Strategy erhöht Dollar-Reserve, während Bitmine weiter Ethereum kauft
Strategy und BitMine gehören zu den wichtigsten Krypto-Treasury-Unternehmen der Welt. Während Strategy seine Bilanz konsequent auf Bitcoin ausrichtet, verfolgt BitMine eine vergleichbare Strategie rund um Ethereum. Beide Konzerne haben inzwischen gewaltige Bestände aufgebaut und beeinflussen mit ihren Entscheidungen zunehmend die Wahrnehmung institutioneller Investoren. In dieser Woche könnten die unterschiedlichen Vorgehensweisen jedoch kaum deutlicher ausfallen. Strategy […]
Strategy verzichtet erneut auf Bitcoin-Käufe und stärkt stattdessen Liquiditätsreserven.
BitMine nutzt schwache Kurse und erhöht seinen Ethereum-Bestand weiter.
Beide Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück und stabilisieren ihre Kapitalstruktur.
Strategy und BitMine gehören zu den wichtigsten Krypto-Treasury-Unternehmen der Welt. Während Strategy seine Bilanz konsequent auf Bitcoin ausrichtet, verfolgt BitMine eine vergleichbare Strategie rund um Ethereum.
Beide Konzerne haben inzwischen gewaltige Bestände aufgebaut und beeinflussen mit ihren Entscheidungen zunehmend die Wahrnehmung institutioneller Investoren. In dieser Woche könnten die unterschiedlichen Vorgehensweisen jedoch kaum deutlicher ausfallen. Strategy verzichtet im anhaltenden Bärenmarkt erneut auf zusätzliche Bitcoin-Käufe und stärkt stattdessen seine Liquiditätsreserve.
BitMine nutzt die niedrigeren Kurse dagegen weiterhin offensiv und baut seinen Ethereum-Bestand erneut aus. Damit zeigen beide Unternehmen zwei völlig verschiedene Ansätze, um durch eine schwierige Marktphase zu navigieren.
Strategy kauft keine Bitcoin und erhöht die Dollarreserve
Strategy hat zwischen dem 20. und 26. Juli 2026 erneut keine Bitcoin gekauft. Damit bleibt der Bestand des Unternehmens unverändert bei 843.775 BTC. Diese wurden laut Unternehmensangaben für insgesamt 63,69 Milliarden US-Dollar erworben, woraus sich ein durchschnittlicher Kaufpreis von 75.476 US-Dollar je Bitcoin ergibt. Angesichts der aktuellen Marktschwäche liegt Strategy damit auf einem erheblichen Buchverlust. Dennoch verkaufte das Unternehmen keine Bitcoin und hält an seiner langfristigen Strategie fest.
Statt neuer BTC-Käufe stand in dieser Woche die Stabilisierung der Bilanz im Mittelpunkt. Strategy verkaufte rund 5,43 Millionen eigene MSTR-Aktien und erzielte dadurch Nettoerlöse von 544,5 Millionen US-Dollar. Ein Großteil des Kapitals floss zunächst in die Liquiditätsreserve. Diese stieg um 525 Millionen US-Dollar auf insgesamt 3,75 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben von Michael Saylor reicht dieser Betrag aus, um die Dividendenzahlungen für rund 2,1 Jahre abzudecken.
Strategy Sells $544.5M in MSTR Shares, Makes No Bitcoin Purchases
Strategy said it sold 5.43 million MSTR shares for $544.5 million in net proceeds between July 20 and July 26, while repurchasing 288,930 STRC preferred shares for $25 million. The company made no bitcoin… pic.twitter.com/Pq4BFbrtxT
Zusätzlich kaufte Strategy 288.930 STRC-Vorzugsaktien für rund 25 Millionen US-Dollar zurück. Dabei handelt es sich um eine Aktienklasse, über die Strategy Kapital für seine Bitcoin-Strategie aufgenommen hat. Der Rückkauf kann helfen, den Kurs dieser Wertpapiere zu stabilisieren und die Finanzierungskosten langfristig besser zu kontrollieren.
