ONE könnte als ERC-20-Token auf Ethereum weiterlaufen

Die Harmony-Abschaltung soll ONE per Snapshot als ERC-20 nach Ethereum bringen; Zeitpunkt, Governance-Abstimmung und Umsetzung bleiben offen.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
ONE könnte als ERC-20-Token auf Ethereum weiterlaufen

Harmony hat einen Vorschlag veröffentlicht, der die eigene Layer-1-Blockchain stilllegen und den nativen Token ONE als ERC-20-Token auf Ethereum fortführen würde. Vorgesehen sind eine finale Netzwerkaufnahme, die Ausgabe der neuen Token auf Ethereum sowie eine Migration bestehender Börsenlistings. Weder der Zeitpunkt des letzten Blocks noch die formale Einreichung in den Validatoren-Governance-Prozess stehen laut Vorschlag bislang fest.

Harmony reagiert mit einem Vorschlag zur Aufgabe seiner Layer-1

Harmony ist ein zu Ethereum kompatibles Layer-1-Netzwerk, dessen Mainnet seit sieben Jahren läuft. Der nun vorgelegte Vorschlag zur Abschaltung kommt weniger als vier Wochen nach einem Exploit, bei dem laut Harmony gefälschte ONE-Token im Umfang von rund 4 Milliarden Einheiten erzeugt wurden – etwa 26 Prozent des damaligen Angebots. Eine externe Quelle bezifferte den Anteil, der Börsen erreicht haben soll, auf rund 2,8 Milliarden Token; Harmony hatte diese Zahl zum damaligen Zeitpunkt nicht bestätigt.

Als Reaktion auf den Exploit hatte Harmony zuvor eine Rückabwicklung der Chain angekündigt, durch die 109.126 reguläre Transaktionen und 315 Staking-Transaktionen verworfen werden sollten. Der jetzige Vorschlag markiert damit eine mögliche Verschiebung – weg von der Reparatur der eigenen Chain, hin zu deren Beendigung als eigenständiges Netzwerk.

Snapshot und ERC-20-Ausgabe bilden den Kern des Migrationsplans

Kernstück des Vorschlags ist eine finale Netzwerkaufnahme: Alle ONE-Salden sollen zum letzten Block erfasst und als ERC-20-Token an dieselben Adressen auf Ethereum ausgegeben werden. Erfasst würden laut Vorschlag Wallets, Staking-Delegationen, Validatoren-Rewards, Smart Contracts und Guthaben auf zentralen Börsen, ohne dass Nutzer einen separaten Claim-Prozess durchlaufen müssten.

Gold physical Ethereum coins reflecting on a dark surface against a colorful abstract wave background
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Nicht migrierbar sind dagegen Multisig-Safes, Liquiditätspools und andere Onchain-Anwendungen. Harmony fordert Nutzer entsprechend auf, ihre Positionen in Smart Contracts vor dem 10. September zu verlassen. Validatoren sollen laut Vorschlag wählen können, ob sie ihre Nodes stoppen, als Governors weiterarbeiten oder sich der neu angekündigten AI-Video-Initiative anschließen; für Validatoren, die rechtzeitig stoppen und ihren Stake behalten, ist ein Pool von 1,372 Millionen US-Dollar vorgesehen.

Der Vorschlag ist weder zeitlich noch governance-seitig endgültig

Harmony bezeichnet den Vorschlag ausdrücklich als nicht bindend. Ein konkreter Zeitpunkt für den letzten Block wird nicht genannt, ebenso wenig, ob das Vorhaben bereits formal dem Validatoren-Governance-Prozess vorliegt.

Nach den veröffentlichten Governance-Regeln können gewählte Validatoren Vorschläge einbringen, während nicht gewählte Validatoren nach Stake-Gewicht abstimmen dürfen. Für eine Annahme wären eine Beteiligung von 51 Prozent des gesamten Stake-Gewichts sowie eine Zustimmung von 66,7 Prozent nötig, nach sieben Tagen Einführungsphase und 14 Tagen Abstimmung. Externe Berichte nennen bereits konkrete Termine Anfang bis Mitte September für letzte Blöcke und Abschaltung – diese Angaben sind durch die vorliegende Ankündigung bislang nicht bestätigt.

Die nächsten Schritte hängen von Abstimmung und Umsetzung ab

Offen bleiben damit der genaue Zeitpunkt des finalen Blocks, der formale Ausgang der Governance-Abstimmung und die praktische Umsetzung der ERC-20-Ausgabe. Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde sich die Nutzung von ONE von einer eigenständigen Chain vollständig in das Ethereum-Ökosystem verlagern.

Risikohinweis

Transaktionen auf Blockchains sind pseudonym, nicht anonym; je nach genutztem Dienst gelten zudem KYC-Pflichten. Anleger mit ONE-Positionen in Smart Contracts oder Liquiditätspools sollten die weitere Entwicklung des Governance-Prozesses eng verfolgen, bevor sie Rückschlüsse auf ihre eigenen Bestände ziehen.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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