Bitcoin Prognose: Erste Mal seit 2000 – darum crasht BTC

Der Kryptomarkt befindet sich weiterhin in einer schwierigen Phase. Während Bitcoin und viele Altcoins deutlich unter ihren Höchstständen notieren, richten Anleger ihren Blick zunehmend auf den boomenden KI-Sektor. Laut Bitwise-CEO Hunter Horsley ist diese Reaktion jedoch vor allem Ausdruck kurzfristigen Denkens. Wer auf technologische Revolutionen setzt, müsse Entwicklungen über Jahre und nicht über Wochen bewerten.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Bitcoin Prognose: Erste Mal seit 2000 – darum crasht BTC

Das Wichtigste in Kürze

  • Große Technologieplattformen benötigen meist Jahrzehnte bis zum Durchbruch.
  • Bitcoin, Ethereum und Solana bleiben junge Netzwerke mit Potenzial.
  • Kurzfristiges Denken verhindert oft erfolgreiche langfristige Technologie-Investments.

Bitcoin steht weiter massiv unter Druck. Innerhalb einer Woche verlor die größte Kryptowährung der Welt rund 15 Prozent an Wert und testet erneut die wichtige Unterstützungszone bei 60.000 US-Dollar. Vom Allzeithoch ist Bitcoin inzwischen mehr als 50 Prozent entfernt, während bislang jede nachhaltige Gegenbewegung ausbleibt. Der Bärenmarkt bleibt damit klar intakt.

Viele Anleger suchten zuletzt die Schuld bei Michael Saylor und dem Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy. Doch einige Analysten sehen die Ursache an anderer Stelle. Demnach könnte aktuell ein historisches Kapitalereignis stattfinden, das es in dieser Größenordnung zuletzt während des Dotcom-Booms um das Jahr 2000 gegeben hat.

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Größte IPO-Welle seit 2000 könnte Bitcoin belasten

Der Makroanalyst Joe Consorti vertritt aktuell eine These, die in der Kryptobranche intensiv diskutiert wird. Seiner Ansicht nach fällt Bitcoin nicht wegen des Verkaufs von 32 BTC durch Strategy, sondern weil enorme Kapitalmengen in den boomenden KI-Sektor umgeschichtet werden. Allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate seien rund 19 Billionen US-Dollar an zusätzlicher Marktkapitalisierung im KI-Bereich entstanden. Bitcoin fungiere dabei als eines der liquidesten Risiko-Assets weltweit und werde genutzt, um Kapital für neue Investments freizusetzen.

Im Mittelpunkt steht dabei die erwartete Welle von Mega-Börsengängen. Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic werden von Marktbeobachtern als potenzielle Kandidaten für einige der größten IPOs der modernen Börsengeschichte gehandelt. Goldman Sachs erwartet für 2026 ein Rekordjahr am US-IPO-Markt mit Emissionserlösen von bis zu 160 Milliarden US-Dollar. Das wäre die größte IPO-Welle der Geschichte.

Auch traditionelle Marktstrategen warnen inzwischen vor Parallelen zur Dotcom-Phase. Analysten von TS Lombard argumentieren, dass eine Häufung riesiger Börsengänge häufig gegen Ende eines Bullenmarktes auftritt, wenn frühe Investoren und Insider ihre Beteiligungen an die Öffentlichkeit verkaufen. Genau dieses Muster war bereits vor dem Platzen der Technologieblase Anfang der 2000er-Jahre zu beobachten.

Für Bitcoin bedeutet dies kurzfristig Gegenwind. Wenn institutionelle Investoren Milliardenbeträge für neue KI-Investments, Infrastrukturprojekte und Mega-IPOs bereitstellen müssen, wird Kapital aus anderen Risikoanlagen abgezogen. Das erklärt laut Consorti die aktuelle Schwäche deutlich besser als einzelne Verkäufe großer Bitcoin-Halter.

Langfristig könnte sich die Situation jedoch wieder drehen. Denn sobald die Kapitalrotation abgeschlossen ist, könnte Bitcoin erneut von seiner Knappheit und seiner hohen Liquidität profitieren. Aktuell dominiert jedoch die Jagd nach KI-Renditen die globalen Finanzmärkte.

Bitwise-CEO: Krypto-Anleger denken zu kurzfristig

Hunter Horsley, CEO von Bitwise, sieht aktuell vor allem ein psychologisches Problem im Kryptomarkt. Viele Anleger seien neidisch auf KI, SpaceX oder OpenAI, weil diese Themen gerade als große Gewinner wahrgenommen werden. Dabei werde vergessen, dass echte Technologiegeschichten fast immer über Jahrzehnte entstehen. SpaceX wurde 2002 gegründet und stand mehrfach kurz vor dem Scheitern. OpenAI wurde 2015 gegründet, ChatGPT kam erst sieben Jahre später.

Für Horsley ist das die zentrale Lektion für Krypto. Bitcoin entstand 2009, Ethereum 2015, Solana 2018 und Hyperliquid sogar erst 2024. Diese Netzwerke seien damit noch jung. Der Bitwise-CEO kritisiert, dass Krypto-Investoren oft in Stunden, Tagen oder Wochen denken.

Transformative Plattformen entwickeln sich aber nicht linear und nicht in einem Quartal. Wer an Bitcoin, Ethereum oder andere Krypto-Infrastrukturen als Zukunftstechnologie glaubt, müsse Rückschläge, Bärenmärkte und lange Seitwärtsphasen akzeptieren. Sein Fazit: Krypto ist kein gescheitertes Thema, sondern eine junge technologische Entwicklung mit jahrzehntelangem Horizont.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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