Softwarefehler legt Liquid-Reserve fast vollständig offen

Das Liquid-Netzwerk pausiert Transaktionen, nachdem ein Softwarefehler rund 4.000 von 4.200 Reserve-Bitcoin offenlegte; der Neustart bleibt offen.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Softwarefehler legt Liquid-Reserve fast vollständig offen

Das Bitcoin-Sidechain-Netzwerk Liquid hat nach einem Sicherheitsvorfall neue Transaktionen angehalten. Angebliche White-Hat-Hacker zogen nach Angaben des Netzwerks rund 4.000 der 4.200 Bitcoin aus der Federation-Wallet ab. Der Betrag entsprach zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 320 Millionen US-Dollar. Liquid warnte zudem vor Beeinträchtigungen bei Wallets, während die Federation-Mitglieder an einer Wiederherstellung des Betriebs arbeiten.

Liquid verbindet schnelle Abwicklung mit zentralen Bitcoin-Reserven

Liquid wurde 2018 von Blockstream gestartet und dient Börsen als Abwicklungsschicht. Das Netzwerk soll ein praktisches Problem im Bitcoin-Handel adressieren: die vergleichsweise langsame Abwicklung auf der Bitcoin-Blockchain. Dafür gibt Liquid L-BTC gegen Bitcoin aus, die in Reserve gesperrt werden, damit Transaktionen und Handelsgeschäfte schneller abgewickelt werden können.

Die Infrastruktur wird von einer Federation aus mehr als 80 Börsen, Infrastrukturunternehmen und Asset-Managern beaufsichtigt. Der Vorfall lenkt den Blick auf das Reservemodell, da ein Großteil der Bitcoin aus der Federation-Wallet abfloss. Liquid pausierte neue Transaktionen, während die Beteiligten an einer Lösung arbeiten.

Ein Softwarefehler legte fast die gesamte Reserve offen

Laut Liquid Network wurden rund 4.000 der 4.200 BTC aus der Federation-Wallet entfernt. Blockstream führte den Vorfall nach eigenen Angaben auf einen Softwarefehler in Elements zurück und nicht auf kompromittierte private Schlüssel. Die betroffenen Mittel bewegten sich über die zugelassene Handelsplattform SideSwap.

Andere auf Liquid ausgegebene Vermögenswerte seien laut Netzwerk nicht betroffen. Berichten zufolge konnte SideSwap nicht unterscheiden, welche Coins aus dem Softwarefehler stammten und welche regulär waren, weshalb sie gleich behandelt wurden. Der genaue technische Ablauf bleibt damit ein wesentlicher Punkt bei der Aufarbeitung des Vorfalls.

Die White-Hat-Erklärung ändert nichts an der offenen Haftungsfrage

Die mutmaßlichen Angreifer bezeichnen sich selbst als White-Hat-Hacker. Nach Angaben von Liquid und Blockstream erfolgt die Kontaktaufnahme über signierte Nachrichten beziehungsweise On-Chain-Bitcoin-Transaktionen. Den vorliegenden Berichten zufolge wurde eine Rückgabe der Mittel nach Behebung der Schwachstelle in Aussicht gestellt.

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Ob und wann die Bitcoin tatsächlich zurückgegeben werden, ist jedoch offen. Ebenso hat Liquid bislang keinen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Netzwerks genannt. Die Selbstbezeichnung der Angreifer ändert daher nichts daran, dass Liquid-Nutzer während der Pause mit Einschränkungen rechnen müssen.

Risikohinweis und Call-to-Action: Patch, Wiedereröffnung und Rückgabe bleiben die nächsten Prüfsteine

Die Federation-Mitglieder arbeiten laut Liquid aktiv daran, den normalen Netzwerkbetrieb wiederherzustellen. Der Fall folgt auf weitere Sicherheitsvorfälle im Kryptomarkt, darunter ein Abfluss von 6 Millionen US-Dollar bei einer mit Crypto.com verbundenen Lending-Plattform sowie ein Vorfall rund um die Coldcard-Hardware-Wallet im August.

Für Nutzer von Liquid stehen nun drei Punkte im Mittelpunkt: die Behebung der Schwachstelle, die Wiederaufnahme von Ein- und Auszahlungen sowie die mögliche Rückgabe der abgezogenen Bitcoin. Betroffene sollten die Mitteilungen von Liquid und den genutzten Wallet- oder Börsenanbietern verfolgen, solange das Netzwerk pausiert ist.

Quelle: CoinDesk

Bitcoin News
Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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