In der Woche bis zum 13. September verarbeiteten dezentrale Börsen auf Solana rund 208 Millionen Spot-Trades – mehr als die rund 190 Millionen Transaktionen, die im selben Zeitraum an der New York Stock Exchange (NYSE) gezählt wurden. Laut Daten, auf die sich The Kobeissi Letter beruft, ist es das erste Mal, dass ein Blockchain-Netzwerk die NYSE bei dieser Kennzahl überholt. Wichtig dabei: Es geht um die reine Anzahl einzelner Trades, nicht um wirtschaftlichen Handelswert.
Der Vergleich misst Aktivität, nicht Marktgröße
Ein Solana-DEX-Swap ist ökonomisch nicht mit einem Aktientrade an der NYSE gleichzusetzen. Trade-Größen, Marktstruktur und die zugrunde liegenden Assets unterscheiden sich erheblich – ein einzelner NYSE-Blocktrade kann ein deutlich höheres Volumen repräsentieren als ein typischer Onchain-Swap. Auch die Lücke zu Nasdaq schrumpfte im selben Zeitraum auf rund 47 Millionen Trades, den kleinsten je gemessenen Abstand.
Jupiter treibt den Anstieg der Onchain-Aktivität
Ein wesentlicher Treiber des Anstiegs ist Jupiter, Solanas größter Trading-Aggregator. Der Dienst verarbeitete im laufenden Monat mehr als 80 Millionen Trades, ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vormonat. Insgesamt liegt die wöchentliche Spot-DEX-Aktivität auf Solana rund 185 Prozent über den Tiefständen vom Juli – ein Muster, das sich auch in der aktiven Nutzung von Plattformen wie Pump.fun zeigt. Eine separat zitierte Schätzung beziffert das gesamte Solana-DEX-Volumen im dritten Quartal auf rund 168 Milliarden US-Dollar, bei einem Tagesdurchschnitt von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar – diese Zahl stammt aus externen Daten und ist von der Trade-Zahl der NYSE-Vergleichsperiode zu unterscheiden.
Trade-Anzahl ist kein Beleg für größere Marktgröße
NYSE-Aktientransaktionen und Solana-DEX-Swaps betreffen grundlegend unterschiedliche Assetklassen und Abwicklungsmechanismen. Der Meilenstein zeigt deshalb vor allem, wie schnell Onchain-Handelsaktivität skaliert – nicht, dass Solana die NYSE wirtschaftlich abgelöst oder überholt hätte.
Mehrere Indikatoren im Blick behalten
Parallel zum Trade-Anstieg hat SOL wichtige langfristige technische Marken zurückerobert, darunter den 50-Wochen-Durchschnitt und den entsprechenden exponentiellen gleitenden Durchschnitt. Trader Sweep verwies darauf, dass ein vergleichbarer Reclaim 2023 einer Rally von rund 650 Prozent innerhalb von sechs Monaten vorausging – ausdrücklich ohne dies als Prognose zu formulieren. Ob sich das Muster wiederholt, bleibt offen; belastbar ist derzeit nur die gestiegene Handelsfrequenz selbst, ebenso wie Solanas generelle Positionierung als besonders aktives Blockchain-Ökosystem.
Kryptowährungen bleiben trotz solcher Aktivitätsrekorde volatile und teils pseudonyme Anlageklassen, bei denen Handelsplattformen zunehmend KYC-Verfahren verlangen. Wer die technische Grundlage der hohen Solana-Durchsätze verstehen will, findet Hintergründe im Artikel zum 250ms-Slot-Zeit-Upgrade des Netzwerks.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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