Ripple-Aktienverkauf: Galaxy Digital führt 130 Mio. $ Deal an

Ein US-Gericht genehmigt den Verkauf von Ripple-Anteilen im Wert von 130 Mio. $ an Galaxy Digital & Co. XRP steigt derweil über die 1,10 $-Marke.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Ripple-Aktienverkauf: Galaxy Digital führt 130 Mio. $ Deal an

Das Wichtigste in Kürze

  • Die vier gleichzeitigen Transaktionen weisen deutlich unterschiedliche Preise pro Aktie auf: Galaxy Digital erwarb Aktien im Rahmen seiner 60-Millionen-Dollar-Zuteilung, während Arrington Capital 50 Millionen Dollar zahlte.
  • Der Private Shares Fund und GAM Alternatives Lux investierten jeweils 16 Millionen bzw 4 Millionen Dollar.

Ein US-Insolvenzgericht hat den Verkauf von Stammaktien von Ripple Labs im Wert von rund 130 Millionen US-Dollar durch Linqto genehmigt. Käufer sind vier institutionelle Investoren, wobei Galaxy Digital die Transaktion mit 60 Millionen US-Dollar anführt. Es folgen Arrington Capital mit 50 Millionen US-Dollar, der Private Shares Fund mit 16 Millionen US-Dollar und GAM Alternatives Lux mit 4 Millionen US-Dollar. Die Erlöse fließen in den Chapter 11 Wind-Down Trust, um die Entschädigung von Kunden zu unterstützen.

Dies ist keineswegs nur eine Liquidation notleidender Vermögenswerte. Es handelt sich um eine strukturierte Demonstration dafür, dass die institutionelle Nachfrage nach Ripples außerbörslichem Eigenkapital über eine breite Preisspanne hinweg stabil bleibt. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Insolvenzverwaltung eine Plattform abwickelt, die einst Privatanlegern den Zugang zu Pre-IPO-Anteilen ermöglichte.

Diese Neuigkeiten rund um Ripple fielen mit einem Kurssprung von XRP zusammen, der über Nacht um fast 4 % zulegte, bei 1,13 US-Dollar handelte und den Widerstand bei 1,10 US-Dollar durchbrach. Das tägliche Handelsvolumen ist im Vergleich zum Vortag gestiegen und liegt aktuell bei 1,29 Milliarden US-Dollar.

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Ripple-Aktienverkauf: Käuferallokationen, Preise und ROFR-Verzicht

Die vier gleichzeitigen Transaktionen weisen deutlich unterschiedliche Preise pro Aktie auf: Galaxy Digital erwarb Aktien im Rahmen seiner 60-Millionen-Dollar-Zuteilung, während Arrington Capital 50 Millionen Dollar zahlte. Der Private Shares Fund und GAM Alternatives Lux investierten jeweils 16 Millionen bzw. 4 Millionen Dollar.

Das Paket von Galaxy ist laut der von Bondoro geprüften Zusammenfassung des Kaufvertrags sowohl nach Aktienanzahl als auch nach Bruttoerlös das größte der vier. Ripple verzichtete bei dem Galaxy-Block auf sein Vorkaufsrecht (Right of First Refusal, ROFR), was den Abschluss der Transaktion ohne notwendige Anpassungen bei Mitverkäufen ermöglichte.

Der Einstieg von Galaxy bei 60 Millionen Dollar erfolgte mit einem Abschlag gegenüber den Beträgen, die die anderen institutionellen Käufer im selben Verkauf zahlten. Dieses Muster institutioneller Akkumulation in Phasen von Sekundärmarkt-Verwerfungen entspricht dem historischen Ansatz von Galaxy in Bezug auf Ripple-Investitionen.

Bei der Transaktion handelt es sich um einen sekundären Aktienverkauf. Sie enthält kein Signal für einen Börsengang (IPO) und hat keine direkten Auswirkungen auf XRP-Halter oder die Token-Ökonomie. Investorendokumente aus der Finanzierungsrunde von Ripple im November 2025 hielten bereits fest, dass XRP-Besitzer davon unberührt bleiben.

Linqto-Insolvenz: Hintergrund und der Streit mit Forge Global

Linqto stellte den Betrieb im März 2025 ein und meldete im Juli 2025 Insolvenz nach Chapter 11 an. Zuvor hatte das neue Management potenzielle Verstöße gegen Wertpapiergesetze identifiziert, die bis ins Jahr 2020 zurückreichten und die Struktur von Zweckgesellschaften (SPVs) zur Bündelung von Kundeninvestitionen betrafen.

Die Insolvenzmasse umfasst Beteiligungen an rund 111 privaten Unternehmen im Wert von über 500 Millionen US-Dollar. Am 6. Februar 2026 bestätigte das Gericht den Sanierungsplan von Linqto mit einer Zustimmung von etwa 95 % der Kunden. Dieser sieht Entschädigungen über einen Liquidationsfonds, einen börsennotierten geschlossenen Fonds mit Privatanteilen oder eine Kombination aus beidem vor.

Dieser Prozess steht nun vor einer neuen Komplikation. Laut Bloomberg Law haben Linqto und der offizielle Gläubigerausschuss Forge Global Holdings verklagt, nachdem die Handelsplattform nur fünf Tage vor dem geplanten Start am 20. Juli versucht hatte, als Treuhänder des Recovery-Trusts zurückzutreten.

Forge begründete den Rückzug mit Forderungen seiner neuen Muttergesellschaft Charles Schwab. Eigentlich sollte Forge die Kundenvermögenswerte halten, Aktienübertragungen verwalten und den Entschädigungsplan administrativ betreuen.

Das Gericht wird nun gebeten, Forge zur Einhaltung der Vereinbarung zu zwingen. Der Streit könnte die Übertragung von Vermögenswerten verzögern und die Rechtskosten erhöhen, beeinflusst jedoch weder die Gültigkeit der bereits verkauften Ripple-Aktien noch den Wert von XRP. Für Linqto-Nutzer mit indirekter Ripple-Exposition bleibt die administrative Zeitplanung die entscheidende Frage, nicht die Integrität der Vermögenswerte.

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Institutionelle Bedeutung: Was die Preisspanne bei Ripple signalisiert

Der Verkauf verteilt sich auf vier Käufer, wobei der 60-Millionen-Dollar-Block von Galaxy Digital den größten Anteil ausmacht. Der Abschlag für Galaxy spiegelt wahrscheinlich eher die Größe des Pakets und die Mechanik einer Verhandlung in einer Insolvenzsituation wider als eine abweichende Einschätzung des inneren Wertes von Ripple.

Die anhaltende institutionelle Nachfrage nach Ripple-Eigenkapital auf diesem Preisniveau – zeitgleich mit Ripples Ziel, im laudenden Jahr 2026 eine Umsatzrate von 1 Milliarde US-Dollar zu erreichen – deutet darauf hin, dass die Bewertungsgrenze am Privatmarkt selbst unter Insolvenzbedingungen stabil bleibt.

Der Ripple-Block von Linqto dürfte die erste, aber nicht die letzte große institutionelle Veräußerung aus dieser Masse sein, während der Wind-Down Trust damit fortfährt, sein breiteres Portfolio aus 111 Unternehmen zu monetarisieren.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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