Extreme Angst: XRP und führende Kryptowährungen stürzen ab

XRP führt mit 15 % Minus den jüngsten Krypto-Crash an. Der Markt wird von Angst und massiven Verlusten bei Ethereum, Bitcoin & Co. dominiert.

Sergei Timurov von Sergei Timurov Updated 5 Min. read
Extreme Angst: XRP und führende Kryptowährungen stürzen ab

Das Wichtigste in Kürze

  • XRP verzeichnete mit einem Tagesverlust von 15 Prozent den stärksten Einbruch unter den Top-Coins.
  • Die Angst am Markt ist extrem, was sich im Rekordtief des Fear & Greed Index widerspiegelt.
  • Insgesamt wurden in 24 Stunden über 1,4 Milliarden US-Dollar an Krypto-Positionen liquidiert.

Die Dynamik am Kryptomarkt erreicht einen neuen Tiefpunkt: XRP fällt an einem einzigen Tag um dramatische 15 Prozent und reißt den gesamten Markt in einen Strudel aus Unsicherheit und Angst. Während Investoren erst vergangenes Jahr noch euphorisch in Richtung Allzeithoch geblickt hatten, ist dieses Gefühl nun schlagartig in das genaue Gegenteil umgeschlagen.

Der berühmte Crypto Fear & Greed Index rauscht auf einen Wert von 11 und signalisiert damit das höchste Maß an „Extreme Fear“, das die Branche seit langer Zeit erlebt hat. Inmitten dieser Turbulenzen geraten nicht nur Altcoins wie Ethereum oder Dogecoin unter Druck – selbst Bitcoin kann sich dem Sog nicht entziehen und verliert massiv an Wert. Wie kam es zu diesem plötzlichen Crash, und sind weitere Verluste bereits vorprogrammiert?

XRP: Der größte Tagesverlust unter den Top-Kryptowährungen

Während der Kryptomarkt als Ganzes am 5. Februar 2026 ins Rutschen kam, sorgte insbesondere der Absturz von XRP für Aufsehen. Innerhalb von 24 Stunden verlor der Ripple-Token satte 15 Prozent an Wert und markierte mit 1,30 US-Dollar den tiefsten Stand seit November 2024. Zuletzt war XRP angetreten, im Windschatten des Wahlsiegs von Präsident Trump eine Rallye hinzulegen – doch die jüngste Entwicklung zeigt, wie abrupt das Sentiment kippen kann. Im Wochenvergleich belaufen sich die Verluste bei XRP sogar auf atemberaubende 28 Prozent. Während Anleger nervös auf den Chart blicken, steigen Handelsvolumen und Volatilität sprunghaft an.


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Bitcoin, Ethereum & Dogecoin: Schockwellen am gesamten Markt

Die Auswirkungen des XRP-Kollapses waren sofort bei anderen Schwergewichten spürbar. Bitcoin sackte zwischenzeitlich unter die Marke von 67.000 US-Dollar, kämpfte sich aber kurz darauf wieder leicht ins Plus zurück, notiert aktuell jedoch deutlich unter den jüngsten Höchstständen. Ethereum musste einen Tagesverlust von rund 7 Prozent hinnehmen, bei einem Preis von nur noch knapp 1.983 US-Dollar – der Wochenverlust summiert sich auf rund 30 Prozent. Dogecoin, die Mutter aller Meme-Coins, befindet sich ebenfalls im freien Fall und verlor im Tagesvergleich mehr als 8 Prozent. Die einstigen Hoffnungsträger werden so kollektiv von einer Welle der Unsicherheit erfasst.



BNB, Solana und weitere Top-Coins: Breiter Ausverkauf setzt sich fort

Nicht nur XRP, Ethereum oder Bitcoin stehen unter Druck: Auch weitere bedeutende Kryptowährungen wie BNB und Solana tragen hohe Verluste davon. BNB fiel innerhalb von 24 Stunden um 9 Prozent auf 666 US-Dollar. Solana, häufig als innovativer Ethereum-Konkurrent gehandelt, stürzte auf 85 US-Dollar, nachdem er ebenfalls 8 Prozent verloren hatte. Beide Assets büßten in der laufenden Woche jeweils über ein Viertel ihres Wertes ein. Der Marktausverkauf macht deutlich, dass es sich nicht um ein isoliertes XRP-Problem handelt, sondern ein allgemeines Phänomen massiver Risikoaversion auf dem Kryptomarkt.


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Milliardenschäden und Massenliquidationen: Die Folgen für Trader

Der dramatische Preisverfall hat für enormen Druck auf Trader gesorgt. In kürzester Zeit wurden laut CoinGlass-Analysen allein bei XRP-Derivaten über 47 Millionen US-Dollar liquidiert, davon etwa 44 Millionen Long-Positionen. Noch gravierender fällt die Gesamtbetrachtung aus: Über 1,43 Milliarden US-Dollar an Krypto-Positionen wurden binnen 24 Stunden am Markt zwangsaufgelöst. Viele Trader, besonders diejenigen mit Hebelinvestments, stehen nun vor erheblichen Verlusten oder einer plötzlichen Liquiditätslücke. Der Markt zeigt, wie riskant spekulative Engagements selbst bei etablierten Coins sein können.



