In einem 30-Tage-Sample auf Ethereum entsprachen die gemessenen Zuflüsse an Block-Builder rund 5,24 US-Dollar für jeden Dollar, der über Gebühren verbrannt wurde. Das zeigt eine laut CryptoSlate am 31. August 2026 verifizierte Auswertung des Datenanbieters Bitquery. Wichtig für die Einordnung: Gemessen wird der Zufluss aus Arbitrageüberschuss, nicht der nach Zahlungen an Validatoren tatsächlich bei den Buildern verbleibende Gewinn.
Warum das Verhältnis auffällt
Arbitrageure kaufen einen Token dort, wo er günstiger ist, und verkaufen ihn dort, wo er teurer gehandelt wird. Weil mehrere sogenannte Searcher dieselbe Gelegenheit verfolgen, bekommt die richtige Position im Block einen eigenen Preis – wer die Transaktion an der passenden Stelle platzieren will, zahlt dafür. EIP-1559 trennt diese Inclusion-Zahlung von der Base Fee, die tatsächlich verbrannt wird. Eine gestiegene Zahl an Transaktionen allein sagt daher weder etwas über den Gasverbrauch noch über die Höhe der verbrannten ETH aus – ein Punkt, der auch in der Debatte um kommende Ethereum-Upgrades immer wieder auftaucht.
Die Aufteilung des Arbitrageüberschusses
Laut der Bitquery-Untersuchung entfielen im Sample 49,3 Prozent des gemessenen Überschusses auf Block Assembly, 9,4 Prozent auf verbrannte Gebühren und 41,3 Prozent verblieben bei den Trading Operators. Aus diesen gerundeten Anteilen leitet sich das Verhältnis von etwa 5,24 zu 1 ab. Builder sammeln dabei Transaktionen und Bundles, bauen daraus Blöcke und bieten anschließend über Relays um den Blockspace der Validatoren – die Zahl beschreibt also den gemessenen Ethereum-Überschuss dieses Samples, nicht die gesamte Netzwerkumsatz.
Warum Builder-Receipts nicht gleich Gewinn sind
Ein Builder setzt seine eigene Adresse als Fee Recipient und leitet innerhalb desselben Blocks eine Zahlung an den designierten Proposer weiter. Der relevante Vergleichswert wäre daher der Blockerlös nach dieser Zahlung an den Validator – zuzüglich weiterer Geschäftskosten, die in der Auswertung ebenfalls nicht enthalten sind. Bitquery weist den Anteil, der von Buildern an Proposer weitergereicht wird, in diesem Sample nicht separat aus, weshalb der größte Zuflussblock nicht automatisch den größten finalen Gewinn markiert – ein Aspekt, der auch in der technischen Kritik an Ethereum-Upgrades mitschwingt, wenn es um Gebühren- und MEV-Strukturen geht.
Was die Zahl für ETH-Halter nicht aussagt
Ob das ETH-Angebot tatsächlich sinkt, hängt vom Verhältnis zwischen Emission und Burn im jeweiligen Zeitraum ab – nicht von der Zahl der Transaktionen oder der Höhe einzelner Inclusion-Zahlungen. Burn reduziert das Angebot gegenüber einem Szenario ohne Verbrennung, beweist aber für sich genommen keinen absoluten Rückgang, wie auch Diskussionen um ein knapperes ETH-Angebot zeigen. Das 30-Tage-Sample liefert damit eine punktuelle Aufteilungserkenntnis, keinen belastbaren Trend für Builder-Gewinne oder passive Halter.
Kryptowährungen bleiben volatile und teils pseudonyme Anlageklassen; je nach Wohnsitz und Handelsplattform können zudem KYC-Pflichten gelten. Wer sich für Ethereum-nahe Anlagen interessiert, sollte On-Chain-Kennzahlen wie Burn und Emission stets im Zusammenhang und nicht isoliert betrachten.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit zufrieden sind.