Bis zu 350 Mio. US-Dollar in Kasachstan für Krypto-Investitionen

Kasachstans Zentralbank plant bis zu 350 Mio. US-Dollar in krypto-nahe Anlagen. Fokus: Aktien, Indexfonds, Infrastruktur.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 2 Min. read
Bis zu 350 Mio. US-Dollar in Kasachstan für Krypto-Investitionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kasachstans Zentralbank hat laut Reuters ein Portfolio von bis zu 350 Millionen US-Dollar aus Gold- und Devisenreserven für Krypto-Investments vorbereitet.
  • Notenbankchef Timur Suleimanov sagt, die Liste der Instrumente werde gerade entwickelt und umfasse „nicht nur Kryptowährung selbst“.
  • Geplant sind unter anderem Aktien von Hightech-Unternehmen mit Krypto-Bezug sowie Indexfonds und ähnliche Produkte.
  • Startfenster: April bis Mai.

Teaser: Während viele Notenbanken bei Bitcoin weiter auf Abstand bleiben, plant Kasachstans Zentralbank einen vorsichtigen Einstieg in krypto-nahe Anlagen. Der Clou: Es geht weniger um direkte Bitcoin-Käufe, sondern um Aktien, Indexfonds und Instrumente mit Krypto-DNA.

Der Plan in Kasachstan: Krypto-Exposure, aber bitte mit Sicherheitsgurt

Die Nationalbank Kasachstans will laut Reuters-Meldung erstmals einen messbaren Teil ihrer Reserveverwaltung in Richtung Krypto-Markt verschieben – allerdings nicht als „All-in“ in Bitcoin, sondern als diversifizierte Wette auf den Sektor.

Timur Suleimanov erklärte bei einem Zins-Briefing in Almaty, man arbeite an einer Liste von Instrumenten; dazu gehörten neben Kryptowährungen auch Aktien von Krypto-nahen Technologieunternehmen, Indexfonds und weitere Produkte mit ähnlicher Dynamik.

Das ist mehr als Symbolpolitik, aber weit weg vom großen Reserveschwenk: Rechnet man die 350 Mio. US-Dollar gegen die 69,40 Mrd. US-Dollar an Gold- und Devisenreserven, entspricht das grob rund einem halben Prozent.

Besonders wichtig ist der zweite Teil der Reuters-Meldung: Moldabekova versucht, den Hype direkt zu erden. Es gehe nicht um „große Investments“ in Kryptowährungen, vielmehr wähle die Zentralbank Unternehmen aus, die im Digital-Asset-Ökosystem arbeiten – ausdrücklich inklusive Krypto-Infrastruktur.

Warum Kasachstan das überhaupt macht

Die spannendere Frage ist weniger „kauft die Zentralbank Bitcoin?“, sondern: Warum wagt ein Land ausgerechnet jetzt diesen Schritt?

Was sich belastbar sagen lässt: Kasachstan hat in den vergangenen Monaten seinen Umgang mit Digital Assets sichtbar professionalisiert – und gleichzeitig härter gegen illegale Anbieter durchgegriffen.

Hintergrund: Im Herbst berichteten mehrere Medien über die Schließung von rund 130 illegalen Krypto-Plattformen und beschlagnahmte virtuelle Vermögenswerte; genannt wird dabei die staatliche Finanzaufsicht/Financial Monitoring Agency.

Ebenfalls wird in Kasachstan seit Längerem über staatliche Strukturen rund um Digital-Asset-Reserven und „strategische“ Krypto-Bestände diskutiert – Coinspeaker hat diese Debatte rund um eine mögliche staatliche Krypto-Reserve in Kasachstan bereits früher aufgegriffen.

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