Strategy has increased its USD Reserve by $525 million, achieving 2.1 years of dividend coverage. As of 7/26/2026, we hodl ₿843,775 in our BTC Reserve and $3.75 billion in our USD Reserve. $MSTR$STRChttps://t.co/Diy0008VE5
Die Entwicklung zeigt einen vorsichtigeren Ansatz. Strategy nutzt die Ausgabe neuer MSTR-Aktien derzeit nicht unmittelbar für weitere Bitcoin-Käufe, sondern stärkt zunächst seine finanzielle Widerstandsfähigkeit. Das ist im Bärenmarkt nachvollziehbar: Eine größere Dollarreserve reduziert den Druck, bei weiter fallenden Kursen zusätzliche Finanzierungen aufnehmen oder Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Gleichzeitig bleibt genügend Flexibilität erhalten, um später erneut Bitcoin zu erwerben.
BitMine kauft weitere Ethereum im Bärenmarkt
BitMine verfolgt aktuell eine deutlich offensivere Strategie. Das Unternehmen kaufte innerhalb einer Woche weitere 9.946 ETH und erhöhte seinen Gesamtbestand damit auf 5.787.414 Ethereum. Nach Angaben des Unternehmens entsprechen diese Reserven rund 4,8 Prozent der aktuell umlaufenden ETH-Menge. BitMine zählt damit weiterhin zu den mit Abstand größten institutionellen Ethereum-Haltern weltweit.
Besonders auffällig ist, dass BitMine einen großen Teil seiner Bestände nicht lediglich passiv verwahrt. Insgesamt wurden bereits 4.917.189 ETH gestakt. Das entspricht ungefähr 85 Prozent des gesamten Ethereum-Bestands. Durch das Staking erhält das Unternehmen laufende Belohnungen und kann damit zusätzliche Einnahmen erzielen. Anders als bei einer reinen Bitcoin-Treasury generiert das gehaltene Asset somit einen direkten Ertrag. Allerdings entstehen dadurch auch zusätzliche Risiken, beispielsweise durch schwankende Staking-Renditen, technische Abhängigkeiten oder mögliche Einschränkungen bei der kurzfristigen Verfügbarkeit der Token.
BitMine Adds 9,946 ETH, Holdings Reach 5.79M ETH
BitMine said it acquired 9,946 ETH over the past week, bringing total holdings to 5,787,414 ETH, or about 4.8% of the circulating supply. The company has staked 4,917,189 ETH, representing roughly 85% of its holdings, and… pic.twitter.com/LampvefINm
Parallel zu den Ethereum-Käufen kaufte BitMine in der vergangenen Woche rund 6,1 Millionen eigene Aktien zurück. Das Unternehmen nutzt die niedrige Bewertung somit doppelt: Einerseits wird die Ethereum-Position ausgebaut, andererseits reduziert BitMine durch Aktienrückkäufe die Zahl der umlaufenden Anteile. Dadurch kann sich der rechnerische Ethereum-Bestand je Aktie erhöhen, sofern die Rückkäufe zu attraktiven Kursen erfolgen.
Insgesamt beliefen sich die Krypto-Bestände, Barmittel, handelbaren Wertpapiere und weiteren Investitionen von BitMine zuletzt auf rund 11,8 Milliarden US-Dollar. Die Strategie bleibt damit klar auf Expansion ausgerichtet. Während Strategy aktuell Liquidität priorisiert, interpretiert BitMine den Bärenmarkt offenbar als Kaufchance. Das Unternehmen setzt darauf, dass niedrigere Ethereum-Kurse langfristig attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten und die Kombination aus Kurssteigerungen, Staking-Erträgen und Aktienrückkäufen zusätzlichen Wert für Aktionäre schaffen kann.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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