Der Fear & Greed Index: Marktsentiment am absoluten Tiefpunkt

Ein besonders beunruhigendes Signal sendet derzeit der Crypto Fear & Greed Index, der mit einem Wert von 11 so tief steht wie selten zuvor. Damit befindet sich das Sentiment der Marktteilnehmer klar im Bereich „Extreme Angst“. Noch vor wenigen Wochen rangierte der Wert jenseits der 60 und deutete auf moderate Gier hin – ein Zeichen, wie drastisch sich die Stimmung gedreht hat. Viele Anleger interpretieren dieses Level als Vorbote weiterer Kursverluste, einige wenige sehen aber gerade darin eine mögliche Einstiegsgelegenheit, wenn die Panikverkäufe abebben.


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Ursachen des Crashs: Warum die Märkte kollabieren

Ein Bündel von Faktoren treibt die Kurse in den Keller. Marktteilnehmer machen vor allem technische Kettenreaktionen für den Einbruch verantwortlich: Einmal angestoßene Panikverkäufe sorgen bei eng gesetzten Stop-Loss-Orders für einen Dominoeffekt, der besonders stark bei liquiden Assets wie XRP durchschlägt. Makroökonomische Unsicherheiten sowie politische Debatten rund um Kryptoregulierung verstärken die Nervosität zusätzlich. Auch kurzfristige Gewinnmitnahmen nach dem Boom rund um die US-Präsidentschaftswahl 2024 und die ETF-Einführung dürften eine Rolle spielen.



Evernorth: Von Hoffnungsträger zu schmerzlichem Milliardendebakel

Besonders hart getroffen hat der Absturz das auf XRP fokussierte Unternehmen Evernorth. Im Oktober 2025 war Evernorth als innovativer XRP-Treasury-Player angetreten, wollte mit strategischer Unterstützung durch Ripple über eine Milliarde US-Dollar einsammeln und den Coin aktiv managen. Doch die Bilanz ist nun verheerend: Statt eines Kursgewinns steht Evernorth mit einem unrealisierten Verlust von 446 Millionen US-Dollar da. Die einst 388 Millionen XRP starken Bestände sind infolge des Preisverfalls von über 947 auf rund 501 Millionen US-Dollar geschrumpft – ein weiteres deutliches Zeichen für die Risiken konzentrierter Krypto-Investments.


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XRP-ETFs, Handelsvolumen und institutionelle Bewegungen

Trotz der heftigen Verluste präsentiert sich der ETF-Sektor erstaunlich widerstandsfähig. Die sieben in den USA gehandelten XRP-Spot-ETFs verzeichneten am Mittwoch ein Handelsvolumen von 5,9 Millionen US-Dollar und netto sogar leichte Zuflüsse in Höhe von 6,9 Millionen US-Dollar. Parallel dazu explodierte das tägliche XRP-Handelsvolumen weltweit um 57 Prozent auf über 11 Milliarden US-Dollar – ein Beleg dafür, dass sich neben Panikverkäufern auch Schnäppchenjäger im Markt tummeln. Institutionelle Investoren beobachten die Situation genau, während Ripple-CEO Brad Garlinghouse den Fokus auf regulatorische Entwicklungen lenkt.



Marktausblick: Hoffnungsschimmer im Schatten der Panik?

Die kurzfristigen Aussichten für den Kryptomarkt bleiben angespannt. Viele Experten schließen weitere Rückschläge bei XRP und anderen Top-Coins nicht aus, erst recht, solange das Sentiment von extremer Angst geprägt ist und regulatorische Unsicherheiten fortbestehen. Einige Analysten mahnen jedoch zur Besonnenheit: In der Vergangenheit eröffnete ein derart negatives Stimmungsbild oftmals attraktive Einstiegsgelegenheiten. Für Trader und Anleger gilt es, die Marktbewegungen genau zu beobachten, Hebelpositionen kritisch zu hinterfragen und die fundamentalen Entwicklungen auch jenseits kurzfristiger Preisschwankungen im Blick zu behalten.

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Sergei Timurov

Sergei Timurov ist seit 2016 großer Bitcoin Fan und ihn begeistert die Freiheits Idee sowie die Unabhängigkeit von Bitcoin. Sergei ist Bitcoin Maximalist und der Überzeugung, dass sich nur Bitcoin für einen langfristigen Vermögensaufbau eignet. Neben seinen journalistischen Tätigkeiten betreibt Sergei Bitcoin Mining und Freistil-Ringen sowie kocht köstliche Gerichte aus seiner ursprünglichen Heimat Georgien.

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