Der Finanzmarktbetreiber SIX und die Bezahl-App TWINT sind neue Teilnehmer einer Schweizer Sandbox-Initiative, die einen an den Franken gekoppelten Stablecoin entwickeln will. Damit testen nun insgesamt neun Schweizer Unternehmen den sogenannten CHFD in einer geschützten digitalen Umgebung, wie aus einer am Dienstag geteilten Pressemitteilung hervorgeht.
Neun Unternehmen testen programmierbare Zahlungen mit CHFD
Die Initiative war bereits im April gestartet und zahlreiche Banken hatten sich seither an dem Projekt beteiligt. Mit SIX und TWINT kommen nun zwei Namen dazu, die im Schweizer Finanzalltag kaum zu übersehen sind: SIX betreibt zentrale Marktinfrastruktur, TWINT ist als Zahlungs-App im Massenmarkt verankert.
Im Zentrum des Pilotprojekts steht CHFD, ein Stablecoin, der an den Schweizer Franken gekoppelt ist. Getestet werden laut der Mitteilung programmierbare Zahlungen sowie die Abwicklung digitaler Vermögenswerte. Konkret soll untersucht werden, ob solche Zahlungen Betrug auf Online-Marktplätzen reduzieren, einen faireren Zugang zu Veranstaltungstickets ermöglichen und Auszahlungen der öffentlichen Hand effizienter gestalten können – ein Anwendungsspektrum, das auch bei anderen institutionellen Tokenisierungsprojekten wie der Blockchain-Infrastruktur von Avalanche und Hanwha im Wertpapiersektor diskutiert wird.
Der Praxistest soll Nutzen und offene Fragen sichtbar machen
Der eigentliche Zweck der Sandbox liegt darin, herauszufinden, wofür sich ein digitaler Franken in der Praxis tatsächlich eignet – jenseits theoretischer Anwendungsfälle. Der Fokus auf programmierbare Zahlungen und digitale Vermögensabwicklung zeigt, dass es den Beteiligten weniger um einen Retail-Coin für den täglichen Kaffeekauf geht als um institutionelle Infrastruktur.
Laut ergänzender Recherche sollen dabei zunächst technische, betriebliche und regulatorische Fragen geklärt werden, bevor überhaupt über eine Markteinführung nachgedacht wird. Ob CHFD nach Abschluss der Tests tatsächlich in den produktiven Betrieb übergeht, ist damit ausdrücklich offen. Das passt zur insgesamt vorsichtigen Herangehensweise, mit der die Schweiz digitale Assets regulatorisch begleitet – ein Muster, das sich auch in der unterschiedlichen Krypto- und CBDC-Akzeptanz im gesamten DACH-Raum zeigt.
Ausblick: Testphase läuft bis Ende 2026
Laut ergänzender Recherche soll die Testphase bis Ende 2026 andauern. Eine Entscheidung über eine spätere Markteinführung ist damit noch nicht gefallen; die Beteiligten wollen zunächst praktische wie regulatorische Erkenntnisse sammeln, bevor weitere Schritte folgen.
Für Beobachter aus dem DACH-Raum bleibt das Projekt vor allem deshalb interessant, weil es einen selteneren Fall liefert: einen bankengetriebenen Franken-Stablecoin mit konkretem institutionellem Testrahmen statt bloßer Ankündigung.
Risikohinweis
Wie bei allen Kryptowerten gilt: Transaktionen mit Stablecoins sind nicht automatisch anonym, und Nutzer sollten je nach Anbieter mit KYC-Anforderungen rechnen. Wer sich tiefer mit der institutionellen Rolle dollar-gebundener Stablecoins beschäftigen will, findet Hintergründe im Artikel zum Wachstum von Ripples RLUSD.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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