Bitcoin-Gewinne verpuffen trotz milder PCE-Daten

Der Bitcoin-Kurs steigt nach milden PCE-Daten kurz auf 85.500 Dollar, fällt wegen hoher US-Renditen zurück und bleibt unter 85.000 Dollar.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Bitcoin-Gewinne verpuffen trotz milder PCE-Daten

Bitcoin sprang nach den weicheren US-Inflationsdaten für August am Mittwoch, dem 30. September, kurz auf 85.500 US-Dollar, konnte den Ausbruch aber nicht halten. Hohe Renditen am US-Anleihemarkt begrenzten den Spielraum für eine anhaltende Erholung; am Donnerstagmorgen, dem 1. Oktober, notierte die Kryptowährung in Asien wieder knapp über 83.700 US-Dollar.

CoinDesk berichtete am 1. Oktober über die Kursbewegung und die Markteinordnung. Die Daten ließen zunächst auf ein milderes Inflationsumfeld hoffen, doch der anhaltende Druck am Anleihemarkt nahm dem positiven Signal rasch an Wirkung.

Bitcoin steigt nach PCE-Daten kurz auf 85.500 Dollar

Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), ein von der Federal Reserve besonders beachtetes Inflationsmaß, stieg im August im Jahresvergleich um 3,4 Prozent. Ohne Nahrungsmittel und Energie lag die Teuerung bei 3,0 Prozent. Der zunächst positive Kursimpuls folgte auf einen Bericht, der schwächer ausfiel als erwartet.

Das Gebäude der Federal Reserve in Washington D.C. mit weißer Marmorfassade und Säulen.
Gebäude der Federal Reserve in Washington D.C.

Nach der Einordnung von Dan Khus, Chefanalyst bei LVRG Research, verringerte die nachlassende Inflation die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Fed im Oktober. Eine Entscheidung im Dezember erschien dadurch als wahrscheinlicherer nächster Schritt. Anleger sollten das jedoch nicht mit einer bereits feststehenden Änderung der Geldpolitik verwechseln: Die Daten beeinflussten die Markterwartungen, legten den nächsten Fed-Schritt aber nicht fest.

Die Kursbewegung zeigt, wie schnell ein Makroimpuls an Bedeutung verlieren kann, wenn ihm die übrigen Marktbedingungen entgegenstehen. Für Anleger, die PCE-Daten und technische Marken gemeinsam beobachten, bleiben deshalb sowohl die Inflationssignale als auch die Renditeentwicklung entscheidend. Die PCE-Daten und wichtige Bitcoin-Marken stehen dabei in engem Zusammenhang.

Hohe US-Renditen begrenzen Bitcoins Erholung

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei etwa 5,28 Prozent und damit nahe dem Hoch vom Mittwoch. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe stabilisierte sich bei 5,62 Prozent, nachdem sie während des New Yorker Handels den höchsten Stand seit 2002 erreicht hatte. Hohe Renditen können Risikoanlagen belasten, weil sie Anleihen gegenüber Anlagen wie Bitcoin vergleichsweise attraktiver machen und die Finanzierungsbedingungen straff halten.

Der erste Anstieg bei Bitcoin setzte ein, als die Anleiherenditen zunächst nachgaben und Anleger das Inflationssignal als Entlastung interpretierten. Späte Schwankungen an der Wall Street machten einen großen Teil der Kryptogewinne jedoch wieder zunichte, während die Renditen nahe ihren hohen Niveaus blieben. Eine moderate Inflationsrate reichte damit allein nicht aus, um Bitcoin über 85.000 US-Dollar zu halten.

Entscheidend wäre laut CoinDesk ein anhaltender Rückgang der zehnjährigen US-Rendite: Erst dann könnte sich der makroökonomische Spielraum für einen belastbareren Ausbruch vergrößern. Der Zusammenhang zwischen US-Renditen, Bitcoin und dem Abbau gehebelter Positionen macht deutlich, dass der Kurs nicht nur auf Inflationsdaten reagiert, sondern auch auf die Finanzierungsbedingungen.

Kursgewinne verpuffen – Renditen und Konjunkturdaten im Fokus

Am Donnerstagmorgen in Asien lag Bitcoin knapp über 83.700 US-Dollar und damit 0,4 Prozent im Plus. Bei anderen großen Kryptowährungen fiel das Bild gemischt aus: HYPE gewann 3 Prozent auf rund 89 US-Dollar, Dogecoin legte fast 2 Prozent auf knapp unter 10 Cent zu. Ether, BNB, TRX und ZEC stiegen jeweils um weniger als 1 Prozent, XRP hielt sich bei 1,50 US-Dollar und Solana verlor nahezu 1 Prozent auf knapp unter 119 US-Dollar.

Nahaufnahme eines Tablets, das einen Bitcoin-Kurschart mit einem Preis von 509,870 Dollar zeigt.
Ein Bitcoin-Kurschart auf einem Tablet-Bildschirm.

Ein ergänzender Marktbericht nannte für Bitcoin am 30. September einen Stand von 84.181 US-Dollar und ein Tagesplus von 1,11 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf einen anderen Veröffentlichungszeitpunkt und ist daher nicht mit dem Stand am Donnerstagmorgen gleichzusetzen.

In den kommenden Sitzungen dürften neben den Renditen auch US-Daten zu Industrieaktivität und Arbeitsmarkt für September in den Blick rücken. Sie können das Bild von Wachstum und Preisdruck ergänzen, das die August-PCE-Zahlen allein nicht vollständig abbilden. Zusätzlicher Kontext dazu, wie US-Renditen und Ölpreise Bitcoins Erholung beeinflussen, ordnet die Makroreaktion ein; eine konkrete Kursprognose lässt sich daraus nicht ableiten.


Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung.

Bitcoin News
Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

Raphael Adrian on X

Related Articles