutzen, ohne das Bitcoin-Ökosystem verlassen zu müssen. Dadurch würde die Nachfrage nach nativen Bitcoins langfristig sogar steigen, da BTC als Basiswert des gesamten Systems fungiert.

Anleger scheinen dieses Narrativ bereits zu honorieren. Trotz des schwachen Marktumfelds konnte Bitcoin Hyper im laufenden Presale bereits rund 33 Millionen US-Dollar einsammeln. Das Projekt zählt damit zu den erfolgreichsten Vorverkäufen der vergangenen Monate. Zusätzlich lockt ein Staking-Modell mit derzeit rund 36 Prozent APY.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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