Jetzt setzt sogar American Express auf Krypto

American Express galt bei Stablecoins lange als eher zurückhaltender Zahlungsriese. Während Visa und Mastercard bereits tiefer in Krypto-Infrastruktur einsteigen, zieht Amex nun nach. Eine neue Führungsrolle soll Blockchain-Partnerschaften und Stablecoin-Strategien vorantreiben. Gleichzeitig zeigen Stablecoin-Daten, dass trotz Marktschwäche weiter viel Kapital im Kryptosystem wartet.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Jetzt setzt sogar American Express auf Krypto

Das Wichtigste in Kürze

  • American Express sucht erstmals gezielt Führung für Stablecoin- und Blockchain-Strategie.
  • Stablecoin-Marktkapitalisierung bleibt trotz Krypto-Crash nahe historischer Höchststände.
  • Über 315 Milliarden US-Dollar Stablecoin-Kapital könnten später zurückfließen.

Der Kreditkartenmarkt wird global vor allem von Visa und Mastercard geprägt. Beide Netzwerke dominieren die Zahlungsinfrastruktur und haben Stablecoins längst als strategisches Zukunftsthema erkannt. Visa baut seine Stablecoin-Abwicklung aus und meldete zuletzt einen annualisierten Stablecoin-Settlement-Run-Rate von 7 Milliarden US-Dollar. Mastercard erweitert ebenfalls seine Settlement-Optionen um Stablecoins, Intraday-, Wochenend- und Feiertagsabwicklung.

American Express war in dieser Entwicklung bislang weniger sichtbar, obwohl Amex als dritter großer Player im Premium-Kreditkartenmarkt eine starke Marke und zahlungskräftige Kundschaft besitzt. Nun deutet eine neue Stellenausschreibung darauf hin, dass auch American Express den Anschluss an Blockchain-Zahlungen sucht.

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American Express sucht Stablecoin-VP: Der Einstieg in programmierbares Geld?

American Express sucht aktuell einen Vice President, Stablecoin and Blockchain Partnerships & Strategy für Amex Digital Labs in New York. Laut offizieller Stellenausschreibung soll diese Person definieren und operativ umsetzen, wie American Express an der nächsten Generation von programmierbarem Geld, stablecoin-basierten Zahlungen und blockchainbasierter Finanzinfrastruktur teilnimmt. Damit geht es nicht nur um eine kleine Krypto-Spielerei, sondern um eine strategische Rolle an der Schnittstelle von Produktentwicklung, Partnerschaften und Zahlungsinfrastruktur.

Besonders spannend ist, dass American Express in der Ausschreibung explizit externe Partner nennt. Dazu gehören laut Jobprofil Stablecoin-Emittenten, Tokenisierungsanbieter, Wallets, Blockchain-Netzwerke und neue Payment-Rails. Der neue VP soll Use Cases priorisieren, Partner auswählen und Konzepte von der Idee bis zur Umsetzung bringen. Damit könnte Amex prüfen, wie Stablecoins für schnellere Abwicklung, internationale Zahlungen, digitale Identität oder programmierbare Commerce-Anwendungen genutzt werden können.

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Für den Kryptomarkt ist das ein weiteres Signal, dass Stablecoins zunehmend in der traditionellen Finanzwelt ankommen. Visa und Mastercard sind bereits deutlich weiter, doch gerade deshalb ist der Schritt von American Express relevant. Wenn selbst ein eher geschlossenes Premium-Netzwerk wie Amex Stablecoin-Strategien aufbaut, spricht das für wachsenden Wettbewerbsdruck. Noch ist daraus kein fertiges Produkt abzuleiten. Aber die Richtung ist klar: Stablecoins entwickeln sich von einem Krypto-Nischenthema zu einer ernsthaften Infrastrukturfrage für globale Zahlungsanbieter.

Stablecoins bleiben stark: Kapital wartet an der Seitenlinie

Während der Kryptomarkt zuletzt deutlich unter Druck stand, zeigt sich bei Stablecoins ein anderes Bild. Die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung liegt laut den gezeigten Daten bei rund 315,4 Milliarden US-Dollar und damit nahe an Rekordständen. Besonders auffällig: Trotz fallender Kurse bei Bitcoin, Ethereum und vielen Altcoins ist die Stablecoin-Supply in den vergangenen sieben Tagen nahezu unverändert geblieben. Der Rückgang von rund 64,9 Millionen US-Dollar entspricht nur etwa 0,02 Prozent – praktisch eine Seitwärtsbewegung.

Das ist ein wichtiges Signal. Stablecoins wie USDT oder USDC werden häufig genutzt, um Kapital kurzfristig außerhalb volatiler Kryptowährungen zu parken, ohne den Kryptomarkt komplett zu verlassen. Wenn die Stablecoin-Menge hoch bleibt, bedeutet das: Viel Liquidität ist weiterhin im System vorhanden. Anleger verkaufen zwar Risiko-Assets, ziehen ihr Kapital aber nicht vollständig ab.

Die USDT-Dominanz von rund 59 Prozent zeigt zudem, dass Tether weiterhin klar führend bleibt. Für den Markt kann diese Entwicklung bullisch interpretiert werden, denn hohe Stablecoin-Bestände gelten oft als „Dry Powder“.

 Dieses Kapital könnte bei besseren Marktbedingungen schnell wieder in Bitcoin, Ethereum oder Altcoins fließen. Die Kurse fallen – doch die Liquidität wartet weiter.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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